{"id":1750,"date":"2023-06-05T04:17:49","date_gmt":"2023-06-05T04:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=1750"},"modified":"2025-10-30T19:46:09","modified_gmt":"2025-10-30T18:46:09","slug":"resilienz-mannheim-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/resilienz-mannheim-1\/","title":{"rendered":"St\u00e4dtische Resilienz \u2013 Mannheim"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract:<\/strong> In Zeiten zunehmender geostrategischer Krisen stellt sich die Frage nach der Resilienz gerade im urbanen Raum. Anhand der Stadt Mannheim kann aufgezeigt werden, wie Resilienz im st\u00e4dtischen Umfeld strukturiert werden kann.Der Jahresbericht der nordbadischen Stadt Mannheim macht deutlich, wie man urbane R\u00e4ume f\u00fcr Krisenszenarien resilienter gestalten zu vermag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8aavq\"><strong>Problemdarstellung:<\/strong> Wie kann aus st\u00e4dtischer Sicht auf Destabilisierung reagiert werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7a016\"><strong>Was nun?:<\/strong> Es bedarf nach dem Jahresbericht 2022 noch mehr l\u00f6sungsorientierter Ans\u00e4tze f\u00fcr die Stadtentwicklung. Vor allem die Investitionen in die Bildungsinstitutionen sind das Fundament f\u00fcr gesellschaftliche Resilienz. Hierzu z\u00e4hlt auch die Vielfalt in den Bildungsinstitutionen zu st\u00e4rken, weil durch den Wissenstransfer nicht nur die Innere Sicherheit manifestiert werden kann, sondern vor allem der soziokulturelle Zusammenhalt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_1bdd8b69f1a149daa657bbbde063c9e2~mv2.png\" alt=\"Mannheim Ludwigshafen Skyline, Deutschland\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: shutterstock.com\/engel.ac<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-3hpvo\" class=\"wp-block-heading\">Strategie, Wissenschaft und Resilienz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8deem\">Moltke der \u00c4ltere stellt in einer seiner Schriften fest, dass der Terminus der Strategie niemals allgemeinen Grunds\u00e4tzen oder gar einer bestimmten Lehre unterliege.[1] Moltke kommt bei seiner Ableitung des Strategiebegriffs auf Carl von Clausewitz und sein Verst\u00e4ndnis von Strategie zu sprechen. Dieser sah Strategie als Teil des Gefechts, also als Mikroebene der gesamten Kriegsf\u00fchrung. Siegt man im Gefecht, so der Kriegstheoretiker Clausewitz, wird eine neue Sachlage geschaffen, die dann eine neue politische Grundlage bietet.[2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-15gg9\">Der Terminus \u201eStrategie\u201c ist dabei ein Teil der Wissenschaft.[3] Somit ist die Milit\u00e4rwissenschaft, die ein System aus Erkenntnissen und zugleich die Erweiterung verschiedenster Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Milit\u00e4rs darstellt, zugleich auch das Instrumentarium f\u00fcr die milit\u00e4rischen wie politischen Entscheidungstr\u00e4ger.[4] Die Entscheidungen, die getroffen werden, sind jedoch keinesfalls Teil der Milit\u00e4rwissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-97jdi\">Milit\u00e4rwissenschaft ist ein Querschnitt vieler klassischer Wissensgebiete, die auch zu neuen Strategie\u00fcberlegungen f\u00fchren kann, gerade in Zeiten zunehmender globaler und geostrategischer Unsicherheitsfaktoren. Die Frage, wie sich gerade urbane Einheiten resilienter auf solche Krisensituationen einzustellen verm\u00f6gen, ist auch eine Frage von strategischer Orientierung, also auch des milit\u00e4rwissenschaftlichen wie kommunalpolitischen Denkens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-am8g8\">Nach Moltke dem \u00c4lteren sind mit dem Terminus der Strategie nicht allgemeing\u00fcltige Lehrs\u00e4tze verbunden. Vielmehr unterliegt Strategie immer wieder neuen praktischen Werten. Sie ist daher, \u00e4hnlich der Milit\u00e4rwissenschaft, in ihrer Flexibilit\u00e4t begrifflich von wesentlicher Bedeutung, wenn es um die Resilienz-Bildung innerhalb einer Kommune geht. Eine Stadtgesellschaft muss sich immer wieder auf sich schnell (ver-)\u00e4ndernde Herausforderungen vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ckehq\">Der Begriff der Resilienz ist ein differenzierter Terminus, der in verschiedenen Wissenschaftsbereichen benutzt wird, beispielsweise der Physik, der Soziologie sowie der Medizin. In der Materialkunde bezieht er sich auf Stoffe, die auch unter extremer Verwendung wieder in ihre urspr\u00fcngliche Form zur\u00fcckkehren. Man versteht also darunter eine besondere \u201eWiderstandsf\u00e4higkeit\u201c.[5]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9cqe5\">Bezogen auf das Individuum ist Resilienz die F\u00e4higkeit, schwierige Krisen oder Katastrophen ohne st\u00e4ndige Einschr\u00e4nkungen zu \u00fcberstehen. Resilienz in Bezug auf den Klimawandel, Kriege oder Pandemien bedeutet zum Beispiel, dass der Mensch lernt, mit den Risiken und Folgen solcher globalen Krisen zu leben, sein Verhalten daran anzupassen und f\u00fcr k\u00fcnftige globale Herausforderungen vorzubeugen. Gerade Kommunen m\u00fcssen sich heute mehr denn je auf Krisen einstellen, da diese zunehmend zum Normalzustand werden und somit einzelne Politikfelder resilient(er) aufgestellt werden m\u00fcssen.[6]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Bezogen auf das Individuum ist Resilienz die F\u00e4higkeit, schwierige Krisen oder Katastrophen ohne st\u00e4ndige Einschr\u00e4nkungen zu \u00fcberstehen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-ak60i\" class=\"wp-block-heading\">Vertrauen und die Disposition der strategischen Entwicklung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-eajgs\">Die Stadt Mannheim hat auf Grundlage der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sieben strategische Ziele definiert, welche sie bis 2030 erreichen will. Interessant ist dabei, dass die Stadtverwaltung Mannheim in ihrem Jahresbericht 2022 bei der vorl\u00e4ufigen Ergebnisdarstellung zu dem Ergebnis gelangt, dass 50 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung insgesamt kein Vertrauen mehr in die Demokratie haben und nur 29 Prozent noch Vertrauen in den Staat und in die Verwaltung haben.[7] Dies liege unter anderen daran, dass die Befragten zumeist nicht davon \u00fcberzeugt seien, dass der Staat zur G\u00e4nze handlungsf\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d21qa\">Dies ist insofern ein interessanter Befund, da Hans-Ulrich Wehler 2013 bereits feststellte, dass Herrschaftsverb\u00e4nde meist durch die Systematik der Ungleichheit determiniert sind. Die Sozialstruktur an sich sei immer hierarchisch aufgebaut.[8] Somit seien die gef\u00fchlten Unterschiede innerhalb solcher Systeme anthropologisch h\u00e4ufig differenziert ausgepr\u00e4gt, aber auch unterschiedlich wahrgenommen.[9] Je st\u00e4rker ein Krisenszenario sich in einer Gesellschaft niederschl\u00e4gt, umso h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat aufgrund der Komplexit\u00e4t der Herausforderungen in Anspruch genommen wird. Viele Aufgaben der Gesellschaft k\u00f6nnen \u2013 gef\u00fchlt oder tats\u00e4chlich \u2013 nicht mehr in ausreichendem Ma\u00dfe erf\u00fcllt werden. Damit ist die M\u00f6glichkeit gegeben, dass das Vertrauen in staatliche Akteure sinkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7sr43\">In Mannheim spiegelt sich dies insofern wider, als dass 2020 noch knapp zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung Vertrauen in die urbane Politik und Verwaltung hatten. Dieser Wert sank auf 57% im Jahre 2022. Relevant ist hier auch der Informationsfluss. So f\u00fchlten sich noch 2020 56% der Mannheimer Stadtbev\u00f6lkerung gut von der st\u00e4dtischen Administration informiert. Dieser Wert sank mit 47% im Jahre 2022 auf ein historisches Tief.[10] Ist das Handeln des Staates, so Paul Kirchhof, nicht nachvollziehbar, so sinkt zumeist die Akzeptanz f\u00fcr die demokratischen Akteure und die dazugeh\u00f6rigen Institutionen.[11] Dies spiegelt sich auch in der Mannheimer Unzufriedenheit bez\u00fcglich der Beteiligung der B\u00fcrger:innen an Entscheidungsprozessen wider. 2022 waren nur 53% mit den demokratischen Beteiligungsm\u00f6glichkeiten zufrieden.[12]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Ist das Handeln des Staates, so Paul Kirchhof, nicht nachvollziehbar, so sinkt zumeist die Akzeptanz f\u00fcr die demokratischen Akteure und die dazugeh\u00f6rigen Institutionen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bm972\">Die sieben strategischen Leitziele der Stadt Mannheim wurden nicht alleine von der legislativen-kommunalen Ebene beschlossen, sondern \u2013 und dies erscheint essenziell \u2013 unter Mitwirkung von 2.500 Mitb\u00fcrger:innen, Vereinen, Unternehmen und vielf\u00e4ltigen Institutionen.[13] Carl von Clausewitz hat nicht umsonst den Strategiebegriff als Teil von Kreativit\u00e4t einzelner Elemente verstanden. Dies machte er dadurch deutlich, dass man sich bereits in Friedenszeiten auf Krisenzeiten konzentrieren sollte, damit man staatlicherseits keine gr\u00f6\u00dferen Sch\u00e4den erleidet. So sind auch die 2.500 Mitwirkenden die Basis einer kreativen Strategie, um nachhaltig die Stadtgesellschaft resilienter zu gestalten. Die nachstehenden Grafiken zum Vertrauen in die kommunalen politischen Institutionen zeigen nochmals deutlich, dass das Vertrauen gering ist. Vertrauen ist, nach Bockenf\u00f6rde, ein st\u00e4ndiger Zyklus, der immer wieder neu generiert werden muss.[14]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9e7j3\">Die Strategie dahin ist eine inklusive B\u00fcrgerkommune, wo jede:r sich an bestimmten Prozessen zu beteiligen vermag. Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, dass das Vertrauen in die kommunale Organisation dort noch mehr gesunken ist, wo die Beteiligungsformate beispielsweise durch Digitalisierungsma\u00dfnahmen eben nicht aufgefangen wurden. Dies liegt auch daran, dass nicht jeder ein digitales Endger\u00e4t besitzt oder mit solchen technischen Neuerungen umgehen kann. Die Zufriedenheit sank unter den Befragten im Jahre 2021 somit von 56% (2020) auf 49%.[15] Daraus resultiert, dass die Stadtgesellschaft weniger resilient gegen\u00fcber Gro\u00dfkrisen zu sein scheint als bisher angenommen. Bisher ging man nach Paul Kennedy und Herfried M\u00fcnkler davon aus, dass industrielle Gesellschaften resilienter seien als Agrargesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_f36c6f924b11453ca07abd0c40a734a2~mv2.png\" alt=\"Information zum Handeln der Stadtverwaltung\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Information zum Handeln der Stadtverwaltung<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_099a03e1d7c64ba6b8d0d5c7dba82842~mv2.png\" alt=\"Vertrauen in den Gemeinderat\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Vertrauen in den Gemeinderat<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-75p49\" class=\"wp-block-heading\">Das Gesamtvertrauen in der Stadtgesellschaft als Wurzel f\u00fcr Resilienz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-228sv\">W\u00e4hrend der Indikator des Vertrauens \u00fcber den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft unter den Befragten eher stabil blieb, sank das Vertrauen in die administrativen und politischen Gremien der Stadt merklich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_cb6814f42bd644b2963611f5cb17f40a~mv2.png\" alt=\"Zwischenmenschliches Vertrauen\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Zwischenmenschliches Vertrauen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8m27t\">Es ist der inklusive Raum, der zwischenmenschliches Vertrauen und damit die Integration innerhalb der Stadtgesellschaft sichtbar macht. Dies spiegelt sich letztlich auch in der Zufriedenheit im gesamten Zusammenleben der Mannheimer Stadtgesellschaft wider, welche subjektiv betrachtet bei derzeit 80% liegt.[16] Der Zusammenhalt in einer Gesellschaft ist die wesentliche Grundlage f\u00fcr eine resiliente Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-dhogu\" class=\"wp-block-heading\">Bildung als wesentlicher strategischer Entwicklungsfaktor f\u00fcr Resilienz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5sgso\">Um sich beteiligen zu k\u00f6nnen und um Vertrauen in die demokratischen Institutionen zu stabilisieren oder gar wiederzuerlangen, braucht es Teilhabem\u00f6glichkeiten und das dazugeh\u00f6rige Fundament der Bildung. Es ist in diesem Zusammenhang bedenklich, dass es in Mannheim tendenziell immer noch an einer wirklichen inklusiven Teilhabe mangelt; zum einen, weil es Menschen mit Migrationshintergrund immer noch schwerer f\u00e4llt, Zutritt zur h\u00f6heren Bildung zu erlangen, zum anderen, weil allgemein die Sozialtransferquote immer noch auf hohem Niveau rangiert. Dies zeigt sich auch in der Arbeitslosenquote, die sich nat\u00fcrlich durch die aufeinander folgenden Gro\u00dfkrisen, wie zuletzt die Corona-Pandemie, auf 7,2% (2019) erh\u00f6ht hat und damit den H\u00f6chstwert in Baden-W\u00fcrttemberg darstellt.[17] Jedoch, und dies muss f\u00fcr die strategischen Fragen betont werden, liegt die Jugendarbeitslosigkeit mit 3,2% (2021) auf dem niedrigsten Wert aller urbanen R\u00e4ume in der Gr\u00f6\u00dfenordnung 250.000 Einwohner:innen.[18] Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Abiturientenrate erh\u00f6ht werden muss, dass Handwerk bem\u00e4ngelt geradezu die niedrige Nachfrage an qualifizierten wie interessierten Auszubildenden in Handwerksberufen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es ist in diesem Zusammenhang bedenklich, dass es in Mannheim tendenziell immer noch an einer wirklichen inklusiven Teilhabe mangelt; zum einen, weil es Menschen mit Migrationshintergrund immer noch schwerer f\u00e4llt, Zutritt zur h\u00f6heren Bildung zu erlangen, zum anderen, weil allgemein die Sozialtransferquote immer noch auf hohem Niveau rangiert.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_1642e8a2ecf04e4799fbb960f5c8615a~mv2.png\" alt=\"Gymnasien und Migration\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Gymnasien und Migration<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-krra\" class=\"wp-block-heading\">Lebensqualit\u00e4t und die strategische Frage<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_9e2836862a044278bbf86b11a06f2599~mv2.png\" alt=\"Gewaltkriminalit\u00e4tsziffer\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Gewaltkriminalit\u00e4tsziffer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-aas01\">Um aber das Vertrauen in die urbanen Organisationen zu st\u00e4rken, stellt sich auch die strategische Frage nach allgemeiner Lebensqualit\u00e4t in der nordbadischen Metropole. Was die Gr\u00fcnfl\u00e4chen anbelangt, so ist das subjektive Empfinden bei 75% (2022) positiv, allerdings lag es 2020 noch bei 82%. Die Zufriedenheit mit \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen insgesamt sank von 79% in 2020 auf 63% in 2022, wobei dies wohlgemerkt ein subjektiver Wert ist.[19]<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-fa5lq\" class=\"wp-block-heading\">Innovationen und der urbane Raum<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-koqv\">Wo man aber nach Lebensqualit\u00e4t fragt, muss man gleichzeitig nach Innovationen fragen. So stieg die Benutzung digitaler st\u00e4dtischer Angebote von 33% (2019) auf 54% (2021). Die Zufriedenheit jedoch sank von 77% (2020) auf 68% (2022). Dies liegt wahrscheinlich ebenfalls an der Corona-Pandemie, weil hier Verwaltungsdienstleistungen nur schwer zug\u00e4nglich waren. Die Zufriedenheit der Unternehmen sank von 52% (2020) auf 49% (2022). Die Arbeitsplatzdichte f\u00fcr hochqualifizierte Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten als ein wesentlicher Innovationsindikator stieg um 12%, also 6.500 Besch\u00e4ftigte. 58% der Studierenden in Mannheim gaben 2020 in der Befragung an, dass sie ernsthaft in Erw\u00e4gung ziehen, auch beruflich in Mannheim zu verbleiben.[20]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-85jgd\">Zu den zentralen strategischen Zielen eines urbanen Raumes z\u00e4hlt gerade heute, in Zeiten globaler geostrategischer Krisen, die internationale Zusammenarbeit. Dies zeigt sich in der positiven Grundstimmung der Mannheimer Bev\u00f6lkerung hinsichtlich der EU, aber auch dadurch, dass Mannheim 2022 alleine 533.433 EUR an Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben hat.[21] Kooperationspartner und -wille machen einen st\u00e4dtischen Raum resilienter.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-d2d06\" class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fs47i\">Strategie ist ein Teil der Kunst, die dabei hilft, auf bestimmte Ver\u00e4nderungen die richtigen Handlungsparameter zu entfalten. Einer der wesentlichen Bausteine liegt wohl darin, gerade in der Bildung noch mehr Investitionen zu veranschlagen, sowohl was die Inklusion anbelangt als auch die st\u00e4rkere Involvierung der B\u00fcrger:innen in die Bildungsinstitutionen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Strategie ist ein Teil der Kunst, die dabei hilft, auf bestimmte Ver\u00e4nderungen die richtigen Handlungsparameter zu entfalten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c29sm\">Bereits Moltke der \u00c4ltere erkannte, dass Wissen und Bildung der entscheidende Faktor f\u00fcr den Erfolg einer Strategie sei. So schreibt er: \u201eEs liegt auf der Hand, da\u00df dazu theoretisches Wissen nicht ausreicht, sondern da\u00df hier die Eigenschaften des Geistes wie des Charakters zu freien k\u00fcnstlerischen Entfaltung gelangen\u2026,.\u201c[22] Dies bedeutet nichts anderes, als das Wissen auf theoretischer Basis eine Saat darstellt, die nur wachsen kann, wenn sie zum einen die notwendige Freiheit besitzt sich zu entfalten, und zum zweiten sich nur entfalten kann, wenn das theoretisch angesammelte Wissen auch praktisch ausgesch\u00f6pft wird. Dies bedeutet, dass auch die Stadtpolitik und ihre f\u00fchrenden Akteure die notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr den Erfolg einer resilienten Strategie schaffen m\u00fcssen. Bildung wird hier zum Schl\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-493go\">Ohne Bildungsoffensive ist die St\u00e4rkung des st\u00e4dtischen Zusammenhalts und die St\u00e4rkung des Vertrauens in die administrativen und politischen Institutionen kaum m\u00f6glich. Dies wurde in der Analyse dadurch deutlich, dass durch die Bildung bestimmte sozio\u00f6konomische Negativtrends, wie beispielsweise bei Migrationshintergrund, insbesondere im Bereich der Erwerbslosigkeit, gestoppt werden. Gerade der Kulturbereich macht dies auch nochmals vertiefend deutlich, denn dieser Bereich hat einen Bildungsauftrag, der von der breiten Masse der Bev\u00f6lkerung auch genutzt wird. Bildung konstituiert damit nicht nur eine vielf\u00e4ltigere, inklusive Gesellschaft, sondern sie minimiert auch deren Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr innere Unsicherheit. Die Resilienz einer urbanen Gesellschaft wird also direkt von der Bildungsintensit\u00e4t mitbestimmt und ist daher ein ma\u00dfgeblicher Faktor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3vnh3\">Ilya Zarrouk, Jahrgang 1981, studierte Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Politikwissenschaft in Mannheim, Heidelberg und Tunis. Zarrouk ist seit 2013 Dozent an verschiedenen Abendakademien im Rhein-Neckar-Raum, wo er zu sicherheitspolitischen und milit\u00e4rpolitischen Fragen referiert. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors.<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p id=\"viewer-fkvqo\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[1] Reinhard Stumpf (Hrsg.), \u201cKriegstheorie und Kriegsgeschichte, Moltke, Schriften I: \u00dcber Strategie, in: Bibliothek Deutscher Klassiker,\u201c (Frankfurt am Main, 1993), 431\/432.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-48orf\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[2] Carl v. Clausewitz, \u201cVom Kriege,\u201c hrsg. v. Arena Verlag, (Erftstadt 2004), 95.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-eg3c5\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[3] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4a4t9\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[4] Harden Ortner, \u201cMilit\u00e4rwissenschaften aus wissenschaftsphilosophischer Sicht,\u201c In: \u00d6MZ, \u00d6sterreichische Milit\u00e4rische Zeitschrift, 03\/2023, 334\/335.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-a5p7\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[5] Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, \u201cResilienz,\u201c zuletzt aufgerufen am Mai 29, 2023,<a href=\"https:\/\/www.bmz.de\/de\/service\/lexikon\/70564-70564\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> https:\/\/www.bmz.de\/de\/service\/lexikon\/70564-70564<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-i32\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[6] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-c4u45\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[7] Jahresbericht der Stadt Mannheim, (2022), 6\/7.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-31fqh\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[8] Hans-Ulrich Wehler, Die neue Umverteilung. Soziale Ungleichheit in Deutschland, (M\u00fcnchen 2013), 15.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-65ncj\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[9] Jahresbericht der Stadt Mannheim, (2022), 6\/7.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-fhueb\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[10] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-en4b4\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[11] Paul Kirchhof, Deutschland im Schuldensog, (M\u00fcnchen 2012), 43.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dr5kl\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[12] Jahresbericht der Stadt Mannheim, (2022), 6.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-bfj8\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[13] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-9heom\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[14] Ernst Bockenf\u00f6rde, Die Entstehung des Staates als Vorgang der S\u00e4kularisation, 48.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-2jhm7\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[15] Jahresbericht der Stadt Mannheim, (2022), 58.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-cj9fm\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[16] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7scoh\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[17] Ibid., 68.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1b4ln\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[18] Ibid., 25.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-9941l\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[19] Ibid., 34.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-96rne\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[20] Ibid., 68.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-f0q4f\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[21] Ibid., 92.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-76gtn\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[22] Max Horst, \u201cMoltke Leben und Werk,\u201c (Sammlung Dietrich, Bremen), 362.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: In Zeiten zunehmender geostrategischer Krisen stellt sich die Frage nach der Resilienz gerade im urbanen Raum. 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