{"id":1504,"date":"2023-08-28T10:00:00","date_gmt":"2023-08-28T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=1504"},"modified":"2025-10-30T19:45:08","modified_gmt":"2025-10-30T18:45:08","slug":"inklusion-streitkrafte-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/inklusion-streitkrafte-1\/","title":{"rendered":"Inklusion und Streitkr\u00e4fte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract:<\/strong> Inklusion ist ein schwieriges Thema in der Zivilgesellschaft. Oft werden Gehandicapte exkludiert. Nichtsdestotrotz hat eine Studie der Bundeswehr aus dem Jahre 2017 festgestellt, dass die Inklusion gerade in den deutschen Streitkr\u00e4ften besser gelingt als im restlichen gesellschaftlichen Spektrum. Wie steht es um die Inklusionsfrage in der Bundeswehr und im gesellschaftlichen Prozess?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f571t\"><strong>Problemdarstellung: <\/strong>Wie ist eine bessere Inklusion m\u00f6glich und welches Beispiel gibt hierf\u00fcr die Bundeswehr?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2qaon\"><strong>Was nun?: <\/strong>Der Arbeitsmarkt, die Politik, aber auch andere gesellschaftliche Bereiche sollten von den Herangehensweisen der Bundeswehr beim Thema Inklusion lernen. Die Gesellschaft m\u00fcsste durch Politik und Medien h\u00e4ufiger auf die Herausforderungen von gehandicapten Menschen sensibilisiert werden. Gehandicapte m\u00fcssen mehr auf ihre Selbstst\u00e4ndigkeit, die mit der Selbstbestimmung korreliert, trainiert werden, um resilienter gegen\u00fcber ihrer Umwelt werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_ecc29ef00e8f4497a71d106d990d046a~mv2.jpg\" alt=\"Symbol f\u00fcr eine bessere Integration. Hand dreht W\u00fcrfel und \u00e4ndert das deutsche Wort &quot;Exklusion&quot; (Ausschluss) in &quot;Inklusion&quot; (Inklusion).\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: shutterstock.com\/FrankHH<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-mto8\" class=\"wp-block-heading\">Ein inklusive Gesellschaft?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7ijtg\">\u201eSchau auf deinen Behindertenausweis, dann wei\u00dft du, was Sache ist.\u201c Dies sagte mir eine Person vor mehr als 15 Jahren, als ich gerade mein Erststudium in Politikwissenschaft, Neuerer Geschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte beendet hatte. Heute hat sich daran nicht viel ge\u00e4ndert. Ich wollte vor Kurzem eine Nordlandkreuzfahrt machen. Ich wurde abgewiesen, weil es keine rollstuhlgerechten Kabinen mehr gibt. Behinderte d\u00fcrfen scheinbar bei ihrer Urlaubsgestaltung, wie auf dem Arbeitsmarkt auch, nur bestimmte Dinge des Lebens erlangen. Dies zeigt sich auch in einem Gespr\u00e4ch, das ich k\u00fcrzlich f\u00fchrte. In diesem sagte man mir, ich sei f\u00fcr bestimmte ausgeschriebene Stellen nicht qualifiziert. Einen Vortrag aber k\u00f6nne ich halten; daf\u00fcr sei ich scheinbar qualifiziert genug.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Behinderte d\u00fcrfen scheinbar bei ihrer Urlaubsgestaltung, wie auf dem Arbeitsmarkt auch, nur bestimmte Dinge des Lebens erlangen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7brfe\">Es gibt auch positive Erkenntnisse. So hat mir die Bundeswehr pr\u00e4gende Eigenschaften vermittelt, die mir in meinem Leben mit Handicap durchaus mehr als nur n\u00fctzlich sind. Sie waren f\u00fcr mich in der Folge lebenswichtig. Vor allem das Trainieren der Belastbarkeit, Durchhaltef\u00e4higkeit in jedweder Situation, Flexibilit\u00e4t trotz Einschr\u00e4nkung, das Durchbei\u00dfen \u2013 auch wenn es schmerzt \u2013 verdanke ich vielen Offizieren der Bundeswehr. Aber auch meinem jetzigen Arbeitgeber und der Leitung dieses Arbeitgebers verdanke ich, dass sie mich in ihrem Team anerkennend aufgenommen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-abl8c\" class=\"wp-block-heading\">Inklusion, Integration und Separation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-age9c\">Inklusion bedeutet in ihrer gesamten Breite nicht nur, dass man beispielsweise Kinder mit einem Handicap in der Schule eingliedern soll. Es bedeutet vielmehr, jeden Menschen in seinem individuellen Sein vollumf\u00e4nglich am Leben, auch mit den Herausforderungen des Lebens, teilhaben zu lassen.[1] Dies setzt nicht nur die Gleichberechtigung voraus, sondern auch den absoluten Willen zur Selbstbestimmung, unabh\u00e4ngig von den seitens der Gesellschaft gesetzten Erwartungen an das individuelle Sein des Normalzustandes wie beispielsweise der kulturellen oder sozialen Gegebenheiten. Dabei muss auch klar sein, dass wenn man bestimmte Identifikationsindikatoren herauspickt, man zumeist gehandicapte Menschen per se aus der Gesellschaft ausschlie\u00dft. Ohne Inklusion sind die Termini Gleichberechtigung, Teilhabe und Empowerment gar nicht zu erfassen. Seit Jahren schon wir darauf gedrungen, diese Faktoren der Inklusion zu einer Repr\u00e4sentationsfrage f\u00fcr Menschen mit einem Handicap zu machen.[2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-455cb\">Inklusion ist derzeit im breiten sozialen Spektrum nicht umgesetzt. Es ist sogar eher von einer Exklusion auszugehen, also von Ausschluss oder gar Ausgrenzung. Es gibt auch noch die Vorgehensweisen der Separation und Integration. Diese einzelnen sozialen prozessualen Konzepte m\u00fcssen auseinandergehalten werden. Wenn es beispielsweise Kinder mit einem Handicap gibt, welche nicht in die Regelschulen kommen, ist davon auszugehen, dass sie unter das Diktum der Separation fallen. Es werden quasi Sonderr\u00e4ume geschaffen, welche von au\u00dfen kaum durchdrungen werden k\u00f6nnen. Weiters k\u00f6nnen diejenigen, welche sich in solch einem Segregationsraum befinden, sich fast nicht mit ihrer \u00e4u\u00dferen Umwelt auseinandersetzen, weil sie von dieser abgekapselt sind.[3] Dasselbe gilt selbstverst\u00e4ndlich auch umgekehrt. Denn die Individuen im allgemeinen sozialen Umfeld haben so gut wie keine Ber\u00fchrungspunkte mit jenen, die in einem anderen System leben. Die Separation ist also ein Teil der Exklusion. Sie trifft keineswegs nur auf den Bereich der Schulbildung zu. Man hat inzwischen bestimmte Prozesse gew\u00e4hlt, um dem integrativ entgegenzuwirken, so dass Kinder mit Behinderung Regelschulen besuchen k\u00f6nnen. Es ist allerdings festzuhalten, dass bei der Integration, egal welcher benachteiligten Gruppe, Gehandicapte in einer Regelschule sich dem bestehenden System anpassen m\u00fcssen.[4]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Individuen im allgemeinen sozialen Umfeld haben so gut wie keine Ber\u00fchrungspunkte mit jenen, die in einem anderen System leben. Die Separation ist also ein Teil der Exklusion.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5v89a\">Bei der Inklusion sieht der Ansatz definitorisch schon viel differenzierter aus, denn hier muss sich die Systematik des Zusammenlebens an die Individualit\u00e4t des Einzelnen anpassen \u2013 und zwar in seiner Selbstbestimmtheit, vor allem in seiner gesamten Breite der Gleichberechtigung. Es werden die klar erkennbaren Unterschiede jedes Einzelnen nicht ignoriert, sondern absichtlich erfasst und mit in das gesellschaftliche System involviert.[5] Dies w\u00fcrde im Falle der Schulbildung bedeuten, dass das Schulsystem sich an den Bed\u00fcrfnissen des Individuums ausrichten sollte. Dies ist jedoch zu hinterfragen, denn Selbstbestimmung ist auch verbunden mit der Kraft des Willens, selbstbestimmt zu sein. Es gilt auch die Durchsetzungsf\u00e4higkeit zu entwickeln, um die notwendige Anerkennung f\u00fcr die Herausforderungen des Alltags zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-apmmg\" class=\"wp-block-heading\">Die Wesentlichkeit der UN-BRK<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b6fnc\">Die UN-Behindertenkonvention (UN-BRK) hat dementsprechend festgelegt, dass jeder Mensch mit einem Handicap in vollem Umfang die Menschenrechte und Freiheiten f\u00fcr alle Menschen erh\u00e4lt und jene, die ein Handicap haben, m\u00fcssen gef\u00f6rdert werden sowie gesch\u00fctzt auf der Grundlage der einem innewohnenden W\u00fcrde.[6] Dabei ist der Begriff der Behinderung klar definiert: Darunter fallen Personen, die l\u00e4ngerfristig, k\u00f6rperlich, seelisch, geistig oder sinnesm\u00e4\u00dfig beeintr\u00e4chtigt sind und welche aufgrund der verschiedenen H\u00fcrden, die damit verbunden sind, an der gleichberechtigten Teilhabe in der jeweiligen Gesellschaft, in der sie leben, gehindert werden.[7]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6cv7o\">2008 trat die UN-BRK in Kraft. Sie unterstreicht dabei nicht nur das Fundament der allgemeinen Grundrechte, sondern sie umrei\u00dft auch, an welchen Parametern und Richtlinien man sich zu orientieren hat, um die Lebensm\u00f6glichkeiten von Menschen mit einem Handicap zu verbessern. In der englischen Fassung der UN-BRK wurde der Begriff \u201e<em>inclusion<\/em>\u201c verwendet, vor allem, wenn es um Zugang zu Justiz, Bildung, Gesundheit und Wahlrecht geht.[8] Leider wurde bei der deutschen \u00dcbersetzung nicht der Begriff <em>Inklusion<\/em> verwendet, sondern der Begriff <em>Integration<\/em>, was die tiefen Probleme und vor allem die Trennung zwischen Inklusion und Integration in vielerlei Hinsicht versch\u00e4rft.[9] Die Grundrechte von Menschen mit Behinderungen wurden schon in verschiedenen juristischen Manifestationen garantiert, beispielsweise durch die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und der Erkl\u00e4rung der Rechte f\u00fcr behinderte Menschen, national durch das Grundgesetz.[10] Die Signaturstaaten haben sich verpflichtet, die in der Konvention vereinbarten Richtlinien in nationales Recht zu \u00fcberf\u00fchren. Weiters wird hierdurch ein anderes Verst\u00e4ndnis von Behinderung geschaffen, und zwar als Basis eines anderen menschenrechtlichen Modells. Durch die Exklusion werden die Beeintr\u00e4chtigungen nicht nur verstetigt, sondern die Rechte des Einzelnen auch noch vorenthalten. Der Staat jedoch, wie auch die Zivilgesellschaft, sind verpflichtet, die Menschenrechte zu achten und Diskriminierung sowie Benachteiligung zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>2008 trat die UN-BRK in Kraft. Sie unterstreicht dabei nicht nur das Fundament der allgemeinen Grundrechte, sondern sie umrei\u00dft auch, an welchen Parametern und Richtlinien man sich zu orientieren hat, um die Lebensm\u00f6glichkeiten von Menschen mit einem Handicap zu verbessern.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-59l2s\" class=\"wp-block-heading\">Formen der Diskriminierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1ctpp\">Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes f\u00fchrte 2020 an, dass Behinderung der h\u00e4ufigste Diskriminierungsgrund war, an zweiter und dritter Stelle standen die ethnische Herkunft und das Geschlecht.[11] Dasselbe statistische Aufkommen sah man 2021. 2022 lag Behinderung als Diskriminierungsgrund an zweiter Stelle, hinter dem Grund der ethnischen Herkunft und vor dem des Geschlechts. Weshalb Menschen mit einem Handicap diskriminiert werden, hat mehrfache Gr\u00fcnde. Behinderung ist eine Abweichung von der Norm des \u201eGesundseins\u201c. Sie ist daher aus medizinischer Sicht eine biologische Funktionseinschr\u00e4nkung.[12] Dass es auch heute noch zur Exklusion kommt, zeigen eben die geschaffenen Sender\u00e4ume, F\u00f6rderschulen, Behindertenwerkst\u00e4tten und Wohnheime f\u00fcr gehandicapte Menschen. Sie sind die Fundamente der Separierung von der normalen Gesellschaft. Alleine die medizinische Sichtweise zeigt das Ungleichgewicht im strukturellen Sinne hin zur Bevormundung sowie Diskriminierung.[13]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-kpvn\">Hieraus resultiert die Theorie: Menschen mit einem Handicap sind komplett hilflos, brauchen Mitleid und m\u00fcssen sogar gepflegt werden. Das f\u00fchrt allerdings makabrerweise auch zu der Auffassung, dass Personen aus dem autistischen Umfeld aufgrund der h\u00e4ufigen Nicht-Sichtbarkeit der Einschr\u00e4nkung als keinesfalls gehandicapt angesehen werden, weil das Handicap gar nicht sichtbar ist.[14]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4jeud\">Es ist nicht sinnvoll, jemand als \u201ebehindert\u201c zu bezeichnen, weil dies nur und ausschlie\u00dflich auf seine Einschr\u00e4nkungen abhebt und damit auch in gewissem Ma\u00dfe eine intolerante Perspektive bedingt.[15] Anders als bei Heilerziehungspflegern ist nach sozialwissenschaftlicher Auffassung der Begriff Behinderung eher negativ besetzt. Man geht dabei eben sprachlich schon davon aus, dass Eingeschr\u00e4nkte zu bestimmten Vorgehensweisen erzogen werden m\u00fcssen. Die Entwicklung soll ver\u00e4ndert, begrenzt und m\u00f6glicherweise gar p\u00e4dagogisch beeinflusst werden. Eine Einschr\u00e4nkung aber, die zeitlich unbegrenzt ist, kann nicht geheilt und im \u00dcbrigen auch nicht p\u00e4dagogisch beeinflusst werden.[16] Der zu Unterst\u00fctzende sollte doch immer der Handelnde bleiben, der bestimmt, ob er Hilfe ben\u00f6tigt oder eben nicht. Es erscheint zumeist so, dass diejenigen, die einem Gehandicapten helfen, ein Gef\u00fchl der Selbstbefriedigung erhalten, weil sie den Glauben hegen, sie h\u00e4tten einer hilflosen Person geholfen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Eine Einschr\u00e4nkung aber, die zeitlich unbegrenzt ist, kann nicht geheilt und im \u00dcbrigen auch nicht p\u00e4dagogisch beeinflusst werden.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9cn9d\">Die Sprache zeigt, wo wir da teilweise stehen: Der Behinderte ist \u201ean den Rollstuhl gefesselt\u201c, obwohl er sich teilweise noch selbstst\u00e4ndig zu bewegen vermag. Es geht hierbei um die Sensibilisierung von sprachlicher Anwendung, ob in den Medien, in der Arbeitswelt oder im Alltag, denn hiermit f\u00e4ngt der Umgang mit dem Begriff von Behinderung und Einschr\u00e4nkungen an. Man m\u00fcsste im Grunde genommen von der Perspektive des Betroffenen her denken, denn jede dieser Betroffenenperspektiven unterscheidet sich im Wesentlichen je nach Grad und Schwere einer Einschr\u00e4nkung von Individuum zu Individuum. Dies bedeutet zumeist, dass diese mit der g\u00e4ngigen Betrachtungsweise gar nicht konform ist, weil die Perspektiven individuell sind.[17]<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-dmeor\" class=\"wp-block-heading\">Der Begriff \u201eAbleismus\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3qpca\">Der Begriff des Ableismus setzt sich zusammen aus <em>able<\/em> (f\u00e4hig) und der deutschen Nachsilbe \u201eismus\u201c, die auf ein geschlossenes Denkmuster hinweist.[18] Also geht man aus diesem Ableitungsbegriff davon aus, dass ein Individuum eine bestimmte F\u00e4higkeit hat.[19] Dies erscheint nicht nur behindertenfeindlich im weitesten Sinne. Es ist nur das Abbild von dem, was die Herabw\u00fcrdigung des\/der Gehandicapten darstellt. Sowohl die Abwertung als auch die Aufwertung k\u00f6nnen ableistisch sein. Es geht hierbei um die allgemeine Erwartungshaltung, um Dogmen und Normvorstellungen, denen man blindlings zivilgesellschaftlich folgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2ks0g\">Der internalisierte Ableismus zeigt sich darin, dass manche Personen mit einem Handicap sich kaum trauen, in die Gesellschaft zu gehen, weil sie sich selbst als \u201eLast\u201c empfinden. Eine Haltung, die dazu f\u00fchren kann, dass Eingeschr\u00e4nkte noch eingeschr\u00e4nkter, vielleicht sogar nicht gesellschaftsf\u00e4hig werden.[20] Eine andere Form des internalisierten Ableismus ist, dass man au\u00dfergew\u00f6hnlich viel leisten m\u00fcsse, um \u00fcberhaupt mit den \u201eGesunden\u201c mithalten zu k\u00f6nnen. Das f\u00fchrt zum Teil dazu, dass Gehandicapte manchmal trotz 40 Grad Fieber zur Arbeit gehen, weil sie bef\u00fcrchten, als weniger leistungsf\u00e4hig angesehen zu werden.[21] Dies bedeutet Unterdr\u00fcckung gegen sich selbst, um nicht machtlos zu erscheinen, denn die Gruppe, die im Glauben lebt, unf\u00e4hig zu sein, ist quasi der Gruppe untergeordnet, die eher f\u00e4hig zu sein scheint. Dieser Grundsatz diskriminierender Natur ist nicht nur gef\u00e4hrlich. Er ist die Basis des Ableismus. Es ist daher ganz offensichtlich, dass Inklusion nur m\u00f6glich erscheint, wenn Gleichberechtigung \u2013 und damit Teilhabe \u2013 ohne Unterscheidung im Background initiiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5jha5\">Was macht der Ableismus mit jemandem, der gehandicapt ist? Neben den k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen, die ohnehin eine gro\u00dfe geistige wie physische Flexibilit\u00e4t verlangen und sehr belastend sind, erdr\u00fcckt eine:n Gehandicapte:n zumeist auch der internalisierte Ableismus sogar mehr als die physischen Flexibilit\u00e4tsanforderungen. Er wirkt wie das Fehlen einer Dame auf dem Schachbrett, das die Bewegung zum Schachmatt des Gegners fast unm\u00f6glich erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5u34g\">Diese Abw\u00e4gung von sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Lagen f\u00fchrt bei vielen Eingeschr\u00e4nkten, die nicht mit unterschiedlichen Lageph\u00e4nomenen vertraut sind und sich nicht schnell und flexibel physisch und vor allem psychisch darauf einzustellen verm\u00f6gen, zu einem Disability-Burn-out. H\u00e4ufig herrscht der Eindruck unter vielen Gehandicapten vor, man h\u00e4tte zu wenig Ressourcen, um \u00fcberhaupt den Alltag bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, und dies \u00fcber mehrere Dekaden hinweg. Solche Lebensgefechte sind stressig, der Sprit, die Nahrung, das Material schneller aufgebraucht und verschlissen, aber man hat keine Wahl, man muss stehen. Die Verteidigungslinien sind schwer zu \u00fcberwinden im Alltag, seien es kaputte Lifte an den Bahnh\u00f6fen, komplizierte Sprache bei geistig Eingeschr\u00e4nkten oder eben der\/die ableistische Schaffner:in. \u00c4hnlich ist die Verletzungstheorie: In einem Gefecht kann man durchaus verwundet werden. Es gibt verschiedene Kategorien von Verwundungen: leichte Verwundungen, mittelschwere Verwundungen, t\u00f6dliche Verwundungen. Leichte Verwundungen bedingen, dass man m\u00f6glicherweise danach weiterk\u00e4mpfen kann. Vielleicht eingeschr\u00e4nkter, aber man kann weiter in der operativ-taktischen Stellung einen Beitrag leisten, und sei es nur durch das Verteilen von Munition an die Mitk\u00e4mpfer:innen. Aber jeder Mensch und Soldat hat eine gewisse Schwelle, wo man keine Verwundungen mehr tragen kann, es tritt dann die Ersch\u00f6pfung ein. Die meisten Soldaten beispielsweise der Grande Arm\u00e9e Napoleons I. im Russlandfeldzug 1812 starben nicht in den Schlachten von Smolensk oder Borodino, obwohl diese die blutigste Schlacht der Napoleonischen Kriege darstellte; sie starben durch Ersch\u00f6pfung auf dem R\u00fcckweg in ihre Heimat.[22]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>H\u00e4ufig herrscht der Eindruck unter vielen Gehandicapten vor, man h\u00e4tte zu wenig Ressourcen, um \u00fcberhaupt den Alltag bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, und dies \u00fcber mehrere Dekaden hinweg.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4iu14\">Bestimmte Verwundungen k\u00f6nnen so belastend sein, dass sie traumatisierende Wirkungen entfalten k\u00f6nnen und so gut wie nicht mehr behoben werden k\u00f6nnen, auch nach Ende eines Kampfes; eine geradezu vernichtende Wirkung auf das Individuum.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-fqms\" class=\"wp-block-heading\">Formen der Gewalt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-31sej\">So ist es auch keinesfalls verwunderlich, dass durchaus auch Gewalt gegen Gehandicapte ausge\u00fcbt werden kann. Diese Gewalt liegt in der Gesellschaft, selbst in den staatlichen Strukturen. Der Sozialpsychologe Franco Basaglia schrieb bereits 1978, dass die \u00dcberlegenheitshierarchie dazu f\u00fchrt, dass man die Unterlegenen sogar dazu bringt, ihre Unterlegenheit zu akzeptieren und sich dem Schicksal hinzugeben. Man nennt dies in der Fachliteratur \u201eBefriedungsverbrechen\u201c.[23]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9u756\">Damit stellt sich die Frage: Wer wird eigentlich von der Exklusion einer gesamten Gruppe von Personen gesch\u00fctzt? Sind es diejenigen, die eingeschr\u00e4nkt sind, oder diejenigen, die sich mit den Einschr\u00e4nkungen aus verschiedenen Perspektiven genauer auseinandersetzen m\u00fcssten? Die bestehende Ordnung wird also dadurch herausgefordert, dass Inklusion erfordert, andere strukturelle Bedingungen zu schaffen, die nat\u00fcrlich zu Reibungspunkten durch die Ver\u00e4nderungsanforderungen f\u00fchren \u2013 gegen welche sich die bestehende Ordnung wehrt. Dies f\u00fchrt dann zumeist zu struktureller Gewalt. Man muss allerdings hinzuf\u00fcgen, dass sich diese kritische Betrachtungsweise nicht gegen bestimmte Personen und ihre Gesinnung richtet, sondern gegen die ordnungsbedingten Prozesse, die zu bestimmten Handlungsweisen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Inklusion erfordert, andere strukturelle Bedingungen zu schaffen, die nat\u00fcrlich zu Reibungspunkten durch die Ver\u00e4nderungsanforderungen f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-8gukl\" class=\"wp-block-heading\">Inklusion in der Bundeswehr<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-337m9\">Der Forschungsbericht zur Inklusion in der Bundeswehr aus dem Jahre 2017 des Zentrums f\u00fcr Milit\u00e4rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) zeigt eines auf: Die Streitkr\u00e4fte haben einen anderen, positiveren Blick auf das Thema \u201eMenschen mit Behinderungen\/\/Einschr\u00e4nkungen\u201c. Die Einschr\u00e4nkungen, die Besch\u00e4ftigte der Bundeswehr laut der Studie mit sich bringen, sind im beruflichen Umfeld bekannt. Die meisten haben k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen, n\u00e4mlich 52%. Die inneren Erkrankungen belaufen sich auf 41% und sogar psychische Erkrankungen sind in den Streitkr\u00e4ften mit 15% inkludiert. Das ist nicht nur beachtlich, es zeigt, dass die Bundeswehr Gehandicapte als einen Teil des beruflichen Seins versteht und eben nicht exkludiert. Vor allem der Anteil der psychischen Einschr\u00e4nkungen bei Soldat:innen, im Vergleich zu den zivilen Mitarbeiter:innen, n\u00e4mlich 23% zu 14%, zeigt, dass der Zusammenhalt in den Streitkr\u00e4ften gr\u00f6\u00dfer ist. Der Wille, mit den Menschen verantwortlicher umzugehen, ist hier scheinbar h\u00f6her bewertet als in anderen Teilen der Berufswelt und auch der Zivilgesellschaft. Allerdings wird auch hier von den Gehandicapten eine Verbesserung der Ma\u00dfnahmen im Bereich Infrastruktur, bei den Arbeitsbedingungen, der Bewusstseinsbildung, was das Thema Einschr\u00e4nkungen anbelangt, und auch bei der Chancengleichheit gew\u00fcnscht, was ebenfalls deutlich macht, dass der Prozess auch bei der Bundeswehr noch keinen Abschluss gefunden hat.[24] Interessant bei der Studie des ZMSBw ist zugleich, dass bei 77% der nicht-eingeschr\u00e4nkten Angeh\u00f6rigen der Bundeswehr und bei 78% der gehandicapten Angeh\u00f6rigen der Streitkr\u00e4fte der Begriff der Inklusion schon einmal wahrgenommen wurde, sowie der Begriff der Barrierefreiheit bei fast allen Angeh\u00f6rigen (97% der Nichtbehinderten und bei 95% der Gehandicapten) bekannt ist und das diese auch eine klare Vorstellung von diesen Termini haben.[25] 54% der Nicht-Gehandicapten in den Streitkr\u00e4ften nehmen die behinderten Kamerad:innen sowie Mitarbeiter:innen wahr. Damit geht auch ein gewisser Respekt und Anerkennung einher.[26] Interessant erscheint jedoch die Tatsache, dass deutlich weniger Nicht-Gehandicapte mit Gehandicapten gearbeitet haben, n\u00e4mlich 45%. Nur 33% haben lediglich auf derselben Abteilungsebene mit Gehandicapten zu tun gehabt.[27]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>54% der Nicht-Gehandicapten in den Streitkr\u00e4ften nehmen die behinderten Kamerad:innen sowie Mitarbeiter:innen wahr. Damit geht auch ein gewisser Respekt und Anerkennung einher.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8n3s9\">Es ist genauso festzuhalten, dass auch in der Bundeswehr 67% der Gehandicapten untereinander eher im Arbeitsbereich miteinander zu tun haben. Die Zusammenarbeit wird in kameradschaftlicher Form sehr positiv aufgefasst. Bei den Nichtbehinderten liegt die Prozentzahl bei 78%, bei den Menschen mit Einschr\u00e4nkungen bei 74%. Genauso geben beide Seiten an, dass die Arbeit mit Gehandicapten keinen negativen Einfluss auf das Arbeitsumfeld der Bundeswehr hat.[28] Es ist sogar durch die Studie belegt, dass Behinderte in der Bundeswehr eher die Arbeitsplatzsituation positiver bewerten als ihre nichtbehinderten Kameraden und sich dennoch mehr Aufstiegschancen, Wertsch\u00e4tzung und Offenheit bei den Vorgesetzten w\u00fcnschen. Kaum jemand f\u00fchlt sich von anderen Kameraden als Gehandicapte:r respektlos behandelt, eher belastend sind die widrigen Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise st\u00e4ndiger Zeitdruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e0h0d\">Zwei Drittel der Gehandicapten f\u00fchlen sich zudem entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt. Dies ist ein sehr interessanter und zugleich bemerkenswerter Aspekt, der im zivilen allt\u00e4glichen Umfeld so gut wie kaum gegeben ist. Die Einsch\u00e4tzung bei Nichtbehinderten, dass Gehandicapte gute Aufstiegschancen bei der Bundeswehr h\u00e4tten (60% sind dieser Meinung), tr\u00fcgt allerdings, denn die Gehandicapten sehen eher das genaue Gegenteil von dem. Bei Soldat:innen liegt der Prozentsatz hier bei 68% mit Handicap, im zivilen Umfeld der Bundeswehr bei 43%.[29] Jedoch sind beide Seiten der Auffassung, dass keine:r eine schlechtere Beurteilung wegen eines Handicaps erh\u00e4lt. Auch dies ist sehr bemerkenswert. Man ist beiderseits der Meinung, dass man in der Bundeswehr eine bessere Gleichbehandlung und Aufstiegschancen habe als im Rest der Gesellschaft. Dieser Umstand ist bedeutsam. Der Zusammenhalt in der Bundeswehr basiert auf Kameradschaft, Kollegialit\u00e4t und Leistung. Das sind Faktoren, die im gesellschaftlichen Prozess insgesamt kaum noch vorherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-19nha\">Jedoch wird auch sichtbar, dass nicht jede:r die Inklusionsvorschrift bei der Dienstpostenausschreibung positiv bewertet: 66% positiv bei Gehandicapten, nur 38% bei nichtbehinderten Angeh\u00f6rigen der Streitkr\u00e4fte. Bedenken gibt es auf beiden Seiten. Zum einen haben die Behinderten Angst vor Verlust des Respekts und der Akzeptanz und bei den Nichtbehinderten hat man Angst vor eigenen Nachteilen. Daher sind auch alle Angeh\u00f6rige der Bundeswehr der Ansicht, dass das Thema Inklusion nicht so einfach umzusetzen ist und daher st\u00e4rkerer Anstrengungen bed\u00fcrfe. 80% der Eingeschr\u00e4nkten und 68% der Nichtbehinderten w\u00fcrden dennoch einen Gehandicapten bei der Anstellungssuche in der Bundeswehr weiterempfehlen. Auch das ist mehr als beachtlich. Zugleich geben gerade mal 10% der Nichtbehinderten und 19% der Behinderten an, etwas von der UN-BRK geh\u00f6rt zu haben. Deshalb sch\u00e4tzen auch der Gro\u00dfteil der Angeh\u00f6rigen der Streitkr\u00e4fte die Bewusstseinsbildung zum Thema Behinderung als sehr wichtig ein. Nur 27% der Schwerbehinderten in der Bundeswehr sind nur teilweise zufrieden und nur 36% sogar unzufrieden; eine geringe Zahl, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, wie das zivile gesellschaftliche Umfeld im Alltag Behinderten begegnet.[30]<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-371uo\" class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ab2tr\">Es wurde im Laufe der Analyse des Terminus <em>Internalisierter Ableismus<\/em> deutlich, wo die Gesellschaft in Fragen der Inklusion steht. Die st\u00e4ndige Kurbel der Angst, \u201eschlechter zu sein als andere\u201c, oder umgekehrt zugleich eine gesellschaftlich strukturierte Belastung darzustellen, belastet viele Gehandicapte nicht nur. Sie ergeben sich zum Teil ihrem Schicksal und vollziehen damit auch eine gewisse \u201eKapitulation\u201c vor sich selbst und den gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie werden dadurch zumeist noch eingeschr\u00e4nkter und im schlimmsten aller F\u00e4lle gehen sie daran zugrunde. Viele erleben mit Handicap den Druck der Unterlegenheit. Die Verwundungen sind zu schmerzhaft, um j\u00e4hrlich alles ertragen zu k\u00f6nnen, vor allem, wenn man eben nicht auf Belastbarkeit und Flexibilit\u00e4t trainiert wurde, wie es die Bundeswehr gemeinhin tut.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die st\u00e4ndige Kurbel der Angst, \u201eschlechter zu sein als andere\u201c, oder umgekehrt zugleich eine gesellschaftlich strukturierte Belastung darzustellen, belastet viele Gehandicapte nicht nur. Viele erleben mit Handicap den Druck der Unterlegenheit.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e0130\">Deswegen sind auch wenige Besch\u00e4ftigte mit Handicap in der Bundeswehr unzufrieden. Sie werden nicht nur in der Gemeinschaft des Arbeitgebers Bundeswehr aufgenommen. Sie gelten dort als Kamerad:innen, Kolleg:innen. Und sie werden trainiert auf die Belastungen, nicht nur arbeitstechnisch, sondern allgemein hinsichtlich des Lebens in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6ilpd\">Ilya Zarrouk, Jahrgang 1981, studierte Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Politikwissenschaft in Mannheim, Heidelberg und Tunis. Zarrouk ist seit 2013 Dozent an verschiedenen Abendakademien im Rhein-Neckar-Raum, wo er zu sicherheitspolitischen und milit\u00e4rpolitischen Fragen referiert. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors.<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p id=\"viewer-ep7qu\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[1] Was ist Inklusion (<a href=\"https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion<\/a>); Ra\u00fal Aguayo-Krauthausen, <em>Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden<\/em>, (Hamburg 2023), 15\/16.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-9ohps\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[2] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-b622\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[3] Astrid Erll, Maroin Gymnich, <em>Interkulturelle Kompetenzen. Erfolgreich kommunizieren zwischen den Kulturen<\/em>, (Stuttgart 2010), 10-12.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-deag6\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[4] Ra\u00fal Aguayo-Krauthausen, <em>Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden<\/em>, (Hamburg 2023), 16-18.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-cgemo\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[5] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-d6r6f\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[6] UN-BKR: Der Behindrtenbeauftragte, <a href=\"https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1ujd4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[7] Inklusion als gesellschaftliche Teilhabe, 14.06.21, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-e817o\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[8] UN-BKR: Der Behindrtenbeauftragte, <a href=\"https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dfvk4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[9] Ra\u00fal Aguayo-Krauthausen, <em>Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden<\/em>, (Hamburg 2023), 16-18.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8s3el\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[10] UN-BKR: Der Behindrtenbeauftragte, <a href=\"https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7dpbc\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[11] Ra\u00fal Aguayo-Krauthausen, <em>Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden<\/em>, (Hamburg 2023), 21-23.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-9cmgq\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[12] Idem.; ] Inklusion als gesellschaftliche Teilhabe, 14.06.21, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3ffl\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[13] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-764ad\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[14] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-2oa32\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[15] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8evu\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[16] ] Inklusion als gesellschaftliche Teilhabe, 14.06.21, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/inklusion-teilhabe\/behinderungen\/521026\/behinderung-was-ist-das-eigentlich<\/a>\/<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-6tjra\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[17] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4ioo6\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[18] \u201cWas ist Ableismus,\u201d 13.08.23, <a href=\"https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion\/ableismus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion\/ableismus<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-d662p\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[19] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4m5dh\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[20] \u201cWas ist Ableismus,\u201d 13.08.23, <a href=\"https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion\/ableismus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.aktion-mensch.de\/dafuer-stehen-wir\/was-ist-inklusion\/ableismus<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-ah7g0\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[21] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-ej72c\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[22] Adam Zamoyski, <em>1812: Napoleons Feldzug in Russland<\/em>, (M\u00fcnchen 2012), 25-27.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-2u0ru\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[23] Franco Basaglia, <em>Die negierte Institution oder die Gemeinschaft der Ausgeschlossenen<\/em>, (1978), 30-34.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-71vc3\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[24] Meike Wanner, Angelika D\u00f6rfler-Dierken, Markus Thurau, Inklusion in der Bundeswehr, (Forschungsbericht 127, Dezember 2020), 8-14.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4nblm\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[25] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8hmrn\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[26] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-cbqi0\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[27] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7d70m\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[28] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1bckt\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[29] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-6qeem\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[30] Idem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: Inklusion ist ein schwieriges Thema in der Zivilgesellschaft. Oft werden Gehandicapte exkludiert. Nichtsdestotrotz hat eine Studie der Bundeswehr aus dem Jahre 2017 festgestellt, dass die Inklusion gerade in den deutschen Streitkr\u00e4ften besser gelingt als im restlichen gesellschaftlichen Spektrum. Wie steht es um die Inklusionsfrage in der Bundeswehr und im gesellschaftlichen Prozess? 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