{"id":1370,"date":"2023-03-23T05:28:03","date_gmt":"2023-03-23T05:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=1370"},"modified":"2026-02-08T09:24:49","modified_gmt":"2026-02-08T08:24:49","slug":"hybride-bedrohungen-lagebild-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/hybride-bedrohungen-lagebild-2\/","title":{"rendered":"Hybride Bedrohungen im Age of Transparency und der Bedarf an einem digitalen Lagebild"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract:<\/strong> Hybride Bedrohungen stellen mittlerweile eine echte Gefahr f\u00fcr westliche Demokratien dar und gehen \u00fcber den milit\u00e4rischen Multi-Domain-Ansatz weit hinaus. Bislang existiert noch kein umfassendes Lagebild zu hybriden Bedrohungen. Daraus ergibt sich ein Forschungsbedarf zur verbesserten Erkennung und Darstellung hybrider Bedrohungen mit Hilfe einer KI-gest\u00fctzten Verarbeitung von \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen aus dem Internet und sozialen Medien. Die Begriffe hinter hybriden Bedrohungen und der hybriden Kriegsf\u00fchrung werden von verschiedenen Akteuren unterschiedlich verwendet und sollten durch eine gemeinsame Taxonomie vereinheitlicht werden. Hier bietet sich das Framework des Hybrid Centre of Excellence in Finnland an. Die Vereinheitlichung der Terminologie tr\u00e4gt auch zur Kl\u00e4rung der Kommunikation zwischen nationalen und supranationalen Organisationen bei und kann der operativen Effizienz unmittelbar zugutekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7bhpm\"><strong>Problemdarstellung: <\/strong>Wie k\u00f6nnen \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen genutzt werden, um gerade stattfindende Events hybrider Bedrohung zu erkennen und in einer digitalen Lage zur Anzeige gebracht zu werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-33ijj\"><strong>Bottom-line-up-front:<\/strong> Die F\u00e4higkeit, Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Einsatz milit\u00e4rischer und nichtmilit\u00e4rischer Instrumente in der Grauzone zwischen Krieg und Frieden zu sehen und Muster zu verstehen, ist entscheidend geworden, um zu erkennen, wie hybride Aktivit\u00e4ten nationale Interessen bedrohen. Das Monitoring von \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen aus dem Internet und den sozialen Medien soll helfen, ein teilbares digitales Lagebild von hybriden Bedrohungen zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fueih\"><strong>Was nun?: <\/strong>Um hybride Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen und Gegenma\u00dfnahmen einleiten zu k\u00f6nnen, wird neben modernster KI-gest\u00fctzter technischer Software zur nahezu in Echtzeit erfolgenden Auswertung multilingualer, \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen auch die Bereitschaft zum interministeriellen und zwischenstaatlichen Informationsaustausch ben\u00f6tigt. \u00d6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen \u2013 zum Beispiel Beitr\u00e4ge in sozialen Medien \u2013 m\u00fcssen als wichtige Informationsquelle begriffen werden, die uns helfen k\u00f6nnen, schnell auf hybride Bedrohungen zu reagieren. In der Folge m\u00fcssen dann aber auch Strukturen geschaffen werden, die in der Lage sind, erkannte hybride Aktivit\u00e4ten abzuwehren, beziehungsweise deren Folgen sofort einzugrenzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_9e53f5440b7a41798aefc3e36912c618~mv2.png\" alt=\"Welcome to the Grey Zone\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: shutterstock.com\/kIss<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-2dd0k\" class=\"wp-block-heading\">Hybride Bedrohungen im \u2018Age of Transparency\u2019<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fau1j\">Derzeit erleben wir neben hybriden Aktivit\u00e4ten und einem konventionellen Krieg in Europa dar\u00fcber hinaus weltweit auch den Einsatz einer Vielzahl hybrider Operationen verschiedener Akteure. Der Begriff &#8222;hybride Bedrohung&#8220; bezeichnet dabei Aktivit\u00e4ten staatlicher aber auch nichtstaatlicher Akteure deren Absicht es ist, einen (vermeintlichen) Gegner zur Durchsetzung der strategischen Ziele durch Kombination offener und verdeckter milit\u00e4rischer und nichtmilit\u00e4rischer Mittel und Ma\u00dfnahmen so zu schw\u00e4chen, dass dieser in seiner F\u00fchrungsf\u00e4higkeit oder sogar gesellschaftlichen Substanz bedroht, beeinflusst oder sogar zersetzt wird. Laut Patrick Cullen sind hybride Bedrohungen darauf ausgelegt, die Unterscheidung zwischen Frieden und Krieg zu verwischen, sowie die Erkennungs- und Reaktionsschwellen des angegriffenen Ziels zu erschweren und zu unterschreiten.[1] Die Reichweite hybrider Operationen geht dabei weit \u00fcber den sogenannten milit\u00e4rischen Multi-Domain Einsatzraum von Cyberspace, Weltraum, See, Land und Luft hinaus, weil sie insbesondere in einer Grauzone zwischen Krieg und Frieden stattfinden, ohne politisch eine konventionelle milit\u00e4rische Reaktion zu provozieren oder gar als formelle Aggression anerkannt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Der Begriff &#8222;hybride Bedrohung&#8220; bezeichnet dabei Aktivit\u00e4ten staatlicher aber auch nichtstaatlicher Akteure deren Absicht es ist, einen (vermeintlichen) Gegner zur Durchsetzung der strategischen Ziele durch Kombination offener und verdeckter milit\u00e4rischer und nichtmilit\u00e4rischer Mittel und Ma\u00dfnahmen so zu schw\u00e4chen, dass dieser in seiner F\u00fchrungsf\u00e4higkeit oder sogar gesellschaftlichen Substanz bedroht, beeinflusst oder sogar zersetzt wird.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fk5k6\">In j\u00fcngster Vergangenheit konnten etwa folgende Beispiele hybrider Aktivit\u00e4ten beobachtet werden: Die Sabotage von maritimen Infrastrukturen, Desinformationsaktivit\u00e4ten gegen deutsche Medienh\u00e4user und m\u00f6glicherweise auch die Sabotage der deutschen Eisenbahninfrastruktur, diplomatische und sozial-mediale Einflussnahme in Afrika oder das Aussp\u00e4hen norwegischer Flugh\u00e4fen mit Drohnen. Jedes dieser Events war und ist mit unterschiedlicher Wirksamkeit und Zeitlinien verbunden. Trotz dieser offensichtlichen Situation sind viele L\u00e4nder in Europa anf\u00e4llig f\u00fcr hybride Bedrohungen, haupts\u00e4chlich aufgrund ihrer Unf\u00e4higkeit die Art und den Zeitpunkt des Angriffs zu verstehen oder diesen gar zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-g54q\">Gleichzeitig leben wir heute nicht nur in einem Zeitalter, indem sich Staaten wieder aus strategischem und machtpolitischem Kalk\u00fcl der Grauzone zwischen Krieg und Frieden, akzeptabel und inakzeptabel sowie legal und illegal bedienen, sondern auch in einem <em>Age of Transparency<\/em>. Sean P. Larkin[2] l\u00e4utete dieses in seinem Artikel in der Zeitschrift Foreign Affairs ein. Er war der festen \u00dcberzeugung, dass die Verbreitung kommerziell verf\u00fcgbarer Satellitenbilder, Drohnen\u00fcberwachung, automatisierter Krisenberichte, Citizenjournalisten wie Bellingcat und Open-Source-Blogger:innen zu einer explosionsartigen Zunahme von \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten f\u00fchren wird, die es Staaten sehr viel schwerer machen werde, ihre Handlungen zu verbergen. Dies gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr hybride Bedrohungen. Die Verbreitung internetf\u00e4higer Smartphones und sozialer Medien hat wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen. Durch die Digitalisierung der weltweiten Kommunikation und die massenhafte Verbreitung von Informationen, Bildern und Videos \u00fcber Soziale Medien sind wir heute in der Lage Ereignisse global, mehrsprachig, fast in Echtzeit und manchmal sogar mit Standortdaten zu beobachten und auszuwerten. Es handelt sich um eine grundlegende Revolution in der Informationserfassung und -verbreitung, die die klassischen Oligopole der Informations- und Meinungsbildung aufgel\u00f6st und zu einer Demokratisierung des Zugangs zu Informationen gef\u00fchrt hat. Die globale Reichweite und die Verbreitungsm\u00f6glichkeiten von Informationen haben auch ihre Bedeutung f\u00fcr milit\u00e4rische und strategische Fragen drastisch erh\u00f6ht. Dabei werden auch hybride Bedrohungsaktivit\u00e4ten \u00fcber offene (soziale) Medien durchgef\u00fchrt beziehungsweise werden dort diskutiert oder gehen in sozialen Kan\u00e4len und Blogs in mitunter kontroverse Diskussionen \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Durch die Digitalisierung der weltweiten Kommunikation und die massenhafte Verbreitung von Informationen, Bildern und Videos \u00fcber Soziale Medien sind wir heute in der Lage Ereignisse global, mehrsprachig, fast in Echtzeit und manchmal sogar mit Standortdaten zu beobachten und auszuwerten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7cfcv\">Russland ist ein Akteur in allen sozialen Medien und f\u00fchrt immense Informationsoperationen \u00fcber Soziale Medien durch, um die westlichen Gesellschaften mit (Des-)Informationen zu \u00fcberfluten.[3] So hat Russland beispielsweise Social Media Bots eingesetzt, um die \u00f6ffentliche Meinung in den USA, Gro\u00dfbritannien, den Niederlanden und Spanien zu beeinflussen.[4] Auch wenn wir sie nicht direkt sehen k\u00f6nnen, schaffen und hinterlassen hybride Aktivit\u00e4ten also eine Spur von \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-109go\">Der Identifizierung von Indikatoren f\u00fcr hybride Bedrohungen sowie ihrer Priorisierung, Verfolgung, Erkennung und Zuordnung muss daher mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.[5] Um hybriden Bedrohungen wirksam entgegenstehen zu k\u00f6nnen, wird ein relevantes und aktuelles Lagebild f\u00fcr Analysten und Entscheidungstr\u00e4ger ben\u00f6tigt, das es erlaubt hybride Bedrohungen zeitgerecht, mehrsprachig und geographisch verortet zu monitoren. Bei einem Lagebild handelt es sich um das Ergebnis eines Lagefeststellungsprozesses, also um Aktivit\u00e4ten zur Erkennung und Meldung zeitkritischer Entwicklungen, die vor feindlichen Handlungen oder Absichten warnen und diese visualisieren. Ein solches Warnsystem ist ein entscheidender Bestandteil bei der Abwehr hybrider Bedrohungen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Um hybriden Bedrohungen wirksam entgegenstehen zu k\u00f6nnen, wird ein relevantes und aktuelles Lagebild f\u00fcr Analysten und Entscheidungstr\u00e4ger ben\u00f6tigt, das es erlaubt hybride Bedrohungen zeitgerecht, mehrsprachig und geographisch verortet zu monitoren.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-768co\">Ein allgemeines Problem besteht darin, dass hybride Bedrohungen mehrdeutig und verschwommen sind und derzeit aufgrund dieser Fluidit\u00e4t feste Standards fehlen, um diesen angemessen begegnen zu k\u00f6nnen. Dies macht die Entwicklung eines Warnsystems f\u00fcr solche Bedrohungen an sich schwierig und herausfordernd.[6] Die F\u00e4higkeit, Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Einsatz milit\u00e4rischer und nichtmilit\u00e4rischer Instrumente im Laufe der Zeit zu sehen und zu verstehen, ist mittlerweile entscheidend geworden, um zu erkennen, wie hybride Aktivit\u00e4ten nationale Interessen bedrohen oder bereits gef\u00e4hrden. Dazu geh\u00f6rt auch der Aufbau und die Einf\u00fchrung neuer Plattformen, um die M\u00f6glichkeiten zur Nutzung der immer vielf\u00e4ltigeren Daten und Fachkenntnisse zu maximieren, insbesondere im sich rasch entwickelnden Bereich der Open-Source-Intelligence (OSINT).[7]<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-finrr\" class=\"wp-block-heading\">Internationale Bem\u00fchungen zur Erstellung eines Lagebildes \u201chybride Bedrohungen\u201d<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-nt1a\">Obwohl es einige nationale und internationale Anstrengungen zur Erkennung von hybriden Bedrohungen gibt, wurde bislang noch kein international anerkannter, definitorischer Zeichenvorrat festgelegt. Einen ersten Ansatz hierzu hat das European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats (Hybrid CoE) mit Sitz in Helsinki geliefert. Es unterst\u00fctzt als Kompetenzzentrum die teilnehmenden L\u00e4nder bei der Verbesserung ihrer zivil-milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten, Widerstandsf\u00e4higkeit und Bereitschaft zur Abwehr hybrider Bedrohungen. Das Zentrum ist eine Initiative der finnischen Regierung, die von 30 anderen L\u00e4ndern sowie der NATO und der EU mitgetragen wird. Aber auch weitere NATO Exzellenzzentren tragen zu den Bem\u00fchungen bei, hybride Bedrohungen zu erkennen und abzuwehren. Darunter fallen das Strategic Communications Centre of Excellence in Riga, das Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn und das Energy Security Centre of Excellence in Vilnius. Der Wert der Fusion klassifizierter Informationen und \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen wurde mittlerweile teilweise erkannt. Ein Beispiel f\u00fcr eine kreative experimentelle Methode ist das vom britischen Verteidigungsministerium entwickelte <em>Hybrid Activity Monitoring Tool<\/em>. Dieses Tool soll dazu beitragen potenzielle hybride Aktivit\u00e4ten anhand \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen zu erkennen und es Entscheidungstr\u00e4gern erm\u00f6glichen, Ereignisse besser zu verstehen w\u00e4hrend sie stattfinden.[8]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-eg01u\">Auch die Europ\u00e4ische Union (EU) hat erste institutionelle Kapazit\u00e4ten aufgebaut. Eine Fusionszelle f\u00fcr hybride Bedrohungen innerhalb des seit 2002 bestehenden EU Intelligence and Situation Centre (EU INTCEN) des Europ\u00e4ischen Ausw\u00e4rtigen Dienstes (EAD) ist die zentrale Anlaufstelle der EU f\u00fcr die Analyse externer Aspekte hybrider Bedrohungen. Die Fusionszelle sammelt, analysiert und reicht Verschlusssachen sowie frei zug\u00e4ngliche Informationen von verschiedenen Akteuren innerhalb des EAD, der Kommission und der Mitgliedstaaten weiter, die sich speziell auf Indikatoren und Warnungen zu hybriden Bedrohungen beziehen. In Zusammenarbeit mit den zust\u00e4ndigen Stellen in der EU und auf nationaler Ebene analysiert die Fusionszelle externe Aspekte hybrider Bedrohungen, die die EU und ihre Nachbarl\u00e4nder betreffen.[9] Zus\u00e4tzlich existiert seit 2020 das EU-HYBNET Projekt mit dem Ziel, bestehende europ\u00e4ische Netzwerke zur Bek\u00e4mpfung hybrider Bedrohungen zu bereichern und eine langfristige Nachhaltigkeit zu gew\u00e4hrleisten. Die NATO hat 2017 die <em>Joint Intelligence and Security Division <\/em>ins Leben gerufen, zu der auch eine Einheit geh\u00f6rt, die sich speziell mit der \u00dcberwachung und Analyse hybrider Bedrohungen befasst.[10] Das hybride &#8222;Dilemma&#8220; muss bei diesen internationalen Bem\u00fchungen durchg\u00e4ngig ber\u00fccksichtigt werden: Hybride Bedrohungen sind darauf ausgelegt, entscheidende Reaktionen von vornherein durch ihre Unterschwelligkeit zu verhindern. Das macht die Aufdeckung hybrider Aktivit\u00e4ten umso wichtiger und das Ergreifen von Gegenma\u00dfnahmen umso schwieriger.[11]<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-88gv2\" class=\"wp-block-heading\">Der Nutzen \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen bei der Erkennung hybrider Bedrohungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ei4kn\">Die Auswertung \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Informationen und die damit verbundene Disziplin Open Source Intelligence (OSINT) wurden lange Zeit als weniger wichtige Informationsquelle f\u00fcr Fragen der nationalen Sicherheit angesehen. Dies mag zwar noch bis zur Jahrhundertwende w\u00e4hrend der ersten Generation von OSINT zutreffend gewesen sein, doch der beispiellose Zugang zu Wissen und die Verbreitung von Informationstechnologie im Zuge der vierten industriellen Revolution stellen dieses Vorurteil in Frage.[12] Der gegenw\u00e4rtige technologische Wandel konzentriert sich auf die Beschleunigung der Entwicklung von Kommunikationsmitteln und Technologien zur Erfassung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen und somit auch von kritischen Informationen \u00fcber Notf\u00e4lle und Krisenereignisse. \u201e\u00d6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen\u201c sind ein Oberbegriff f\u00fcr eine Reihe von Daten, die in verschiedenen \u00f6ffentlichen Quellen zu finden sind. Forscher klassifizieren Daten in der Regel in drei Kategorien: strukturiert, semi-strukturiert und unstrukturiert. In den letzten Jahren haben wir eine explosionsartige Zunahme unstrukturierter Daten erlebt, insbesondere durch drei Aspekte: Erstens sind Daten zunehmend sozial (sie werden von vielen Nutzern erzeugt und \u00fcbermittelt, nicht nur von einigen wenigen gro\u00dfen Produzenten), zweitens sind sie mobil (von Sensoren auf allgegenw\u00e4rtigen, mit dem Internet verbundenen mobilen Ger\u00e4ten wie Smartphones) und drittens sind sie lokal verortbar (geografisch gekennzeichnet).[13]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>In den letzten Jahren haben wir eine explosionsartige Zunahme unstrukturierter Daten erlebt.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6pq64\">F\u00e4higkeiten in OSINT \u2013 der Auswertung und zeitnahen Verteilung von Erkenntnissen aus \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen an geeignete Adressaten, um einen bestimmten Informationsbedarf zum Zwecke der Sicherheit oder des Vorteils zu decken \u2013 ist eine Aufgabe, der sich die <em>intelligence community<\/em> in westlichen L\u00e4ndern angesichts hybrider Bedrohungsaktivit\u00e4ten stellen muss. Bei der dritten Generation von OSINT geht es um die Entwicklung von KI-gest\u00fctzten Technologien, Systemen, Verfahren und Anwendungen f\u00fcr gro\u00dfe Datenmengen aus \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Quellen. Diese OSINT-Revolution ist nun schon seit einigen Jahren im Gange. Dieser Trend l\u00e4sst sich durch neue Organisationen wie Bellingcat veranschaulichen. Bellingcat ist ein internationales Recherchekollektiv bestehend aus Rechercheuren, Investigativ- und B\u00fcrgerjournalistinnen, die zu verschiedensten Themen Open-Source-Recherchen durchf\u00fchren. Bellingcats Recherchen behandeln zum Beispiel mexikanische Drogenbosse, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Nutzung chemischer Waffen oder internationale Konflikte.[14]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9ip36\">Es hat sich eine ganze Industrie um OSINT herum entwickelt und nicht nur in der Medien- und Nachrichtendienstarbeit, sondern auch in weiteren Interessensgebieten ist es zu einem wichtigen Informationslieferanten geworden, der beispielsweise zunehmend auch zur Erkennung von Ausbr\u00fcchen von Infektionskrankheiten genutzt wird.[15]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dek8i\">Eine wirksame und ausgereifte Anwendung von OSINT ist von entscheidender Bedeutung, um \u201cLicht in die Grey Zone\u201d hybrider Bedrohungen zu bringen, da sie vor allem zwei Vorteile bietet. Erstens k\u00f6nnen immer ausgefeiltere kommerzielle OSINT-F\u00e4higkeiten verbesserte Erkenntnisse liefern, indem sie entweder die traditionellen staatlichen Erhebungen in bestimmten Bereichen \u2013 wie beispielsweise Geoinformationen \u2013 erg\u00e4nzen oder durch den Zugang zu \u00f6ffentlichen Informationen neue Erkenntnisse liefern. Der Zugang zu nahezu Echtzeit-Informationsfl\u00fcssen er\u00f6ffnet bisher nie dagewesene Erhebungs- und Analysem\u00f6glichkeiten und ist ein somit Schl\u00fcssel f\u00fcr das Erkennen hybrider Bedrohungen.[16] Zweitens erh\u00f6ht die Tatsache, dass OSINT-Erkenntnisse nicht aus sensiblen Quellen und Erhebungsmethoden stammen, den Nutzen der Informationen bei den Bem\u00fchungen, b\u00f6sartiges gegnerisches Verhalten in Echtzeit zu detektieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b65qr\">Die Nutzung des digitalen sozialen Raums ist jedoch Fluch und Segen zugleich, denn Angreifer nutzen ebenfalls nicht klassifizierte offene Quellen und Soziale Medien, um ihre gew\u00fcnschten Effekte schnell, anhaltend oder dauerhaft zu erzielen. Anomalien, wie etwa Desinformations-Kampagnen in sozialen und offenen Medien, lassen sich dabei schnell erkennen, sodass Unternehmen, internationale Sicherheits- und Verteidigungsorganisationen und ihre Mitgliedstaaten darauf reagieren k\u00f6nnten, wenn sie \u00fcber entsprechende F\u00e4higkeiten und Techniken verf\u00fcgen. Auf der anderen Seite stehen Informations\u00fcberlastung durch Geschwindigkeit, Umfang, Wert, Vielfalt und Grad des Wahrheitsgehaltes (velocity, volume, value, variety, veracity) der heutigen \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen als Folge der verst\u00e4rkten Vernetzung und intelligenten Automatisierung sowie der gro\u00dfen Anzahl verschiedener Medienformate wie Nachrichtenseiten, Blogs oder Social-Media-Accounts. Nach Rietjens ist das Konzept der Informations\u00fcberlastung ein bekanntes Ph\u00e4nomen und nicht nur f\u00fcr die Erkennung hybrider Bedrohungen von Bedeutung.[17]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Anomalien lassen sich dabei schnell erkennen, sodass Unternehmen, internationale Sicherheits- und Verteidigungsorganisationen und ihre Mitgliedstaaten darauf reagieren k\u00f6nnten, wenn sie \u00fcber entsprechende F\u00e4higkeiten und Techniken verf\u00fcgen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-75r7u\">Es ist offensichtlich, dass die Informationssammlung zu hybriden Bedrohungen nicht mehr allein von menschlichen Analysten durchgef\u00fchrt werden kann. Die Extraktion relevanter Informationen aus riesigen Datenmengen (Big Data) ist damit zu einer analytischen Herausforderung geworden, die es zu l\u00f6sen gilt[18] und f\u00fcr die OSINT enormes Potential bietet.[19] Dies erfordert spezifische neue Systeme, Verfahren und Anwendungen, um sie in wertvolle Informationen \u2013 also Intelligence \u2013 umzuwandeln. Die Hauptfrage lautet dabei: Wie k\u00f6nnen \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen genutzt werden, um gerade stattfindende Events hybrider Bedrohung zu erkennen und in einer digitalen Lage zur Anzeige gebracht zu werden?<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-2neov\" class=\"wp-block-heading\">Lagebilderstellung mit Unterst\u00fctzung mit Hilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d7amu\">In der Literatur \u00fcber nachrichtendienstliche Studien wird behauptet, dass Erkenntnisse aus OSINT zwischen 70 und 90 % des gesamten heutigen nachrichtendienstlichen Materials ausmachen.[20] Obwohl OSINT in der Vergangenheit durch Nachrichten- und Informationsagenturen, kulturellem und diplomatischem Austausch und Sozialisierung bestimmt wurde, wird es zunehmend durch das Internet und technologische Entwicklungen wie maschinelles Lernen und k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) dominiert. Die Entwicklungen in den Bereichen Data Mining, maschinelles Lernen, visuelle Forensik und vor allem die wachsende Rechenleistung, die f\u00fcr die kommerzielle Nutzung zur Verf\u00fcgung steht, haben es den OSINT-Experten erm\u00f6glicht, die Sammlung und Analyse von Informationen zu beschleunigen und manchmal sogar zu automatisieren, so dass sie schneller zu genaueren Ergebnissen gelangen.[21]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9i2he\">Um das Problem der Erkennung hybrider Bedrohungen zu l\u00f6sen, m\u00fcssen die angebundenen Datenquellen mit Hilfe von KI-gest\u00fctztem OSINT \u00fcberwacht, fusioniert und analysiert werden. Ziel ist es, die Art, H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t sowie Ort und Akteur hybrider Bedrohungen m\u00f6glichst genau zu erfassen. Hier muss betont werden, dass die Zuordnung hybrider Bedrohungsaktivit\u00e4ten schwierig, unsicher und zeitaufwendig ist. Die Akteure sind zumeist undurchsichtig und dar\u00fcber hinaus nur schwer mit dem tats\u00e4chlichen Drahtzieher (plausible deniability) in Verbindung zu bringen. Dennoch ist es nicht unm\u00f6glich. So k\u00f6nnen beispielsweise 77% aller Cyberangriffe im Zeitraum von 2005 bis M\u00e4rz 2022 laut der Website <em>Cyber Operations Tracker<\/em> des Council on Foreign Relations den vier L\u00e4ndern Russland, China, Nordkorea und Iran zugeordnet werden.[22]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>77% aller Cyberangriffe im Zeitraum von 2005 bis M\u00e4rz 2022 k\u00f6nnen laut der Website Cyber Operations Tracker des Council on Foreign Relations den vier L\u00e4ndern Russland, China, Nordkorea und Iran zugeordnet werden.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3nbj0\">Die Verarbeitungsphasen zur Lagebilderstellung basieren auf einem vereinfachten Intelligence Cycle. Dieser ist ein weit verbreitetes Arbeitshilfsmittel der Intelligence Community mit unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen, die vom asymmetrischen bis hin zum konventionellen Krieg reichen k\u00f6nnen.[23] Der Intelligence Cycle ist auch auf eine hybride Bedrohungsumgebung anwendbar, auch wenn die Attribuierung der Akteure aufw\u00e4ndiger ist als in asymmetrischen oder konventionellen Konstellationen. Dies macht die Sammlung und Analyse von Informationen hierzu noch wichtiger. Vereinfacht lassen sich diese Phasen als Informationsbedarf, Informationsgewinnung, Validierung, Auswertung und Bewertung sowie Bereitstellung der durch eigenes Wissen und zus\u00e4tzliche andere Quellen angereicherte Informationen in Form von Produkten f\u00fcr den Bedarfstr\u00e4ger beschreiben.[24]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c7lna\">Zur Entlastung menschlicher Analysten und aufgrund der Komplexit\u00e4t hybrider Szenarien sollten m\u00f6glichst viele Schritte innerhalb des Intelligence Cycle mit Hilfe von fortgeschrittener KI automatisiert werden. Automatisiertes &#8222;OSINT&#8220; hat jedoch drei Nachteile. Erstens kann es sein, dass die gew\u00fcnschten und gesuchten Informationen in keiner zug\u00e4nglichen Quelle verf\u00fcgbar sind (Verf\u00fcgbarkeit). Zweitens kann es sein, dass die Suchformulierung nicht die gew\u00fcnschte Information liefert (Formulierung). Drittens kann es sein, dass die Relevanz und Bedeutung der zur\u00fcckgegebenen Daten nicht erkannt werden (Verwirrung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c23as\">Eine technisch basierter L\u00f6sungsansatz wird im nachfolgenden beschrieben. Eine OSINT-Plattform scannt autonom Millionen mehrsprachiger \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationsquellen wie etwa Suchmaschinen und Soziale Medien. Sie ist in der Lage, erste Anzeichen f\u00fcr aufkommende hybride Aktivit\u00e4ten zu erkennen und etwaige Korrelationen zwischen diesen mit modernsten Analysemodellen zu untersuchen, um Analysten bei ihrer Arbeit zu unterst\u00fctzen. Diese Plattform bietet die M\u00f6glichkeit durch fortschrittliche KI und maschinelles Lernen (ML), also die Untersuchung von Computeralgorithmen, die die Erstellung von Analysemodellen automatisieren, ein dynamisches Lagebild hybrider Bedrohungen in nahezu Echtzeit zu erstellen und dauerhaft aufrechtzuerhalten. Diese KI-unterst\u00fctzte \u00dcberwachung erm\u00f6glicht einen verbesserten Entscheidungsprozess durch ein umfassendes und visualisiertes Lagebild. Um diese komplexe Aufgabe zu bew\u00e4ltigen, muss die Entwicklung in die folgenden vier Teilaufgaben (TA) unterteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-ad5\" class=\"wp-block-heading\"><em>Erstellen einer Taxonomie f\u00fcr hybride Bedrohungen<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4tp7j\">Nach Rietjens sind Indikatoren das Herzst\u00fcck der Informationsbeschaffung und bieten einen systematischen Rahmen f\u00fcr die Lagefeststellung. Diese sollten pr\u00e4diktiv, diagnostisch, eindeutig und erfassbar sein.[25] W\u00e4hrend man zumindest den Begriff <em>hybride Bedrohungen<\/em> mittlerweile genau genug definieren kann, gibt es weiterhin unterschiedliche Auffassungen dar\u00fcber, welche konkreten Indikatoren (Events) zu einer hybriden Bedrohung z\u00e4hlen und welche nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8okoa\">Hybride Bedrohungen sind nicht nur vielf\u00e4ltig, sie sind auch darauf zugeschnitten, die spezifischen Schwachstellen bestimmter Ziele auszunutzen. Um dennoch ein m\u00f6glichst akkurates Lagebild erstellen zu k\u00f6nnen, sollen die konzeptionellen \u00dcberlegungen des Hybrid CoE in ein Ereignis-Codebuch \u00fcbersetzt werden. Zusammen mit dem Joint Research Center der Europ\u00e4ischen Kommission hat das Hybrid CoE in seinem Grundlagenpapier \u201eThe Landscape of Hybrid Threats: A Conceptual Model\u201c zwei Akteure (staatlich\/nichtstaatlich), 33 Events, mindestens 13 gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Sektoren und vier Aktivit\u00e4tsebenen f\u00fcr hybride Bedrohungsaktivit\u00e4ten identifiziert.[26] Das Instrumentarium hybrider Bedrohungen umfasst unter anderem Cyberoperationen, die Ausnutzung soziokultureller Unterschiede, die Finanzierung kultureller Gruppen und politischer Denkfabriken, physische Operationen gegen Infrastruktur, Desinformationskampagnen und Propaganda, instrumentalisierte Migration, Luftraumverletzungen oder auch den Einsatz milit\u00e4rischer Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Zusammen mit dem Joint Research Center der Europ\u00e4ischen Kommission hat das Hybrid CoE 2 Akteure, 33 Events, mindestens 13 gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Sektoren und vier Aktivit\u00e4tsebenen f\u00fcr hybride Bedrohungsaktivit\u00e4ten identifiziert.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8gvar\">Die vom Hybrid CoE identifizierten 13 gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Dom\u00e4nen werden als Kategorien und die 33 Werkzeuge (Tools) als Ereignisse (Events) definiert und kodiert, wobei der Wertebereich dieser Variablen je nach den Bed\u00fcrfnissen des Endanwenders noch weiter angepasst werden kann. F\u00fcr jedes Event k\u00f6nnen wiederum Subvents erstellt werden. Dieses Codebuch stellt den definitorischen Grundrahmen, um eine organisationale und l\u00e4nder\u00fcbergreifende Vergleichbarkeit zu gew\u00e4hrleisten und hybride Bedrohungen zu kategorisieren, visualisieren und geographisch abbilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_5a7945789817451f9caae113a15b794c~mv2.png\" alt=\"Visualisierung der konzeptionellen \u00dcberlegungen des Hybrid CoE. Diese werden in ein Codebook \u00fcberf\u00fchrt, um ein KI-gest\u00fctztes Monitoring \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen zu erm\u00f6glichen.\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Hybrid CoE; Visualisierung der konzeptionellen \u00dcberlegungen des Hybrid CoE. Diese werden in ein Codebook \u00fcberf\u00fchrt, um ein KI-gest\u00fctztes Monitoring \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-5u5h2\" class=\"wp-block-heading\"><em>Automatisiertes Monitoring<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dgv3n\">Nach der Umsetzung der konzeptionellen \u00dcberlegungen in ein umfassendes Ereigniscodebuch muss im zweiten Schritt die Automatisierung der Informationserhebung (Collection) sichergestellt werden. Die kontinuierliche Sammlung und Analyse von Daten und Informationen sind das vorherrschende Element zur Erstellung eines Lagebildes.[27] Dabei m\u00fcssen die Rechte auf Privatsph\u00e4re, Meinungsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung bei der Sammlung von Informationen, insbesondere in sozialen Medien, gem\u00e4\u00df der Datenschutz-Grundverordnung (General Data Protection Regulation) ber\u00fccksichtigt werden.[28] Bei dem automatisierten Monitoring werden \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen auf <em>known unknowns<\/em> \u2013 mit Hilfe von Indikatoren \u2013 gescannt, um nach hybriden Bedrohungen zu suchen. Um die Suche und Sammlung von Informationen zu hybriden Bedrohungen bestm\u00f6glich durchzuf\u00fchren, sollen nicht nur Soziale Medien wie Facebook, Instagram und Twitter als Datenquellen beachtet werden, sondern es m\u00fcssen auch solche soziale Netzwerke in die Betrachtung einbezogen werden, die nur in bestimmten L\u00e4ndern oder Regionen am h\u00e4ufigsten genutzt werden. So sind beispielsweise VKontakte und QZone die beliebtesten Social Media-Kan\u00e4le in Russland beziehungsweise China.[29]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6feml\">Um aber diese riesigen Datenmengen (Big Data) f\u00fcr menschliche Analysten verwertbar zu machen, wird eine KI-gest\u00fctzte Reduktion auf relevante Informationen durchgef\u00fchrt. Die Suche in den Daten- und Informationsquellen wird durch modernes Natural Language Processing (NLP) optimiert \u2013 eine Textanalysetechnik, die es Maschinen erm\u00f6glicht, menschliche Sprache in Textform zu interpretieren. Es erleichtert auch die Trennung relevanter Daten auf der Grundlage ihres Inhalts und reduziert falsch positive Ergebnisse und Rauschen. Bei globalen Ermittlungen kann NLP auch mehrsprachige Inhalte schneller und genauer \u00fcbersetzen und interpretieren. Auch wenn die Feinheiten der menschlichen Analyse nicht ersetzt werden k\u00f6nnen, sparen Analysten mit diesen Funktionen doch eine Menge Zeit und Ressourcen. KI-Werkzeuge f\u00fcr maschinelles Lernen automatisieren das Sammeln von Informationen und speisen diese Informationen in Wissensdatenbanken ein, die sie clustern und in bestimmte Interessenbereiche einordnen \u2013 in diesem Fall die 33 kodierten Ereignisse des Hybrid CoE. Die Erhebungsphase schafft somit die Grundlage der Informationsbasis f\u00fcr die Lagebilderstellung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Suche in den Daten- und Informationsquellen wird durch modernes Natural Language Processing optimiert \u2013 eine Textanalysetechnik, die es Maschinen erm\u00f6glicht, menschliche Sprache in Textform zu interpretieren.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-anfpc\">Die KI-gest\u00fctzte automatische Erkennung von Ereignissen wie Unruhen, Demonstrationen, politischer Gewalt, Desinformationen und den Folgen von Cyberangriffen filtert die ersten Ergebnisse vor. Die Erfahrung zeigt, dass es nach dieser Phase immer noch viele Fehlalarme im Informationsraum gibt, die von menschlichen Analysten in der Analysephase aussortiert werden m\u00fcssen. Dar\u00fcber hinaus sind im Zusammenhang mit hybriden Bedrohungen und Aktivit\u00e4ten in der Phase der automatischen Erfassung von Indikatoren f\u00fcr hybride Bedrohungen falsche und irref\u00fchrende Informationen, die entweder absichtlich (Desinformation) oder unabsichtlich (Fehlinformation) verbreitet werden, von besonderer Bedeutung. Aufgrund des manipulativen Charakters \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen m\u00fcssen so viele ereignisbezogene Daten und Informationen wie m\u00f6glich gesammelt und in einen Kontext gestellt werden. Die Zuordnung eines Events zu einem bestimmten Akteur, geschweige denn zu einem staatlich gesponserten Akteur, ist ein schwieriger und m\u00fchsamer Prozess. Die F\u00e4higkeit, einen Vorfall zuzuordnen, ist seit langem Gegenstand einer Debatte innerhalb der<em> Intelligence Community<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-5m2m\" class=\"wp-block-heading\"><em>Automatisierte Verarbeitung<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-adb0s\">In dieser Phase werden die gesammelten und importierten \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen verarbeitet, aussortiert und durch weitere automatische Verarbeitungsschritte angereichert. Hier werden gem\u00e4\u00df dem analytischen Spektrum die Fragen \u201ewer\u201c, \u201ewas\u201c, \u201ewo\u201c, \u201ewann\u201c, \u201cwie\u201c und \u201ewarum\u201c gekl\u00e4rt. Dies geschieht in erster Linie durch automatisierte NLP-basierte Named-Entity-Recognition (NER), Themenidentifikation, Stimmungsanalyse, Zeitmarkierung und Bild-\/Videoanalyse. Eine automatische maschinelle \u00dcbersetzung kann \u00fcber 100 Fremdsprachen in eine vordefinierte internationale Arbeitssprache, zum Beispiel Englisch, simultan \u00fcbersetzen. Dies erm\u00f6glicht das Verst\u00e4ndnis durch Nicht-Muttersprachler und vereinfacht auch die Verarbeitung in weiteren KI-gest\u00fctzten Verarbeitungsschritten, wie zum Beispiel der Themenerkennung oder Sentimentanalyse. Dennoch m\u00fcssen Analysten Friktionen bei der automatisierten \u00dcbersetzung ber\u00fccksichtigen und in der Lage sein, nicht nur die Fremdsprachen, sondern auch die kulturellen Nuancen der jeweiligen Gesellschaft zu entschl\u00fcsseln.[30] Es wird auch eine raumbezogene Visualisierung durch Analyse von Ortsangaben in Texten durchgef\u00fchrt (Geocoding). Dies bietet einen erheblichen Mehrwert f\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis bestimmter Situationen und offenbart Details, die sonst verborgen bleiben w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2vroa\">Erfasste, verarbeitete und \u00fcberpr\u00fcfte \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen werden in Echtzeit auf Dashboards wie Landkarten, Diagramme und Track Decks abgebildet. Die meisten \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen, beispielsweise in Tweets, enthalten jedoch keine genauen Standortinformationen. Daher muss KI eingesetzt werden, um Standortinformationen in verarbeiteten Texten zu erkennen und sie dann dem entsprechenden Breitengrad\/L\u00e4ngengrad zuzuordnen. Eine innovative Geokodierung, die das Problem unvollst\u00e4ndiger Geodaten oder falsch geschriebener Ortsangaben in sozialen Medien angeht, ist der Ausgangspunkt f\u00fcr eine kontinuierliche Korrelation zwischen den Ereignissen, um gr\u00f6\u00dfere hybride Kampagnen zu identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Eine innovative Geokodierung, die das Problem unvollst\u00e4ndiger Geodaten oder falsch geschriebener Ortsangaben in sozialen Medien angeht, ist der Ausgangspunkt f\u00fcr eine kontinuierliche Korrelation zwischen den Ereignissen, um gr\u00f6\u00dfere hybride Kampagnen zu identifizieren.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-n75n\" class=\"wp-block-heading\"><em>Automatisierter Informationsaustausch<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-387sc\">In der Literatur zur hybriden Kriegsf\u00fchrung wird die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, ihre Bedeutung und ihre Unzul\u00e4nglichkeiten immer wieder hervorgehoben. Der allgemeine Konsens ist, dass die Zusammenarbeit zwischen den zust\u00e4ndigen Stellen bei der Aufdeckung hybrider Kriegf\u00fchrung verbessert werden muss.[31] Nach Ansicht des Hybrid CoE erfordern hybride Bedrohungen aufgrund ihres supranationalen Charakters eine vielschichtige Reaktion. Auf strategischer Ebene ist die Fr\u00fchwarnung und Pr\u00e4vention ein Problem f\u00fcr Staaten und die internationalen Organisationen, die ihre Interessen widerspiegeln. Die Bek\u00e4mpfung der hybriden Bedrohungen erfolgt jedoch in mehreren divergierenden Politikfeldern, die eigene gesetzliche Grundlagen und damit auch Entscheidungsmechanismen haben. Auch liegt die nationale Sicherheit weiterhin in der Verantwortung der Nationalstaaten, aber viele der hybriden Bedrohungen, mit denen diese konfrontiert sind, erfordern eine koordinierte Reaktion, was die Notwendigkeit eines supranationales Lagebilds aufzeigt. Hier sind \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen von besonderer Bedeutung, weil sie nicht eingestuft oder klassifiziert sind und somit zwischen Organisationen, Institutionen und Staaten ausgetauscht werden k\u00f6nnen. Ein intra-organisationales, inter-organisationales und multinationales Lagebild zu hybriden Bedrohungen sollte deshalb m\u00f6glichst von einer Vielzahl von nationalen und supranationalen Beh\u00f6rden und Agenturen genutzt werden. Jede dieser Beh\u00f6rden und Agenturen kann dann ihre eigene Perspektive und ihre eigenen Erkenntnisse einbringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_e028b29a09c54ac9b341ab30446cd1fe~mv2.png\" alt=\"Erste Visualisierung eines digitalen Lagebildes \u201eHybrid Threat\u201c, das auf der Taxonomie des Hybrid CoE und der KI-gest\u00fctzten Auswertung von \u00f6ffentlichen Informationen beruht.\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Traversals Analytics and Intelligence GmbH. Erste Visualisierung eines digitalen Lagebildes \u201eHybrid Threat\u201c, das auf der Taxonomie des Hybrid CoE und der KI-gest\u00fctzten Auswertung von \u00f6ffentlichen Informationen beruht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-elm0o\">Der Faktor Zeit ist bei der Verbreitung von Informationen von entscheidender Bedeutung. Informationen zu Lagever\u00e4nderungen m\u00fcssen in Echtzeit geteilt werden, weshalb sie auf technische Unterst\u00fctzung angewiesen sind; dies wiederum bringt neue Sicherheitsrisiken mit sich und macht es erforderlich, die Verschl\u00fcsselung und Sicherung der Kommunikation zu gew\u00e4hrleisten. Eine solche Echtzeit-Plattform w\u00fcrde den Austausch von \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen im Allgemeinen stark f\u00f6rdern und das Lagebewusstsein f\u00fcr hybride Bedrohungen im Besonderen verbessern.[32] Dies erfordert jedoch eine kulturellen Wandel in vielen Beh\u00f6rden und den organisatorischen und gesetzgeberischen Willen zum Informationsaustausch.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-13td8\" class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ajfgb\">Die NATO und der Westen m\u00fcssen ein noch tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr hybride Bedrohungen und deren Konsequenzen generieren und eine einheitliche Strategie entwickeln, um dieser gro\u00dfen Herausforderung f\u00fcr die europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur und die gesamte Weltordnung tats\u00e4chlich zu begegnen. Die technischen M\u00f6glichkeiten des <em>Zeitalters der Transparenz <\/em>k\u00f6nnen dabei einen entscheidenden Mehrwert liefern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9feea\">Es wurde hier ein Ansatz vorgestellt, der auf einem theoretischen Konzept des Hybrid-CoE und einer angepassten technischen Unterst\u00fctzung von OSINT durch KI und maschinellen Lernens basiert, um hybride Bedrohungen zu erkennen und in einem digitalen Lagebild darzustellen. Wenn KI-gest\u00fctzte Systeme wie automatische \u00dcbersetzung, Geokodierung und NER auf konzeptionelle \u00dcberlegungen zu hybriden Bedrohungen angewendet werden, w\u00fcrde dies zu einer verbesserten Fr\u00fchwarnung f\u00fcr ein erh\u00f6htes Situationsbewusstsein beitragen und den Entscheidungsprozess deutlich unterst\u00fctzen, auch wenn nicht alle hybriden Aktivit\u00e4ten mit Sicherheit erkannt und ihre Urheber identifiziert werden k\u00f6nnen. In Gro\u00dfbritannien wird dies mit dem <em>Hybrid Activity Monitoring Tool <\/em>schon umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-sd98\">Weitere Forschung und vor allem Datenerhebung im Bereich der hybriden Bedrohungen, die mit anderen sicherheitspolitisch relevanten Bereichen wie Propaganda Awareness, Narrative Recognition oder Krisenfr\u00fcherkennung korrelieren, kann entscheidend dazu beitragen Licht in die <em>Grey Zone<\/em> zwischen Krieg und Frieden zu bringen. Die Technologie kann jedoch nur als Hilfsmittel im Rahmen umfassenderer Bem\u00fchungen zur zeitgem\u00e4\u00dfen sicherheitsrelevanten Erfassung und Analyse dienen, um die Herausforderungen hybrider Bedrohungen zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Wenn KI-gest\u00fctzte Systeme auf konzeptionelle \u00dcberlegungen zu hybriden Bedrohungen angewendet werden, w\u00fcrde dies zu einer verbesserten Fr\u00fchwarnung f\u00fcr ein erh\u00f6htes Situationsbewusstsein beitragen und den Entscheidungsprozess deutlich unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f425m\">Weiterhin wird die Daten- und Informationsfusion aus anderen Aufkl\u00e4rungsmethoden wie HUMINT, SIGINT und IMINT ben\u00f6tigt sowie ausgebildete Analysten gebraucht, die unteranderem Strukturierte Analysetechniken (SAT) und die Fusion von Erkenntnissen dieser anderen Informationsquellen beherrschen. Eine weitere Einschr\u00e4nkung ist, dass private Unternehmen wahrscheinlich \u00fcber umfassendere Daten \u00fcber staatlich gesponserte Akteure verf\u00fcgen, diese aber nicht ver\u00f6ffentlichen, um Gesch\u00e4ftsgeheimnisse zu sch\u00fctzen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen einige \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen vage oder unvollst\u00e4ndig sein, so dass es schwierig ist, hybride Bedrohungen zu best\u00e4tigen, f\u00fcr die nur Daten aus einer einzigen Quelle verf\u00fcgbar sind. Dennoch ist es h\u00f6chste Zeit, mit der Umsetzung der konzeptionellen Ideen in die Praxis zu beginnen, um ein digitales Lagebild hybrider Bedrohungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4k1c5\">Dr. <u>Dirk Kolb<\/u> ist CEO und Gr\u00fcnder der Traversals Analytics and Intelligence GmbH, das sich auf die KI-gest\u00fctzte Analyse \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Informationen sowie sozialer Medien in Hinblick auf Konflikt\u00fcberwachung und Katastrophenhilfe spezialisiert hat. Er verf\u00fcgt \u00fcber 15 Jahre Erfahrung in der zivilen Funksignalaufkl\u00e4rung (SIGINT) und promovierte an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg in Computer Science.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ebvmo\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/philipp-starz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>Philipp Starz<\/u><\/a> ist Senior Business Development Manager bei Traversals und bringt seine eigene milit\u00e4rische Einsatzerfahrungen aus Bundeswehr-Missionen im Kosovo und Irak mit. Er studierte Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Regensburg (B.A.), Internationale Beziehungen an der Technischen Universit\u00e4t Dresden und der Ko\u00e7-Universit\u00e4t Istanbul (M.A.), Civil-Military Interaction an der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t Hamburg (M.A.) und Geschichte (M.A.) an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3ssd\">Oberst (GS) <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/s%C3%B6nke-marahrens-0265166\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>S\u00f6nke Marahrens<\/u><\/a> ist Direktor der Community of Interest f\u00fcr Strategie und Verteidigung am Europ\u00e4ischen Kompetenzzentrum f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung hybrider Bedrohungen in Helsinki, Finnland. Er ist Berufsoffizier der Luftwaffe und war zuvor Forschungsleiter f\u00fcr Strategie und Streitkr\u00e4fte am Deutschen Institut f\u00fcr Verteidigungs- und Strategische Studien in Hamburg. Neben einem Diplom in Informatik besitzt er einen Master-Abschluss des Royal Military College in Kingston, Kanada, und einen weiteren der Universit\u00e4t der Bundeswehr in Hamburg. Er wurde mit der NATO in Bosnien und im Kosovo eingesetzt und diente 2020 als Bereichsleiter Transition im HQ Resolute Support in Kabul, Afghanistan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d5f0g\">Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die der Autoren.<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p id=\"viewer-5c2bq\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[1] Patrick Cullen, \u201dHybrid threats as a new \u2018wicked problem\u2019 for early warning,\u201c <em>Hybrid CoE Strategic Analysis<\/em>, Nr. 8, 2.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8902k\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[2] Sean P. Larkin, \u201cThe Age of Transparency: International Relations Without Secrets,\u201d Foreign Affairs, 95 (3): 136-146.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3voa3\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[3] E. H. F. Donkersloot, \u201cHybrid threats from the East: The Gerasimov doctrine and intelligence challenges for NATO,\u201c <em>Militaire Spectator<\/em>, 186 (9): 391\u2013403, 2.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-f5v6q\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[4] Piret Pernik, \u201cHacking for Influence: Cyber Attacks Are Key to Russian Information Warfare,\u201c <em>Per Concordiam &#8211; Journal of European Security and Defense Issues<\/em>, 10 (1): 46\u201351, 50.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dt0r2\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[5] Eitvydas Bajar\u016bnas, \u201cAddressing Hybrid Threats: Priorities for the EU in 2020 and Beyond,\u201c European View, 19 (1): 62\u201370, 67.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-45qj0\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[6] Sebastiaan Reitjens, \u201cA Warning System for Hybrid Threats \u2013 Is It Possible?,\u201c <em>Hybrid CoE Strategic Analysis<\/em>, Nr. 22, 3.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dsup4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[7] Jake Harrington and Riley McCabe, \u201cDetect and Understand: Modernizing Intelligence for the Gray Zone,\u201c CSIS Brief, 2.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1hsc1\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[8] Sean Monaghan, Patrick Cullen and Njord Wegge, \u201cCountering Hybrid Warfare: A Multinational Capability Development Campaign project,\u201c 30.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-fpvh6\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[9] \u201eFAQ: Joint Framework on Countering Hybrid Threats,\u201c European Commission, 2016, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/it\/MEMO_16_1250\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/it\/MEMO_16_1250<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-78grb\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[10] \u201eEU-HYBNET \u2013 Empowering a Pan-European Network to Counter Hybrid Threats,\u201c 2020, Euhybnet.Eu, 2020, <a href=\"https:\/\/euhybnet.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/euhybnet.eu\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-24g5v\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[11] Sean Monaghan, \u201cCountering Hybrid Warfare: So What for the Joint Force?,\u201c <em>PRISM<\/em> 8 (2): 83\u201398, 90.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8vlpv\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[12] Peter C. Gruters, and Katherine T. Gruters, \u201cPublicly available information: Modernizing defense open source intelligence,\u201c <em>Special operations journal<\/em>, 4 (1): 97\u2013102, 98.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dtkg4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[13] Paul B. Symon and Arzan Tarapore, \u201cDefense Intelligence Analysis in the Age of Big Data,\u201c <em>Joint Forces Quarterly<\/em>, 2015, 5.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-fuebp\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[14] &#8222;Bellingcat Auf Deutsch,\u201c Bellingcat, M\u00e4rz 08, 2014, <a href=\"https:\/\/de.bellingcat.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.bellingcat.com\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3eiv6\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[15] Michael S. Baker, Deon V. Canyon, Sebastian Kevany and Jacob Baker, \u201cImproving Pandemic Response with Military Tools: Using Enhanced Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance,\u201c <em>Disaster Medicine and Public Health Preparedness<\/em>, 1\u20136 und Rose Bernard, G. Bowsher, C. Milner, P. Boyle, P. Patel und R. Sullivan, \u201cIntelligence and Global Health: Assessing the Role of Open Source and Social Media Intelligence Analysis in Infectious Disease Outbreaks,\u201c <em>Journal of Public Health<\/em>, 26 (5): 509\u201314.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4kq1n\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[16] Christopher Eldridge, Christopher Hobbs und Matthew Moran, \u201cFusing algorithms and analysts: open-source intelligence in the age of \u2018Big Data\u2019,\u201c <em>Intelligence &amp; National Security<\/em>, 33 (3): 391\u2013406, 9.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1asg4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[17] Sebastiaan Reitjens, \u201cA Warning System for Hybrid Threats \u2013 Is It Possible?,\u201c <em>Hybrid CoE Strategic Analysis<\/em>, Nr. 22, 5.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3iolc\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[18] A-F Rutkowski und C. Saunders, <em>Emotional and Cognitive Overload: The Dark Side of Information Technology<\/em>, (Oxon: Routledge).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-5445m\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[19] Damien Van Puyvelde, Stephen Coulthart und M. Shahriar Hossain, \u201cBeyond the buzzword: big data and national security decision-making,\u201c <em>International affairs<\/em>, 93 (6): 1397\u20131416.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-5qob6\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[20] Riccardo Ghioni, Mariarosaria Taddeo und Luciano Floridi, \u201cOpen Source Intelligence and AI: A Systematic Review of the GELSI Literature,\u201c <em>AI &amp; Society<\/em>, 1\u201316, 1.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8um9l\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[21] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3m993\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[22] John A. Gentry, \u201cCyber Intelligence: Strategic Warning Is Possible,\u201c <em>International Journal of Intelligence and Counterintelligence<\/em>, 1\u201326, 15.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7f99b\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[23] E. H. F. Donkersloot, \u201cHybrid threats from the East: The Gerasimov doctrine and intelligence challenges for NATO,\u201c <em>Militaire Spectator<\/em>, 186 (9): 391\u2013403, 396.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8ojhn\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[24] Ibid., 397.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-oq9d\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[25] Sebastiaan Reitjens, \u201cA Warning System for Hybrid Threats \u2013 Is It Possible?,\u201c <em>Hybrid CoE Strategic Analysis<\/em>, Nr. 22, 4.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7u2nl\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[26] G. Giannopoulos, H. Smith und M. Theocharidou, \u201cThe Landscape of Hybrid Threats: A Conceptual Model Public Version,\u201c 2020, <a href=\"https:\/\/euhybnet.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Conceptual-Framework-Hybrid-Threats-HCoE-JRC.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/euhybnet.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Conceptual-Framework-Hybrid-Threats-HCoE-JRC.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-c2unj\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[27] Cynthia M. Grabo, <em>Handbook of warning intelligence<\/em>, (Lanham: Rowman &amp; Littlefield), 27.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-aviku\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[28] Njord Wegge und Thorsten Wetzling, \u201cCountering hybrid threats through signals intelligence and big data analysis?,\u201c In: <em>Intelligence Relations in the 21st Century<\/em>, 69\u201388, (Cham: Springer International Publishing), 70.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-b1kah\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[29] James M. Davitch, \u201cOpen Sources for the Information Age: Or How I Learned to Stop Worrying and Love Unclassified Data,\u201c <em>Joint Force Quarterly<\/em>,87 (4): 18\u201325, 22.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-cm1h9\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[30] James M. Davitch, \u201cOpen Sources for the Information Age: Or How I Learned to Stop Worrying and Love Unclassified Data,\u201c <em>Joint Force Quarterly<\/em>,87 (4): 18\u201325, 22.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-bnjch\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[31] Sean Monaghan, \u201cCountering Hybrid Warfare: So What for the Joint Force?,\u201c <em>PRISM<\/em>, 8 (2): 83\u201398, 90.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-d620n\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[32] Dick Zandee, Sico van der Meer und Ad\u00e1ja Stoetman, \u201cCountering hybrid threats: Steps for improving EU-NATO cooperation,\u201c Netherlands Institute of International Relations \u2018Clingendael\u2019, 28.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: Hybride Bedrohungen stellen mittlerweile eine echte Gefahr f\u00fcr westliche Demokratien dar und gehen \u00fcber den milit\u00e4rischen Multi-Domain-Ansatz weit hinaus. 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