{"id":1720,"date":"2021-01-14T23:00:00","date_gmt":"2021-01-14T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=1720"},"modified":"2025-10-30T19:45:49","modified_gmt":"2025-10-30T18:45:49","slug":"paschinjan-armenien-nagorno-karabakh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/paschinjan-armenien-nagorno-karabakh\/","title":{"rendered":"Der Fall Paschinjan(s) und der zweite Krieg um Nagorno-Karabakh"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract:<\/strong> Ende September 2020 kam es zum zweiten Nagorno-Karabakh-Krieg. In den 44 Tage anhaltenden Gefechten gelang es aserbaidschanischen Streitkr\u00e4ften mit t\u00fcrkischer sowie syrischer Unterst\u00fctzung, weite Teile der selbsternannten Republik Nagorno-Karabakh zur\u00fcckzuerobern. Nach der Eroberung armenischer Siedlungsgebiete kam und kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen von Seiten Aserbaidschans. Dieser Krieg hatte jedoch eine Vorgeschichte. Mit der Wahl Nikol Paschinjans im Jahre 2018 zum Premierminister Armeniens keimte erneut Hoffnung auf, dass es zu einer Einigung zwischen Armenien und Aserbaidschan kommt. Paschinjans \u00c4u\u00dferungen und Taten, die sich oftmals widersprachen, sein ambivalentes Verh\u00e4ltnis gegen\u00fcber Russland, traditionellerweise die Schutzmacht Armeniens, sowie seine Ouvert\u00fcre dem Westen gegen\u00fcber, f\u00fchrten dazu, dass er Armenien in die politische Isolation f\u00fchrte. Gepaart mit milit\u00e4rischer Hybris und politischer Starrk\u00f6pfigkeit, war der Krieg gegen die hochger\u00fcstete Armee Aserbaidschans kaum zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-elu9h\"><strong>Bottom-line-up-front:<\/strong> Das Zusammenspiel von Innenpolitik und Au\u00dfenpolitik, vor allem in geopolitisch spannungsgeladenen Regionen, erfordert Kongruenz. \u00c4u\u00dferungen m\u00fcssen vorsichtig getroffen werden und langfristige, nachhaltige Allianzen gepflegt werden. Weiters haben eigene Positionen und Forderungen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3fa5d\"><strong>Problemdarstellung:<\/strong> Eine Region wird und ein Konflikt im Vorhof Europas wurde wenig beachtet. Wie kann ein Krieg ohne Kenntnis der Historie verstanden werden und wie beeinflussen Geschichte und Gegenwart Armeniens Optionen nach der Niederlage?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6esjf\"><strong>Was nun?: <\/strong>Armenien steht nun ein schmerzhafter Prozess der Selbstbetrachtung bevor. Alte Gewohnheiten, Verfahren und politische Ausrichtungen m\u00fcssen auf den Pr\u00fcfstand kommen. Durch eine st\u00e4rkere Einbindung der Diaspora, einer wirtschaftlichen \u00d6ffnung der T\u00fcrkei gegen\u00fcber sowie der konsequenten Weiterf\u00fchrung von innenpolitischen Reformen, k\u00f6nnte Armenien sich positiv aus dieser Krise entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8arvd\">Aserbaidschan wird versuchen mit siegestrunkener Rhetorik die Schw\u00e4chen und Sollbruchstellen des Aliyew-Regimes zu \u00fcbert\u00fcnchen. Auf lange Sicht steht Aserbaidschan durch ein Einbrechen des Erd\u00f6lpreises und das Ende des Erd\u00f6l-Zeitalters, ein kleptokratisches, menschenverachtendes Regime, einen st\u00e4rkerer t\u00fcrkischen Einfluss in Politik, Wirtschaft und Milit\u00e4r sowie die Pr\u00e4senz von russischen Truppen vor gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen als Armenien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_c2610d7a8968492c837392d1cbdcf476~mv2.jpg\" alt=\"Holy Savior Cathedral in Shushi\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Martin Trabalik\/Shutterstock.com<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-booa6\">\u201eWas ist passiert, Pashinjan?\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1auqg\">So h\u00f6hnte der aserbaidschanische Staatspr\u00e4sident Ilham Aliyew der Kamera entgegen, nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens zwischen Armenien, Aserbaidschan sowie Russland. \u201eDein Name erscheint in diesem Abkommen nicht. Was ist passiert mit deiner Autonomie? Sie ist hinfort! Solange ich Pr\u00e4sident Aserbaidschans bin, wird es niemals eine Autonomie geben\u201c[1], so Aliyew weiter. \u200b \u201eNe oldu Paschinjan\u201c? Was ist passiert, Paschinjan? Viele stellen sich diese Frage seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens vom 9. November 2020. Wenige stellten sich diese Frage jedoch seit der Revolution im Mai des Jahres 2018, als es Nikol Paschinjan gelang das verkrustete Regime in Armenien aufzubrechen und Premierminister zu werden. Die Handlungen und Reden, die Paschinjan in seinen zweieinhalb Jahren als Ministerpr\u00e4sident t\u00e4tigte, sollten entscheidend daf\u00fcr sein, dass sich Aserbaidschan f\u00fcr einen Waffengang entschloss und Russland sich in vornehmer Zur\u00fcckhaltung \u00fcbte. \u200b Durch seine erratischen und oftmals widerspr\u00fcchlichen Aussagen sowie seine politische Unerfahrenheit fand Nikol Paschinjan Anfang November 2020 nur mehr Platz zwischen allen St\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Ohne internationale Verb\u00fcndete, einer zutiefst entt\u00e4uschten armenischen Diaspora und einer feindlich gesinnten Opposition ist sein Schicksaal nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens ungewiss.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f9bar\">Von Teilen der Opposition, Karabakh-Armeniern und politischen Kommentatoren wird eine \u201eDolchsto\u00dflegende\u201c heraufbeschw\u00f6rt und Nikol Paschinjan als alleinig Schuldiger identifiziert. \u200b Dieser Essay wird auf die Rolle Nikol Paschinjans fokussieren. Zus\u00e4tzlich werden zuk\u00fcnftige Szenarien durchgedacht, wie sich die geopolitische Lage im S\u00fcdkaukasus in naher Zukunft entwickeln k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-2pbuu\">Die Region Nagorno-Karabakh<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_7ea189e5379f4185933b0da9fe9408f5~mv2.jpg\" alt=\"map Armenia - Azerbaijan\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Volina\/Shutterstock.com<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9qshv\">27. September 2020. Eine Offensive der aserbaidschanischen Streitkr\u00e4fte, mit Unterst\u00fctzung t\u00fcrkischer Spezialkr\u00e4ften und syrischen S\u00f6ldner[2], nimmt ihren Anfang. Ein ideal gew\u00e4hlter Zeitraum; die Welt\u00f6ffentlichkeit ist mit der Covid-Pandemie sowie den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in den USA besch\u00e4ftigt. Erkl\u00e4rtes Ziel der Offensive: die Wiederherstellung aserbaidschanischer Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber das Gebiet der selbsternannten, von der Internationalen Gemeinschaft nicht anerkannten Republik Nagorno-Karabakh.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-17f2e\">44 Tage sp\u00e4ter stehen aserbaidschanische Truppen in der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Nagorno-Karabakhs, Shushi (aserbaischanisch: Shusha), die sich nur wenige Kilometer von der Hauptstadt der selbsternannten Republik Stepanakert entfernt befindet. Der Krieg ist vorbei. Shushi gleicht einer Geisterstadt, die Kathedrale Ghazanchetsots ist teilweise zerst\u00f6rt und die armenische Bev\u00f6lkerung hat die Flucht ergriffen. \u200b Nicht nur der Zustand Shushis \u00e4hnelt dem des Jahres 1920, sondern gleicherma\u00dfen auch jener der geopolitischen Realit\u00e4ten. Im November 1920 wurde Armenien nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen ein Bestandteil der Sowjetunion.[3] Hundert Jahre sp\u00e4ter verlegen etwa 2000 russische Soldaten \u00fcber Armenien nach Nagorno-Karabakh. Erstmals seit dem Ende der Sowjetunion befinden sich regul\u00e4re russische Einheiten im S\u00fcdkaukasus (Abchasien und S\u00fcdossetien ausgenommen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-91m4m\">Nachdem der S\u00fcdkaukasus 1920\/1921 der Sowjetunion einverleibt wurde, gewann auch die Frage der zuk\u00fcnftigen Stellung der Region, sp\u00e4ter Nagorno-Karabakh, an Relevanz. Mehrheitlich von Armeniern bewohnt, ist die gebirgige Region von Kurden sowie Azeris umgeben. Im Juli 1921 wurde Nagorno-Karabakh durch das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der armenischen Sowjetrepublik zugesprochen. Nach Einspruch aus Baku wurde die Entscheidung revidiert und die Region blieb als autonome Region bei der aserbaidschanischen Sowjetrepublik.[4] Stalins Rolle, seinerzeit Volkskommissar f\u00fcr Nationalit\u00e4tenfragen, ist bis zum heutigen Tage unklar. Von armenischer Seite wird oft behauptet, Stalin wollte mit jener Entscheidung das klassische Spiel des \u201edivide et impera\u201c im S\u00fcdkaukasus exerzieren. Aserbaidschan, andererseits, argumentiert, dass der Verbleib eine wirtschaftliche Notwendigkeit war. Der renommierte britische Kaukasus-Experte Thomas de Waal beschrieb Stalin einst als: \u201e1\/3 proletarischer Internationalist, 1\/3 Kaukasier sowie 1\/3 Russe\u201c. Denken und Handeln wurden somit durch Erfahrung und Ideologie gepr\u00e4gt. Bis nun zum Untergang der Sowjetunion sollte dieser gerade einmal 4.400 km2 gro\u00dfe Landstrich als autonome Region in der aserbaidschanischen Sowjetrepublik verbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c0l0u\">Mit dem sich anbahnenden Zerfall der Sowjetunion kam es von 1988 bis 1994 zu einem blutigen Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan. Nagorno-Karabakhs sowie sieben aserbaidschanischen Distrikte wurden durch armenische Truppen erobert. \u00dcber weite Strecken der Geschichte lebten Armenier und Azeris dort friedlich Seite an Seite und verf\u00fcgen auf Grund einer geteilten Geschichte \u00fcber eine Anzahl an kulturellen Gemeinsamkeiten.[5] Einer der Gr\u00fcnde jedoch, warum sich in den 1980er Jahren in Armenien eine nationale Bewegung formierte, die den Zusammenschluss mit Karabakh forderte, war die Demographie Karabakhs. Der Anteil der armenischen Bev\u00f6lkerung nahm dort seit den 1920er Jahren von fast 90% der Bev\u00f6lkerung auf rund 75% 1989 ab. Weiters wurde Karabakh wirtschaftlich von Baku aus kaum beachtet.[6]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-792u6\">Die Ouvert\u00fcre eines Krieges<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bv3ce\">Nikol Paschinjan ist nicht der erste Politiker des Kaukasus, der \u00fcber die Statusfrage Nagorno-Karabkahs in Schwierigkeiten geraten ist. Der erste Pr\u00e4sident des unabh\u00e4ngigen Armeniens, Levon Ter-Petrosian, der erste Staatspr\u00e4sident des unabh\u00e4ngigen Aserbaidschans, Ayaz Mutalibow sowie dessen Nachnachfolger, Abulfaz Elchibey; sie alle st\u00fcrzten \u00fcber die ungekl\u00e4rte Statusfrage Nagorno-Karabakhs. Zu Fall gebracht wurden diese Politiker im Moment, als sie sich entweder verhandlungstechnisch auf die Gegenseite zubewegten oder milit\u00e4rische Niederlagen erfuhren. \u200b 1997 wurde von der OSZE Minsk-Gruppe, gegr\u00fcndet 1992, um eine friedliche L\u00f6sung zwischen den Konfliktparteien zu erreichen und bestehend aus Russland, Frankreich sowie den USA, ein Friedensvorschlag vorgelegt. Armenische Truppen sollten sich aus den besetzten Gebieten zur\u00fcckziehen und Nagorno-Karabakh entmilitarisiert werden.[7] Der armenische Pr\u00e4sident Ter-Petrosian zeigte sich aufgrund der katastrophalen \u00f6konomischen Lage Armeniens dem Vorschlag empf\u00e4nglich. Auch aus Baku kamen wohlwollende Reaktionen. Torpediert wurde der Vorschlag von den Karabakh-Armeniern, die einerseits nicht nur den Vorschlag der Minsk-Gruppe ablehnten, sondern auch Ter-Petrosians R\u00fcckzug erzwangen. Dessen Nachfolger wurde Robert Kotscharian, ein Armenier aus Karabakh. Zwischen Heydar Alijew, dem Nachfolger Elchibeys, und Robert Kotscharian (die beide aus der jeweiligen Peripherie ihres Landes kommen: Kotscharian aus Karabakh und Aliyew aus der Enklave Nachitschewan), gelang es abseits der politischen auch eine pers\u00f6nliche und emotionale Beziehung aufzubauen. Bei Verhandlungen im Jahre 2001 in Key West kam man einem Friedensvertrag nahe. Es wird kolportiert, dass sich Aliyew einverstanden erkl\u00e4rte, dass Nagorno-Karabakh Teil Armeniens w\u00fcrde. Im Gegenzug dazu sollte es eine Stra\u00dfen- und Bahnverbindung von Aserbaidschan in die Enklave Nachitschwan geben sowie die R\u00fcckkehr von aserbaidschanischen Fl\u00fcchtlingen nach Shusha erlaubt werden.[8] Verhaltener Widerstand regte sich in Jerewan. \u200b<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bv3ce\">Diesmal war es aber die Elite Bakus, die sich gegen das Abkommen aussprach, vor allem wegen Heydar Aliyews Verbalradikalismus, sprach der doch noch wenige Monate vor den Verhandlungen in Key West davon, Nouruz, das Neujahrsfest, in einem Jahr in Khankendi (aserbaidschanischer Name Stepanakerts) zu feiern. Dieser krasse Unterschied in \u00f6ffentlicher und interner Kommunikation war f\u00fcr die aserbaidschanische Elite nicht hinnehmbar. Ebenso wie Heydar Aliyew sollte auch Nikola Paschinjan durch einen doppeldeutigen Verbalradikalismus Freund und Feind verwirren. \u200b Heydar Aliyew starb 2003 und wurde von seinem Sohn Ilham beerbt. In Jerewan verblieben die Karabkah-Armenier bis 2018 an der Macht. Zuerst in der Person Robert Kotscharians, dem sein ehemaliger Kampfgef\u00e4hrte aus dem Nagorno-Karabakh-Krieg, Sersch Sargsjan, folgte. Die Karabakh-Armenier sahen wenig Grund f\u00fcr Verhandlungen, da sie f\u00fcr sich das Maximum an Territorium in Karabkah sowie sich politischen und wirtschaftlichen Einfluss in Jerewan gesichert hatten. Ilham Aliyew im Gegenzug, weder mit dem Charisma, noch dem Geschick und Intellekt seines Vaters ausgestattet, musste eine harte Vorgangsweise gegen\u00fcber Stepanakert und Jerewan an den Tag legen, um die Unterst\u00fctzung der aserbaidschanischen Elite f\u00fcr sich zu gewinnen. \u200b<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bv3ce\">Bis zur Revolution 2018, bei der es Nikol Paschinjan gelang das korrupte Regime der Karabakh-Armenier in Jerewan zu entmachten, kam es nur zu halbherzigen Verhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Von seiner Amtseinf\u00fchrung als Premierminister Armeniens bis zum zweiten Nagorno-Karabakh-Krieg verf\u00fcgte Paschinjan mit 84% Zustimmung (Juni 2020) im Volk \u00fcber die wahrscheinlich h\u00f6chsten Zustimmungswerte eines demokratisch gew\u00e4hlten Politikers.[9] Paschinjan, Journalist im Zivilberuf, wurde 2012 zum ersten Mal in das armenische Parlament gew\u00e4hlt. 2015 gr\u00fcndete er seine eigene Partei, die bei den Wahlen 2017 antrat und in einem Wahlb\u00fcndnis neun Sitze erobern konnte. W\u00e4hrend seiner Zeit als Abgeordneter des armenischen Parlaments fiel Paschinjan mit russlandkritischen Aussagen auf. 2013 stimmte er gegen den Beitritt Armeniens zur Eurasischen Wirtschaftsunion und kritisierte die Mitgliedschaft Armeniens in der russisch gef\u00fchrten Union, da eine Mitgliedschaft Armenien wirtschaftlich und politisch einschr\u00e4nkte.[10] Nachdem sich der armenische Pr\u00e4sident Sersch Sargsjan, entgegen fr\u00fcherer Aussagen, nach den Wahlen 2017 zum Ministerpr\u00e4sidenten w\u00e4hlen lie\u00df, kam es 2018 zu massiven Protesten gegen Sargsjan. Anf\u00fchrer dieser Proteste wurde Nikol Paschinjan.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>\u00dcber Nacht mutierte dieser zum Hoffnungstr\u00e4ger vieler Armenier, die es leid waren in einem korrupten, nepotistischen Staat zu leben und oftmals nur die Emigration als Ausweg blieb.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6va49\">Paschinjan wurde im Mai 2018 vom armenischen Parlament zum Premierminister gew\u00e4hlt. Bei Neuwahlen im Oktober 2018 erhielt seine Partei mehr als 2\/3 aller Stimmen. \u200b Nach seiner Wahl zum Premierminister &#8211; der Kreml hatte die Bef\u00fcrchtung, dass es sich hierbei um eine weitere \u201eFarbenrevolution\u201c handelte &#8211; gab sich Paschinjan konziliant und gab an, dass es zu keiner gr\u00f6\u00dferen Ver\u00e4nderung der armenischen Au\u00dfenpolitik k\u00e4me. Armenien sollte Teil der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie des von Moskau gef\u00fchrten internationalem Milit\u00e4rb\u00fcndnis \u201eOrganisation des Vertrags \u00fcber die kollektive Sicherheit\u201c (OVKS) bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6va49\">Armenien wird von Russland als strategischer Partner erachtet und ist ein B\u00fcndnispartner, mit dem gegenseitige Beistandspflicht besteht.[11] Andererseits wertete der Kreml die Festnahmen des ehemaligen armenischen Pr\u00e4sidenten Robert Kotscharian sowie des ehemaligen armenischen Generalstabchefs Yuri Khatchaturow im Zuge einer Anti-Korruptions-Kampagne als feindseligen Akt. Kotscharian war w\u00e4hrend seiner Zeit als Pr\u00e4sident ein verl\u00e4sslicher Partner Russlands und Khatchaturow war nicht nur Generalstabschef Armeniens, sondern auch der Generalsekret\u00e4r der OVKS. Beide Herren unterhielten enge Wirtschaftsverbindungen nach Moskau. \u200b Das erste direkte Aufeinandertreffen von Paschinjan und Aliyew fand Ende September 2018 am Rande eines Gipfeltreffens der Gemeinschaft unabh\u00e4ngiger Staaten in Duschanbe statt. Man einigte sich darauf Spannungen abzubauen sowie einen direkten Kommunikationsdraht zwischen Jerewan und Baku einzurichten.[12] Nach dem Treffen verblieben beide Seiten skeptisch, dennoch wurde das Treffen als Fortschritt gewertet. Ende M\u00e4rz 2019 kam es in Wien zu einem offiziellen Treffen der beiden Staatsm\u00e4nner, organisiert von der OSZE Minsk-Gruppe. Erneut sollten Spannungen reduziert und der beidseitig existierenden Verbalradikalismus einged\u00e4mmt werden.[13] Im Sommer 2019 unternahm Nikol Paschinjan einen Besuch in Nagorno-Karabakh. Nach einem unauff\u00e4lligen Arbeitsbesuch im M\u00e4rz 2019 wurde die Visite im August 2019 zu einem regelrechten \u201eEvent\u201c. Paschinjan hielt eine feurige Rede vor tausenden Zuh\u00f6rern in Stepanakert, wo er festhielt, dass Arzach ein Teil Armeniens sei. Ebenso animierte er die Zuh\u00f6rer mit \u201eMiatsum\u201c- (\u201eVereinigung\u201c) Parolen. Nicht nur in Baku kritisierte man die Aussagen Paschinjans, sondern auch Moskau verurteilte diese Inszenierung. Von aserbaidschanischer Seite wurde Paschinjans Karabakh-Politik als zu radikal gewertet. Es sei nicht mehr m\u00f6glich f\u00fcr Aserbaidschan eine friedliche L\u00f6sung des Karabakh-Konflikts herbeizuf\u00fchren, so die aserbaidschanische Nachrichten-Seite Haqqin.[14] Im Feber 2020 kam es zu einem direkten Aufeinandertreffen von Paschinjan und Aliyew bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz.[15] Offene Abneigung sowie das Fehlen einer Gespr\u00e4chs- und Arbeitsbasis traten dort vollkommen zu Tage. Mit 27. September 2020 folgte der Waffengang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-cfcph\">Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-27ahv\">\u00dcber Jahre hinweg verf\u00fcgte Aserbaidschan \u00fcber sprudelnde Einnahmen aus dem Verkauf von Erd\u00f6l und Gas. Das aserbaidschanische BIP \u00fcbertraf das von Armenien um ein Vielfaches. Des Weiteren gelang es dem aserbaidschanischen Pr\u00e4sidenten Aliyew ein langj\u00e4hriges, konstruktives Verh\u00e4ltnis zu Israel sowie der T\u00fcrkei aufzubauen. Israel wurde Aserbaidschans gr\u00f6\u00dfter Waffenexporteur und verhalf Aserbaidschan zu einer der modernsten und bestausger\u00fcsteten Armeen in der Region.[16]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cg4qv\">Nebst milit\u00e4rischer Hardware aus israelischer, russischer oder t\u00fcrkischer Produktion waren vor allem die stark ansteigenden t\u00fcrkisch-aserbaidschanischen Milit\u00e4r\u00fcbungen &#8211; sieben im Jahr 2013 und 13 im Jahre 2019 \u2013 verantwortlich f\u00fcr eine stetige Professionalisierung der aserbaidschanischen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>W\u00e4hrend Baku seine Streitkr\u00e4fte modernisierte und diversifizierte, setzte Armenien fast ausschlie\u00dflich auf den Erwerb russischen Ger\u00e4ts.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-562sb\">Seit dem Sieg \u00fcber Aserbaidschan im ersten Nagorno-Karabakh-Krieg befand sich Armenien in einer Art milit\u00e4rischer Hybris und vertraute darauf, dass Russland \u2013 das einen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in der armenischen Stadt Gyumri unterh\u00e4lt \u2013 durch Waffenlieferungen oder direktes Eingreifen Armenien in einer Auseinandersetzung mit Aserbaidschan unterst\u00fctzen w\u00fcrde. \u200b Beim Ausbruch des zweiten Nagorno-Karabakh-Krieges im September 2020 war schnell ersichtlich, dass Russland nicht auf der Seite Armeniens in den Krieg um Karabakh eintreten wird. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind mannigfaltig. Einerseits ist Russland mit den Ereignissen in Belarus sowie den Auswirkungen der Covid-Pandemie im eigenen Land besch\u00e4ftigt, andererseits hat Paschinjan durch sein Verhalten Russland d\u00fcpiert. Weiters kann man seit geraumer Zeit ein schwindendes Interesse von Seiten Russland am S\u00fcd-Kaukasus festmachen. Dies, verst\u00e4rkt durch ein genuines Misstrauen Paschinjan gegen\u00fcber sowie einer stetigen Entfremdung Armeniens und Russlands, f\u00fchrten zu Russlands Haltung. \u200b<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-562sb\">Die Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen Armenien, Aserbaidschan und Russland hat in Jerewan einen Schock ausgel\u00f6st. Wochenlang wurde den Armeniern von offizieller Seite erz\u00e4hlt, dass die Lage an der Front eine positive Wendung nehmen w\u00fcrde und Armenien als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen w\u00fcrde. Das dann \u00fcbersturzartig geschlossene Abkommen, bei dem nicht einmal der armenische Pr\u00e4sident involviert war, wird nun von vielen Armeniern als \u201eDolchsto\u00df\u201c gewertet. Milit\u00e4rischer sowie politischer Hybris haben die F\u00fchrung Armeniens blind und selbstgerecht werden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-562sb\">Der zweite Karabkah-Krieg d\u00fcrfte das Verh\u00e4ltnis zwischen Armenien und Aserbaidschan auf Jahre hinweg vergiftet haben. Krieg und beidseitige Menschenrechtsverletzungen haben Hass und Chauvinismus hervorgebracht. Laut dem Waffenstillstandsabkommen werden um die 2000 russische Soldaten in den armenisch kontrollierten Gebieten f\u00fcnf Jahre lang stationiert werden. Eine nochmalige f\u00fcnfj\u00e4hrigen Verl\u00e4ngerung ist m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es scheint, als ob die armenische Besiedelung von Karabkah mit einem Ablaufdatum versehen ist.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9l02e\">Offiziell fanden 2.500 armenische Soldaten den Tod und um ein Vielfaches mehr d\u00fcrften verst\u00fcmmelt worden sein oder tragen \u201enur\u201c psychische Sch\u00e4den davon. Gekoppelt mit dem massiven Vertrauensverlust in den Hoffnungstr\u00e4ger Nikol Paschinjan und der Ankunft von zehntausenden Fl\u00fcchtlingen ergibt dies eine Gesellschaft, die einem Pulverfass gleicht. Die Vorboten konnte man am Abend nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens vernehmen, als eine aufgebrachte Menge das armenische Parlament st\u00fcrmte und verw\u00fcstete. Vor allem die Ankunft armenischer Fl\u00fcchtlinge aus Karabakh k\u00f6nnte zu einer Radikalisierung der armenischen Innenpolitik f\u00fchren. Haben doch auch schon die eine Million \u201ePieds-Noirs\u201c die nach der Unabh\u00e4ngigkeit Algeriens gen Frankreich fl\u00fcchteten dort den W\u00e4hler-Grundstock des Front National gebildet. \u200b Obwohl Aserbaidschan den zweiten Nagorno-Karabakh-Krieg gewann, so stellt sich auch die Lage f\u00fcr Aserbaidschan in \u00f6konomischer und politischer Hinsicht als schwierig dar. Im Sommer 2020 wurde Baku von massiven Protesten ersch\u00fcttert. Der herrschende Aliyew-Clan reagierte mit Repression und Unterdr\u00fcckung. Mit dem Verlauf des Krieges konnte sich Ilham Aliyew Zeit erkaufen, doch, wie in Jerewan, k\u00f6nnten auch in Baku die Hardliner die \u00f6ffentliche Debatte dominieren und wie in Italien nach dem 1. Weltkrieg von einem \u201eVittoria mutilata\u201c sprechen. Sollte es Aserbaidschan nicht gelingen die Infrastruktur der eroberten Gebiete in Karabakh aufzubauen und den R\u00fcckkehrern lebenswertige Bedingungen zu bieten, etwas, das die F\u00fchrung in Baku tunlichst vermieden hat seit 1994, sowie seine Wirtschaft zu diversifizieren, k\u00f6nnte sich dies zu einer explosiven Mischung vermengen. \u200b<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9l02e\">Nikol Paschinjan trat als Politiker an, den Einfluss Russlands in Armenien zu reduzieren. Ende 2020 scheint es, als ob Armenien ein russisches Protektorat geworden ist; ein zweites Abchasien. Ohne russischer Truppen und Moskaus Gutd\u00fcnken k\u00e4me es zu einem Exodus der verbleibenden Armenier in Karabakh. Die Lage erscheint desastr\u00f6s f\u00fcr Armenien, Lichtblicke sind kaum zu erkennen. \u200b Die T\u00fcrkei hatte bereits im Zuge des ersten Nagorno-Karabkah-Krieges seine Grenze zu Armenien geschlossen. Jetzt, da der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan milit\u00e4risch gel\u00f6st wurde, sollte Armenien ein Rapprochement an die T\u00fcrkei wagen. Jerewan kann zu einem Hub f\u00fcr Unternehmen werden, die sich in der Ostt\u00fcrkei engagieren wollen. Mit einer sehr gut ausgebildeten Bev\u00f6lkerung, besonders im IT-Bereich, und bald einer direkten Stra\u00dfenverbindung \u2013 so vorgesehen im Waffenstillstandsabkommen \u2013 zwischen Aserbaidschan und der Enklave Nachitschewan k\u00f6nnte sich die Wirtschaft in Armenien neu ausrichten und die Emigration gutausgebildeter, junger Armeniern gestoppt werden. Die Wahrscheinlichkeit dazu scheint seit dem Genozid an den Armeniern vor mehr als hundert Jahren jedoch als unwahrscheinlich. Der ermordete t\u00fcrkisch-armenische Journalist Hrant Dink sprach davon, dass die T\u00fcrkei und Armenien \u00fcber jeweils pathologische Konditionen verf\u00fcgen; die T\u00fcrkei \u00fcber die der Paranoia und Armenien \u00fcber die des Traumas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9l02e\">Eine Ann\u00e4herung an die T\u00fcrkei jedoch nicht zu versuchen w\u00fcrde Armeniens Wirtschaft schw\u00e4chen und es vollends in Russlands Orbit integrieren. \u200b Monte Melkonian, Held des ersten Karabkah-Krieges, meinte einst, dass ohne Karabakh die letzte Seite im Geschichtsbuch der Armenier geschrieben sei. Armenien steht vor gro\u00dfen Herausforderungen und die zuk\u00fcnftige Rolle Nikol Paschinjans ist ungewiss. Eines ist jedoch sicher, egal ob sich nun Armenien der T\u00fcrkei ann\u00e4hert, mit Russland eine noch engere Entente eingeht oder sich dem Westen hinwendet: den Weg, den Paschinjan politisch einschlug in puncto Korruptionsbek\u00e4mpfung, Aufbrechen von verkrusteten und nepotistischen Strukturen, muss weitergef\u00fchrt werden. Armenien kann es sich nicht leisten ein autorit\u00e4rer, chauvinistischer Staat zu werden. Derer gibt es schon genug in der Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-216j6\">Dr. Laurenz F\u00fcrst; Studium der Geschichte, Slawistik und Afrikanistik. Forschungsinteressen: Geopolitik, Konfliktentwicklung sowie Sezessionsbestrebungen auf dem Balkan, im Nahen Osten, im Kaukasus sowie in Sub-Sahara Afrika. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors. Diese m\u00fcssen nicht mit jenen des Bundesministeriums f\u00fcr Landesverteidigung \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a87sv\">[1] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tdFLgA4rYB4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tdFLgA4rYB4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bth1a\">[2]<a href=\"https:\/\/www.nybooks.com\/daily\/2020\/10\/16\/the-syrian-mercenaries-fighting-foreign-wars-for-russia-and-turkey\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u> https:\/\/www.nybooks.com\/daily\/2020\/10\/16\/the-syrian-mercenaries-fighting-foreign-wars-for-russia-and-turkey\/<\/u><\/a>. Zuletzt abgerufen: 23.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-82ums\">[3] <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/karabach-stalin-und-die-historischen-wurzeln-des-konflikts-ld.1583113\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>https:\/\/www.nzz.ch\/international\/karabach-stalin-und-die-historischen-wurzeln-des-konflikts-ld.1583113<\/u><\/a>, abgerufen am 21.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ftaml\">[4] Suha Bolukbasi, Azerbaijan: A Political History (London 2011), 42.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dbol9\">[5] Thomas De Waal, The Caucasus: An Introduction (Oxford 2010), 100.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2b76e\">[6] Charles King, Extreme Politics: Nationalism, Violence, and the End of Eastern Europe (Oxford 2010), 107.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4qkh1\">[7] Thomas De Waal, Black Garden. Armenia and Azerbaijan through Peace and War (New York 2004), 258-259.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-208q2\">[8] Ibid. 267.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4sbec\">[9] <a href=\"https:\/\/www.iri.org\/sites\/default\/files\/7.14.2020_armenia_survey_on_covid_19_response.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>https:\/\/www.iri.org\/sites\/default\/files\/7.14.2020_armenia_survey_on_covid_19_response.pdf<\/u><\/a>. Abgerufen am 28. 11. 2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-75i1g\">[10] <u>https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/europe\/armenia-picks-russian-economic-ties-but-tries-to-keep-foot-in-the-west\/2015\/01\/05\/96072414-8627-11e4-abcf-5a3d7b3b20b8_story.html<\/u>. Abgerufen am 28.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6lsjg\">[11] Andrei Zagorski, \u201eDer Bergkarabach-Konflikt aus russischer Sicht,\u201c in Der Krieg um Bergkarabach. Krisen- und Konfliktmanagement in der Kaukasus-Region, ed. Erich Reiter (Wien 2009), 114.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bui7t\">[12] Internet-Dokument:<a href=\"https:\/\/oc-media.org\/pashinyan-and-aliyev-vow-to-reduce-tensions-after-meeting-in-tajikistan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u> https:\/\/oc-media.org\/pashinyan-and-aliyev-vow-to-reduce-tensions-after-meeting-in-tajikistan\/<\/u><\/a>. Abgerufen 27.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-39ncv\">[13]<a href=\"https:\/\/eurasianet.org\/first-formal-aliyev-pashinyan-meeting-deemed-a-success\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u> https:\/\/eurasianet.org\/first-formal-aliyev-pashinyan-meeting-deemed-a-success<\/u><\/a>. Abgerufen 28.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-29a0f\">[14]<a href=\"https:\/\/eurasianet.org\/pashinyan-calls-for-unification-between-armenia-and-karabakh\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u> https:\/\/eurasianet.org\/pashinyan-calls-for-unification-between-armenia-and-karabakh<\/u><\/a>. Abgerufen 28.11.2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3njf2\">[15] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u_V2cafAhug\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u_V2cafAhug<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-berf1\">[16] <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/karabach-konflikt-israels-sonderbarer-bettgenosse-aserbaidschan-ld.1588251\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/karabach-konflikt-israels-sonderbarer-bettgenosse-aserbaidschan-ld.1588251.<\/a> Abgerufen 26.11.2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: Ende September 2020 kam es zum zweiten Nagorno-Karabakh-Krieg. 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