{"id":2586,"date":"2023-12-04T10:00:00","date_gmt":"2023-12-04T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/de\/?p=2586"},"modified":"2023-12-04T10:00:00","modified_gmt":"2023-12-04T09:00:00","slug":"kognitive-kriegfuhrung-theresianisches-fuehrungsmodell-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/kognitive-kriegfuhrung-theresianisches-fuehrungsmodell-1\/","title":{"rendered":"Von der kognitiven Kriegf\u00fchrung im Lichte des Theresianischen F\u00fchrungsmodells"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9esnv\"><strong>Abstract: <\/strong>F\u00fchrung bedarf einer kognitiven Leistung. In den verschiedenen F\u00fchrungsmodellen gibt es daher Wirkungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine kognitive Einflussnahme auf die F\u00fchrungskraft, den F\u00fchrungsprozess und schlie\u00dflich auf die F\u00fchrungsentscheidung selbst. Anhand des Theresianischen F\u00fchrungsmodells sollen diese Wirkm\u00f6glichkeiten einer kritischen W\u00fcrdigung unterzogen werden. Dieses Modell eignet sich ob seines einfachen Aufbaus besonders dazu, Auswirkungen kognitiver Kriegf\u00fchrung auf die F\u00fchrung darzustellen und in weiterer Folge Ma\u00dfnahmen dagegen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a21ci\"><strong>Problemdarstellung: <\/strong>Welche Aspekte des Theresianischen F\u00fchrungsmodells bieten die Ansatzm\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Einflussnahme durch die kognitive Kriegf\u00fchrung und wie kann man dieser begegnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was nun?:<\/strong> F\u00fchrungsmodelle bilden in der Ausbildung von F\u00fchrungskr\u00e4ften das Fundament, durch welches potenzielle Entscheidungstr\u00e4ger erfolgreiche F\u00fchrung erlernen. Dabei dienen diese Modelle der Orientierung und vermitteln eine Denkschule, durch die L\u00f6sungen von Problemen strukturiert und nachvollziehbar erarbeitet werden k\u00f6nnen. Es stehen nicht nur die potenziellen F\u00fchrungskr\u00e4fte im Fokus, sondern alle, die w\u00e4hrend ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit Entscheidungen zu treffen haben. An der Theresianischen Milit\u00e4rakademie werden die zuk\u00fcnftigen milit\u00e4rischen F\u00fchrungskr\u00e4fte nach dieser Denkschule ausgebildet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_3d8c64a911fc4d929525f396dea47810mv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2587\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Source: Verfasser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-ffdpk\">Das Theresianische F\u00fchrungsmodell<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a49ah\">Das Modell ist die Grundlage einer F\u00fchrungsphilosophie, nach der die k\u00fcnftigen Offiziere des \u00d6sterreichischen Bundesheeres ausgebildet werden. Es umfasst drei Ebenen: die Problem-, die F\u00fchrungs- und die Entscheidungsebene.[1] Diese drei Ebenen sind voneinander getrennt, aber in ihrer Umsetzung miteinander verbunden. So muss die F\u00fchrung das Problem adressieren und die entsprechende Entscheidung mit diesem in Deckung bringen. Die Eckpunkte der einzelnen Ebenen bilden wiederum eine Dreiecksbeziehung.[2]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Das Modell ist die Grundlage einer F\u00fchrungsphilosophie, nach der die k\u00fcnftigen Offiziere des \u00d6sterreichischen Bundesheeres ausgebildet werden. Es umfasst drei Ebenen: die Problem-, die F\u00fchrungs- und die Entscheidungsebene.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_f73a6099725c455397d084f0824bf82fmv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2588\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Theresianische F\u00fchrungsmodell (Problem-Layering); Source: Verfasser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bok86\">So stehen Raum, Denken und Verstand in direktem Zusammenhang. Zwischen diesen drei Faktoren ereignet sich vorrangig die kognitive Einflussnahme beziehungsweise die Beeinflussung. Die weiteren Faktoren des Modells[3] sind jene, die aus Raum, Denken und Verstand heraus resultieren. Ein Faktor der kognitiven Leistung ist die sinnliche Erkenntnis als Begreifen dessen, was man sinnlich erfassen kann. Der zweite zentrale Faktor ist das abstrakte Denken an und f\u00fcr sich. Die Wechselbeziehung zwischen diesen beiden Faktoren l\u00e4sst sich auf die Formel bringen, dass einerseits Begriffe (Denken) ohne Anschauung (Inhalt) leer sind und andererseits Anschauung ohne Begriffe blind ist.[4]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-58prj\">Die Beziehung zwischen Raum, Denken und Verstand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f74ig\">Wo liegen nun die Angriffspunkte in dem Theresianischen F\u00fchrungsmodell? Auf der Problemebene f\u00e4llt zun\u00e4chst der Raum als m\u00f6glicher Angriffsvektor ins Auge. Der Raum, in welchem sich die kognitive Kriegf\u00fchrung ereignet, ist der Cyber- und Informationsraum, mit dessen Hilfe auf die kognitive Ebene eingewirkt werden kann. Das Informationsumfeld verf\u00fcgt \u00fcber drei Dimensionen, die f\u00fcr die Betrachtung der kognitiven Angriffsvektoren n\u00e4her zu beleuchten sind.[5] Neben der physischen sind hier die informatorische und die kognitive Dimension zu nennen. Dabei hat die kognitive Dimension die direkte Verbindung zum menschlichen Denken. Sie dient vor allem der gedanklichen Verarbeitung von Informationen (also dem Denken), die aus den beiden anderen Dimensionen bereitgestellt werden.[6]<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_e947e1e4d4a346b7afcda0f754dfb5a5mv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2589\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Dimensionen im Informationsumfeld; Source: BMLV (2023), Das Querschnittskonzept \u201eEinsatz im Informationsumfeld,\u201c 15.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cgcd6\">Die Verbindung der Dimensionen im Informationsumfeld zu den Faktoren aus dem Theresianischen F\u00fchrungsmodell erschlie\u00dft sich aus deren Austauschbarkeit. Die physische Dimension ist durch den Faktor Raum repr\u00e4sentiert, die kognitive Dimension steht f\u00fcr das Denken, w\u00e4hrend die informatorische Dimension sich in dem f\u00fcr die Empirie stehenden Faktor des Verstandes wiederfindet. Es muss nicht nur das Problem als Aufgabe erkannt werden, sondern darauf basierend eine entsprechende F\u00fchrung mit den vorhandenen Informationen eine brauchbare Entscheidung treffen. Hier ergeben sich schon die wesentlichen Herausforderungen in der kognitiven Kriegf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Verbindung der Dimensionen im Informationsumfeld zu den Faktoren aus dem Theresianischen F\u00fchrungsmodell erschlie\u00dft sich aus deren Austauschbarkeit.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9h9oh\">Das Erkennen des Problems ist an Informationen gebunden, die mehr oder weniger offensichtlich sind. Die Erfassung des Problems spielt sich im Informationsraum ab, die Informationen befinden sich auf der physischen Ebene desselben. Bei einem offensichtlichen Problem stellt sich die Frage, wie integer die Informationen sind, die da als so offensichtlich wahrgenommen werden. Wird der Entscheidungstr\u00e4ger hier schon beeinflusst? Bei nicht offensichtlichen Problemlagen kann diese Verschleierung durchaus auch gewollt sein. Denkt man an hybride Auseinandersetzungen, so ist die Verschleierung der Wirklichkeit Programm.[7] Fakten sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Informationen, die als Fakten auf die kognitive Ebene wirken, werden als solche zwar wahrgenommen, die Intention dahinter bleibt allerdings oft unerkannt.[8] Hier hat man einen flie\u00dfenden \u00dcbergang von der kognitiven zur informatorischen Dimension. Informationen sind die Grundlage f\u00fcr das Erfassen und L\u00f6sen von Problemen. Diese, falls sie erfassbar sind, regen unser Denken an, welches durch das empirische Erfassen der Parameter der Herausforderung weiter verdichtet wird. F\u00fcr diese Verdichtung, wie auch f\u00fcr das Erkennen des Problems, ist neben der Integrit\u00e4t der Informationen auch die Form der Information \u2013 bezogen auf ihre kognitive Wirkung \u2013 von Bedeutung. Sprache, Zahl oder Bild sind zwar alle in Daten umwandelbar, wirken aber in ihrer Form komplett unterschiedlich.[9] Das Bild hat dabei die h\u00f6chste Wirkkraft. Die Illusion ist ein m\u00e4chtiges Werkzeug im Kampf um die Gedanken.[10] Das empirische Erfassen einer solchen bildlichen Information alleine reicht nicht mehr aus, um mit Gewissheit sagen zu k\u00f6nnen, dass es sich um die Realit\u00e4t handelt. Auf allen drei Ebenen des Theresianischen F\u00fchrungsmodells kann somit eine Beeinflussung auf kognitiver Ebene erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-fhvgd\">Die Zielgruppen in der kognitiven Kriegf\u00fchrung und die zu erzielenden Effekte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4cb\">Das F\u00fchrungsmodell ist nicht nur auf das Milit\u00e4r anzuwenden, es kann auch auf andere Personengruppen Anwendung finden. Im Prinzip ist es \u00fcberall dort angezeigt, wo es um Entscheidungsfindungen geht. Die Effekte, die im Informationsumfeld die kognitive Ebene bewirken, zielen auf eine \u00c4nderung von Regeln, Normen, Werten und \u00dcberzeugungen ab.[11] Im Wesentlichen sind es vier gro\u00dfe Zielgruppen, die n\u00e4her zu betrachten sind. Zun\u00e4chst das Milit\u00e4r, welches in der Vorbereitung und in der Durchf\u00fchrung von Eins\u00e4tzen Ziel von Angriffen im Informationsumfeld sein kann. Die Kampfmoral oder der Kampfwert sind hier im Fokus von Einflussnahmen.[12]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bjbpv\">Entscheidungstr\u00e4ger in Politik und Wirtschaft \u2013 aber auch in anderen Gesellschaftsbereichen \u2013 haben einen hohen Multiplikationsfaktor in der Gesellschaft. Eine Beeinflussung h\u00e4tte gro\u00dfe Auswirkungen \u2013 gew\u00fcnschte Entscheidungen treffen oder unerw\u00fcnschte Entscheidungen verhindern.[13] Die dritte Zielgruppe sind spezifische Gruppen, wie etwa Minderheiten, die durch Beeinflussung zu Unterst\u00fctzung oder Gegnerschaft gedr\u00e4ngt werden.[14] Als letzte Gruppe kann die Gesamtbev\u00f6lkerung angesprochen werden, die durch kognitive Einflussnahme dazu gebracht werden soll, Entscheidungen zu fordern oder gegen Entscheidungen politischen Druck aufzubauen.[15] Letztlich geht es bei allen Zielgruppen darum, durch die Beeinflussung, was und wie zu denken ist, zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Entscheidungstr\u00e4ger in Politik und Wirtschaft \u2013 aber auch in anderen Gesellschaftsbereichen \u2013 haben einen hohen Multiplikationsfaktor in der Gesellschaft.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6g9qo\">Die Effekte k\u00f6nnen in allen drei Dimensionen des Informationsumfeldes erzielt werden und wirken stets auf Regeln, Normen, Werten oder \u00dcberzeugungen, um ein bestimmtes Verhalten zu erzielen oder zu unterbinden. Beispiele sind in den aktuellen Konflikten zwischen der Ukraine und Russland oder zwischen der Hamas und Israel tagt\u00e4glich zu beobachten. Vor allem Bilder von Gr\u00e4ueltaten haben einen Effekt und bewegen die verschiedenen Zielgruppen, Partei f\u00fcr die eine oder andere Seite zu ergreifen. Bilder wirken dabei zum Beispiel aus der informatorischen Dimension auf die Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-9qek2\">Das Theresianische F\u00fchrungsmodell und die Effekte kognitiver Kriegf\u00fchrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5bra5\">Den Ableitungen von G\u00e9rald Bronner[16] folgend werden F\u00fchrungskr\u00e4fte durch Abst\u00fctzung auf entsprechende Modelle und Prozesse der F\u00fchrung bei ihrem F\u00fchrungshandeln entlastet. Es werden kognitive Kapazit\u00e4ten durch ebendiese Modelle und Prozesse freigespielt. Es ergibt sich somit die M\u00f6glichkeit, dass diese Kapazit\u00e4ten zur Erbringung einer h\u00f6heren kognitiven Leistung in der Entscheidungsfindung eingesetzt werden. Aber auch die Verwendung dieser Kapazit\u00e4ten, um die Effekte der kognitiven Kriegf\u00fchrung zu minimieren, scheint reizvoll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bkqau\">Im Theresianischen F\u00fchrungsmodell gibt es die Faktoren Kraft, Planen und Vernunft (im Sinne von Bewerten), die besonders dazu geeignet sind, die Einwirkung einer Beeinflussung herabzusetzen. Widmen wir uns einmal der Vernunft, die es erm\u00f6glicht, empirisch erfasste Informationen hinsichtlich ihrer Quellen und ihrer Integrit\u00e4t zu pr\u00fcfen und zu bewerten. Um beim Beispiel des Bildes zu bleiben, ist die Quelle zu pr\u00fcfen, die Intention hinter dem Bild und die Authentizit\u00e4t desselben zu bewerten. Es sind also die Informationen hinsichtlich aller drei Dimensionen im Informationsumfeld zu hinterfragen. Darauf aufbauend ist der Plan zur L\u00f6sung der Problemlage zu entwerfen, wobei hier auch nach der Analyse der Situation eine F\u00fchrungshandlung zu setzen sein wird. Schlie\u00dflich sind Kr\u00e4fte einzusetzen, welche entsprechend informiert zur Wirkung gebracht werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Im Theresianischen F\u00fchrungsmodell gibt es die Faktoren Kraft, Planen und Vernunft, die besonders dazu geeignet sind, die Einwirkung einer Beeinflussung herabzusetzen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2m2b5\">Die wesentliche F\u00e4higkeit im Theresianischen F\u00fchrungsmodell ist die Vernunft, die \u00fcber den Plan in Wechselwirkung zum Denken auf der F\u00fchrungsebene tritt. \u201eWenn wir uns nur auf das Faktische beziehen, laufen wir Gefahr, in die Banalit\u00e4t zu laufen.\u201c[17] Diese Banalit\u00e4t, die der Nobelpreistr\u00e4ger Anton Zeilinger hier anspricht, ist im vorliegenden Fall jenes Festhalten am vermeintlichen Fakt, ohne aber zu pr\u00fcfen, ob dieser der Realit\u00e4t entspricht. Bezogen auf die Wissenschaft f\u00fchrt Zeilinger weiter aus: \u201eIst Wissenschaft (Anmerkung des Verfassers: Information) absolut gesichertes Wissen? Immer und \u00fcberall? Die Antwort muss nat\u00fcrlich sein: Es kann immer neue Erkenntnisse geben.\u201c[18] Informationen sind nie als unver\u00e4nderlich hinzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-4stdl\">Ans\u00e4tze zur kritischen Bewertung von Informationen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-23tvg\">Im Wesentlichen er\u00f6ffnen sich zwei Wege der kritischen Auseinandersetzung mit Informationen: zum einen \u201e[\u2026] jederzeit selbst zu denken [\u2026]\u201c[19] und andererseits den kritischen Diskurs zu f\u00fchren. Die Kombination beider Wege scheint noch besser zu sein. In beiden F\u00e4llen ist die Erweiterung der eigenen Perspektive ein wesentliches Element, um die Dinge so zu sehen, wie sie sind, nicht wie sie einem erscheinen oder wie man sie sich vielleicht auch w\u00fcnscht.[20] Um dies zu erreichen, ist eine ausgepr\u00e4gte interkulturelle Kompetenz erforderlich.[21] Dies ist essenziell, da der kulturelle Hintergrund die objektive Wahrnehmung beeintr\u00e4chtigt.[22]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Erweiterung der eigenen Perspektive ist ein wesentliches Element, um die Dinge so zu sehen, wie sie sind, nicht wie sie einem erscheinen oder wie man sie sich vielleicht auch w\u00fcnscht.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5kas7\">Diese Objektivit\u00e4t herzustellen ist sehr wichtig, um die Realit\u00e4tswahrnehmung unter Kontrolle zu haben.[23] Die oben genannte interkulturelle Kompetenz ist integraler Bestandteil des Kompetenzportfolios eines Entscheiders. Eine F\u00fchrungskraft muss in unterschiedlichen Rollen agieren. Sie muss einerseits als Generalist \u00fcber den Tellerrand hinausdenken.[24] Informationen zu erfassen, sie mit anderen Informationen in Verbindung zu setzen und darauf basierend Entscheidungen zu treffen, ist eine M\u00f6glichkeit, um die Beeinflussung im Rahmen der kognitiven Kriegf\u00fchrung herabzusetzen.[25] Diese Bewertung ist durch das Experten- und Spezialwissen der F\u00fchrungskraft zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_3d8c64a911fc4d929525f396dea47810mv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2587\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rollenvielfalt einer F\u00fchrungskraft; Source: Verfasser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8s267\">Der zentrale Faktor ist eine umfassende Bildung und die kritische Dialektik von Empirie und Rationalit\u00e4t. Der Denkprozess einer F\u00fchrungskraft setzt sich aus der sinnlichen Erkenntnis (der sinnlichen Erfahrung) und der rationalen Erkenntnis (dem abstrakten Denken) zusammen.[26] Es geht nicht nur um das Erkennen von vorliegenden Fakten, sondern um deren Interpretation und deren Zusammendenken zu m\u00f6glichen Antworten auf die komplexen Herausforderungen unserer Zeit. Es geht darum, \u201e[\u2026] von der lebendigen Anschauung zum abstrakten Denken und von diesem zur Praxis [\u2026]\u201c[27] zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-1abdd\">Die Notwendigkeit einer akademischen Bildung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ddph8\">Bildung st\u00e4rkt die kognitive Resilienz. Die Angriffsvektoren im Theresianischen F\u00fchrungsmodell zeigen, welche Bereiche grunds\u00e4tzlich zu h\u00e4rten sind. Die Verstandesleistung \u2013 als \u00fcberwiegend empirischer Anteil am F\u00fchrungsmodell \u2013 ist dahingehend zu optimieren, dass m\u00f6gliche Falschinformationen als solche auch erkannt werden. Dies setzt voraus, dass f\u00fcr eine erste \u00dcberpr\u00fcfung im Rahmen einer Kontextualisierung ein situationsspezifisches \u00dcberblickswissen vorhanden ist. Dieses erm\u00f6glicht eine grobe Einordnung hinsichtlich der Integrit\u00e4t und Authentizit\u00e4t der vorliegenden Informationen. Die Breite an generellem Wissen, eine breite generelle Fachkompetenz, ist hier gefordert. Im milit\u00e4rischen Kontext bedeutet dies, dass eine milit\u00e4rische F\u00fchrungskraft \u00fcber ein Basiswissen im Bereich der Milit\u00e4rwissenschaften verf\u00fcgen sollte. Dabei sind auch die Nahtstellen zu anderen verwandten Wissenschaftsbereichen (zum Beispiel Politikwissenschaften) zu ber\u00fccksichtigen. Das Zusammendenken ist von zentraler Bedeutung auf dem kognitiven Gefechtsfeld.[28] Diese Kompetenz wird im Rahmen akademischer Bildungsangebote geschult, auch oder vor allem in jenen milit\u00e4rischer Bildungseinrichtungen. Diese generalistische, akademische Auseinandersetzung mit Bildungsinhalten f\u00f6rdert vor allem das Nachdenken und Verstehen. Um aus diesem in das Handeln zu kommen, bedarf es der Experten-Bildung in der Milit\u00e4rwissenschaft. Diese enger gefasste milit\u00e4rische Fachkompetenz erm\u00f6glicht es, die \u00dcbersetzungsleistung sicherzustellen, die empirisch erfassten Informationen, nach der ersten Einordnung aus einer weiter gefassten Perspektive, in den milit\u00e4rischen Kontext einzubetten und diese zu bewerten. Diese Vernunftleistung geht also Hand in Hand mit der vorausgehenden Verstandesleistung. Beide Bereiche fu\u00dfen auf umfassender akademischer Bildung und kritischer Auseinandersetzung mit den vorliegenden Inhalten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Bildung st\u00e4rkt die kognitive Resilienz. Die Angriffsvektoren im Theresianischen F\u00fchrungsmodell zeigen, welche Bereiche grunds\u00e4tzlich zu h\u00e4rten sind.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fdq28\">\u201eEs ist n\u00e4mlich nicht das ,Wissen\u2018, was sp\u00e4ter z\u00e4hlt, sondern das ,Verstehen\u2018.\u201c[29] Dieses Verstehen baut auf akademischer Bildung auf und ist genau jene Fachkompetenz, die vermittelt werden soll. Seit jeher waren Informationen der Faktor, der das menschliche Handeln ma\u00dfgeblich beeinflusst hat. Einerseits haben Informationen Menschen dazu angeregt, Handlungen zu setzen oder zu unterlassen, andererseits wurden diese Handlungen durch Informationen auch in unterschiedliche Richtungen gelenkt. Dies liegt vor allem daran, wie Informationen auf den Entscheidungsvorgang des Menschen wirken. Wie bereits am Theresianischen F\u00fchrungsmodell dargestellt, sind Informationen in den kognitiven Anteilen der Entscheidungsfindung und Entscheidungsumsetzung beeinflussend beziehungsweise richtungsgebend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-drb43\">Information und Entscheidungsfindung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a1h7l\">Brand hat ein Entscheidungsmodell[30] entworfen, welches zeigt, welche Einflussbereiche Informationen offenstehen. Wie im Theresianischen F\u00fchrungsmodell kann hier zwischen Verstandes- und Vernunftleistung unterschieden werden. Im Arbeitsspeicher werden die Informationen die Situation betreffend verarbeitet. Es geht um das Erfassen der Situation in ihren Einzelheiten, milit\u00e4risch ausgedr\u00fcckt, um die einleitende Lagefeststellung.[31] In diesem Arbeitsspeicher erfolgt noch keine Bewertung dieser Informationen. Die Kontextualisierung erfolgt im Rahmen der ausf\u00fchrenden Funktionen des Gehirns. Hier werden die Informationen aus dem Arbeitsspeicher (Informationen zur Situation, aber auch L\u00f6sungsstrategien und \u00e4hnliche aus der Vergangenheit gespeicherte Informationen) zueinander in Beziehung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_d9fec9c67cde4d638976d7b6215a7874mv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2590\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Decision making under objective risk conditions model; Source: M. Brand, K. Labudda and H.J. Markowitsch, Neuropsychological correlates of decision-making in ambiguous and risky situations. Neural Networks, 19, 1266\u20131276.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-esjtv\">Daraus werden schlie\u00dflich L\u00f6sungsstrategien entwickelt und zu L\u00f6sungen synthetisiert. Mit deren Umsetzung beginnt ein Regelkreis der Entscheidungsfindung, \u00e4hnlich dem sogenannten taktischen F\u00fchrungsverfahren.[32] Dieses Modell wirkt sehr rational und vernunftorientiert, aufbauend auf den zur Verf\u00fcgung stehenden Informationen. Informationen sind die Parameter, auf denen Entscheidungen aufgebaut sind, egal ob sie nun rational betrachtet werden oder emotional verbr\u00e4mt sind. Dieses wesentliche Element soll im weiteren Verlauf der Ausf\u00fchrungen andiskutiert werden: die Emotion. Emotionale Aspekte sind als Einflussfaktoren in obigem Modell schon ersichtlich. Die kognitive Kriegf\u00fchrung hat mit der Emotion einen sehr starken Angriffsvektor zur Verf\u00fcgung. Die Emotion ist ein wichtiger Multiplikator beim Kampf um die Gedanken und das Denken der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-fce8o\">Emotionen und kognitive Kriegf\u00fchrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-amjff\">Betrachtet man die Wirkung von Informationen auf emotional beladene Themenbereiche \u2013 Bilder von leidenden oder misshandelten Frauen und Kindern \u2013, so wirken damit verwobene Informationen sehr intensiv auf die menschlichen Gehirne.[33]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6kohu\">Aber auch andere sensationsbeladene Informationen belegen die verf\u00fcgbare menschliche Gehirnzeit.[34] Diese verf\u00fcgbare Gehirnzeit ist in der Geschichte der Menschheit stetig angestiegen. Dies hat nach Bronner damit zu tun, dass das Gehirn zusehends weniger mit dem nackten \u00dcberleben besch\u00e4ftigt ist und so kognitive Kapazit\u00e4ten freispielen konnte.[35] Diese freie Gehirnzeit wird mit einem Angebot auf einem kognitiven Marktplatz konfrontiert. Dieser Marktplatz bietet auch der kognitiven Kriegf\u00fchrung M\u00f6glichkeiten, zu wirken. Die besonders wirkungsvollen kognitiven G\u00fcter auf diesem Marktplatz sind jene, die unsere Emotionen ansteuern. Die Funktionsweise unseres Gehirns bei der Entscheidungsfindung, dargestellt nach Schiebener und Brand,[36] verdeutlicht diesen emotionalen Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_91984a16a575438c81d4c7608b1f9d72mv2-688x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2591\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Specified model of the main inner processes involved in decision-making under objective risk conditions; Source: J. Schiebener, M. Brand, M, Decision Making Under Objective Risk Conditions \u2013 a Review of Cognitive and Emotional Correlates, Strategies, Feedback Processing, and External Influences, Neuropsychological Review 25, 171\u2013198.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d75u4\">Die rationale Denkleistung vollzieht sich demnach im reflektiven System des Gehirns, hier findet sich auch das weiter oben beschriebene Zusammenspiel zwischen Arbeitsspeicher und ausf\u00fchrenden Funktionen. Die Gef\u00fchle finden ihren Zugang zur Entscheidungsfindung \u00fcber das impulsive System des Gehirns. Abh\u00e4ngig vom Trigger in den zu verarbeitenden Informationen ist entweder das eine oder das andere System das f\u00fchrende im Entscheidungsfindungsprozess des Gehirns.[37] Ist die Information, welche den Entscheidungsprozess ansteuert, emotional aufgeladen, wird das impulsive System die F\u00fchrung im Gehirn \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dtvrp\">Welche Emotionen \u201etriggern\u201c den Menschen vorrangig? Man kann davon ausgehen, dass es vor allem Sexualit\u00e4t, Angst und Zorn sind, die als emotionale Grundlage einem kognitiven Erzeugnis eine hohe Viralit\u00e4t verleihen.[38] Sind nun kognitive Ma\u00dfnahmen mit diesen Emotionen hinterlegt, k\u00f6nnen sie sehr nachhaltig wirken. Sie erregen die Aufmerksamkeit und nehmen Gehirnzeit in Anspruch. Das bedeutet, das Denken ist in eine bestimmte Denkrichtung vorgespannt und tendenziell in der Entscheidungsfindung und der Durchf\u00fchrung in diese bestimmte Richtung gelenkt. Angst ist eine in diesem Kontext hervorzuhebende Emotion. Informationen, die mit Angst in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen, signalisieren uns potenzielle Gefahren. Angst zieht die Aufmerksamkeit \u00fcber ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df hinaus auf sich.[39] Das macht Information in Zusammenhang mit terroristischen Bedrohungen, den Terror als Kommunikationsstrategie, vor allem in den Zielgruppen der politischen Entscheidungstr\u00e4ger und der Bev\u00f6lkerung so wirkm\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Informationen, die mit Angst in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen, signalisieren uns potenzielle Gefahren. Angst zieht die Aufmerksamkeit \u00fcber ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df hinaus auf sich.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d8s4p\">Neben diesen Emotionen ist die damit zusammenh\u00e4ngende \u201eSucht nach Skandalen\u201c ein weiterer Faktor, der hier zum Tragen kommt.[40] Aufmerksamkeit zu erzielen ist die zentrale F\u00e4higkeit, die kognitive Ma\u00dfnahmen mitbringen m\u00fcssen, um erfolgreich zur Beeinflussung eingesetzt werden zu k\u00f6nnen. Dabei sind gerade die kleinen Inszenierungen oft sehr erfolgreich, da sie nicht offensichtlich als Beeinflussung wahrnehmbar sind. Im Entscheidungsprozess die Entscheidung zu beeinflussen, kann zweierlei Ergebnisse verfolgen. Wie bereits erw\u00e4hnt geht es in erster Linie darum, Handlungen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Genauso kann aber auch die Intention zugrunde liegen, ein Unterlassen einer Handlung herbeizuf\u00fchren. Zudem verursacht eine \u00dcberflutung mit \u00c4ngsten, dass man sich den wirklichen Bedrohungen nur noch unzureichend widmet.[41]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-du1f7\">Im Theresianischen F\u00fchrungsmodell ist die emotionale Komponente explizit nicht ber\u00fccksichtigt, aber implizit in den verschiedenen Faktoren enthalten. Vor allem Entscheidungen und das daraus resultierende F\u00fchrungshandeln zu verantworten, bedarf der Ber\u00fccksichtigung emotionaler Einflussfaktoren. Zudem ist der Mensch das Element, das dieses Modell mit Leben erf\u00fcllt und somit der Tr\u00e4ger der Emotion in diesem ist. Die Urteilsfindung auf der Entscheidungsebene folgt dem Modell nach Schiebener und Brand und beinhaltet somit auch das, durch Emotionen beeinflussbare, impulsive System.[42]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-6dde7\">Kognitive Offenbarung \u2013 Gefahren und Chancen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-t7mp\">\u201eDer strenge Blick der Emp\u00f6rung f\u00fchrt zu [\u2026] einer Epidemie der Empfindlichkeit.\u201c[43] Diese Emp\u00f6rung ist, neben den Emotionen bezogen auf Sexualit\u00e4t, Angst und Zorn, ein weiteres Einfallstor f\u00fcr kognitive Beeinflussungen. Sich \u00fcber moralische Unzul\u00e4nglichkeiten zu echauffieren \u2013 der sogenannte Hyperkonsequentialismus[44] \u2013 nimmt ebenfalls Gehirnzeit in Anspruch und f\u00fchrt dazu, von den richtigen Bedrohungen und den daf\u00fcr notwendigen Entscheidungen und Handlungen abzulenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dil57\">Aber nicht nur die Emp\u00f6rung hemmt beim Entscheiden, sondern auch das K\u00f6dern mit einer kognitiven Unvollst\u00e4ndigkeit. Die Darstellung von Informationen, die wesentliche Fragen aufwerfen, f\u00fchrt zu einer Art \u201eWissensdurst\u201c, der nicht unwesentliche Ressourcen binden kann.[45] Im Zusammenhang mit der Art und Weise, wie Informationen konsumiert werden, ergibt sich hier ein weiteres kognitives Element, welches in der kognitiven Kriegf\u00fchrung zum Einsatz gebracht werden kann. So wird in sozialen Netzwerken lediglich die Headline einer Nachricht konsumiert und nur sehr selten auch der dahinter liegende Text als Ganzes.[46] Hier stehen der Durst nach Informationen auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Art und Weise, wie Informationen \u2013 auch aufgrund der F\u00fclle an Informationen \u2013 konsumiert werden, einander gegen\u00fcber. Das freie Spiel der Kr\u00e4fte auf einem kognitiven Marktplatz f\u00f6rdert eine sehr realistische Sicht auf das Wesen des Menschen zu Tage. \u201eDie Tatsache, dass unser Gehirn Aufmerksamkeit f\u00fcr jegliche egozentrische, auf Streit ausgerichtete, mit Sexualit\u00e4t oder Angst zusammenh\u00e4ngende Information entfaltet, zeichnet die Umrisse eines sehr realen Homo sapiens.\u201c[47]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Aber nicht nur die Emp\u00f6rung hemmt beim Entscheiden, sondern auch das K\u00f6dern mit einer kognitiven Unvollst\u00e4ndigkeit. Die Darstellung von Informationen, die wesentliche Fragen aufwerfen, f\u00fchrt zu einer Art \u201eWissensdurst\u201c, der nicht unwesentliche Ressourcen binden kann.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5jnn4\">Im Informationsumfeld spielen vor allem die modernen Medien eine gro\u00dfe Rolle. Dabei werden bestimmte Narrative eingesetzt, um eine entsprechende Stimmungslage im Gro\u00dfen zu erzeugen.[48] Diese Stimmungslage f\u00fchrt zu einer eindeutigen Parteinahme f\u00fcr die eine oder andere Partei in einer Auseinandersetzung im kognitiven Kriegsgeschehen und erfolgt oft auf \u00e4u\u00dferst subtile Art und Weise. Sie beeinflusst, wie \u00fcber ein Thema gedacht wird. Besonders wirksam sind diese Inhalte dann, wenn sie durch die Verkn\u00fcpfung mit den drei Aufmerksamkeits-Ausl\u00f6sern (Sexualit\u00e4t, Angst und Zorn) gekennzeichnet sind. Narrative, die ein Emp\u00f6rungspotenzial beinhalten, wirken auf unterschiedlichsten Kan\u00e4len. Filme, Medienstatements von Personen des \u00f6ffentlichen Lebens, Dokumentationen, Berichte, Nachrichten, YouTube-Kan\u00e4le und dergleichen werden hier als Tr\u00e4ger von Botschaften und Narrativen eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e8dcg\">Auch wenn die Aufmerksamkeit dadurch auf eine Thematik und die damit verbundenen Informationen gelenkt wurde, sind diese als Beeinflussung meist nicht direkt ansprechbar und wirken daher sehr unterschwellig.[49] Gef\u00e4hrlich sind nicht die offensichtlich propagandistischen Medien, sondern eben diese versteckten Botschaften, verborgen in \u201eseri\u00f6sem Kleid\u201c. Sehr oft wirken die Beeinflussungen durch Einsatz von Symbolen. Diese Symbolik wirkt doppelt dadurch, dass sie stellvertretend f\u00fcr eine Haltung zum Einsatz kommen.[50] Vorteile erringt auf dieser Ebene jener, der zuerst seine Narrative an die Zielgruppen[51] kommunizieren kann. Der Kampf um die Gehirnzeit ist dann gewonnen, wenn die Zielgruppe die angebotenen Inhalte konsumiert und diskutiert. Dies gilt in einer kognitiven Auseinandersetzung gleicherma\u00dfen f\u00fcr alle Konfliktparteien. Das Wissen um diese Mechanismen \u2013 die kognitive Offenbarung \u2013 birgt also nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen in sich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-anagu\">Wissenschaft und Kunst am kognitiven Gefechtsfeld<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4haur\">Die akademische Bildung in Zusammenhang mit dem Theresianischen F\u00fchrungsmodell bietet einige Ansatzpunkte, um die Widerstandsf\u00e4higkeit in der kognitiven Kriegf\u00fchrung zu steigern. Die Rolle der Wissenschaft ist hier eine nicht unwesentliche. Das Milit\u00e4r hat im Zusammenhang mit nichtlinearen Denkans\u00e4tzen, dem Umgang mit der Heuristik und dem Denken jenseits von Normen grunds\u00e4tzlich eine Herausforderung zu bestehen. Die Sozialisation milit\u00e4rischer F\u00fchrungskr\u00e4fte folgt nach wie vor tradierten Wertemodellen, welche allerdings nicht auf alle Probleme anwendbar sind. Speziell bei komplexen Herausforderungen sind aber genau solche Denkmodelle f\u00fcr die Entscheidungsfindung erforderlich. \u201eAlles Denken ist ja Kunst. Wo der Logiker den Strich zieht, wo die Vorders\u00e4tze aufh\u00f6ren, die ein Resultat der Erkenntnis sind, wo das Urteil anf\u00e4ngt, da f\u00e4ngt die Kunst an.\u201c[52] Eine wissenschaftlich-akademische Ausbildung\/Bildung ist somit Vorbedingung f\u00fcr eine Urteilsbildung, f\u00fcr das Treffen einer Entscheidung beziehungsweise eines Entschlusses und darauf aufbauend f\u00fcr das Setzen der entsprechenden Handlungen. Dabei ist die Verbindung von Wissenschaft und Kunst offensichtlich.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die akademische Bildung in Zusammenhang mit dem Theresianischen F\u00fchrungsmodell bietet einige Ansatzpunkte, um die Widerstandsf\u00e4higkeit in der kognitiven Kriegf\u00fchrung zu steigern.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2rq32\">Die Implementierung des kritischen Geistes ist hier notwendig. Die Auswahl eines vertrauensvollen, kritischen F\u00fchrungsgehilfen, oder eines Stabes im milit\u00e4rischen Umfeld, zur \u00dcberpr\u00fcfung und Pr\u00fcfung des eigenen F\u00fchrungshandelns ist bei Machiavelli von besonderer Bedeutung. Meissner etwa spricht davon, einen Kritiker zu finden und zu versuchen, ihn zu verstehen.[53] Diese Person soll nach der Auffassung von Machiavelli Initiative und Intelligenz zeigen.[54] Hier beschreibt er das Zusammenspiel von Alpha \u2013 dem Entscheider in der Krise, der F\u00fchrungskraft \u2013 und Omega \u2013 dem Verwalter, oder Manager \u2013 im F\u00fchrungshandeln. Anleihe nimmt er am politischen System des R\u00f6mischen Reiches. Die F\u00fchrung im Frieden obliegt den Konsuln, den Tribunen und dem Senat; dies kann analog zum stabsdienstlichen F\u00fchrungsverfahren im Milit\u00e4r von heute gesehen werden. Ist die Krise jedoch ausgebrochen und entsteht ein hoher Zeitdruck, so ist die Konzentration der F\u00fchrungsentscheidung in der Person des Kommandanten (der jeweiligen F\u00fchrungsebene) angezeigt. Dieses bereits genannte Kommandantenverfahren ist mit dem r\u00f6mischen Diktatoren-System in der Schilderung Machiavellis zu vergleichen.[55] Dieses System bedarf der Einsetzung eines kritischen Omegas als R\u00fcckkoppelung \u2013 im Sinne eines Konfliktes im Kleinen zur Generierung von brauchbaren F\u00fchrungsentscheidungen \u2013 f\u00fcr die F\u00fchrung in der Krise. Dieser kritische Geist des Beraters \u2013 im milit\u00e4rischen Sinne: des Stabsoffiziers oder Stellvertreters \u2013 ist vor der Entscheidung einzusetzen, nicht erst, wenn die Entscheidung bereits getroffen wurde und es um die Durchf\u00fchrung derselben geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1pakd\">Diese Andersartigkeit des kritischen, hinterfragenden Beraters, die durchaus als unbequem empfunden werden kann, zuzulassen, ist f\u00fcr die Entwicklung von Entscheidungskompetenz essenziell. \u201eEin Offizier, der voll von guten Ideen ist, aber keine Gelegenheit hat, Initiative zu beweisen, verbraucht allm\u00e4hlich seinen Energievorrat, wird apathisch und beginnt oberfl\u00e4chlich zu arbeiten.\u201c[56] Hier setzt die akademische Bildung des Offiziers an, denn: \u201eZu dieser Initiative und Selbstst\u00e4ndigkeit sind nur gebildete, entschlossene und willensstarke Offiziere f\u00e4hig.\u201c[57] Wissenschaft und Kunst bedingen einander in einem dialektischen Zusammenhang, eine Entscheidung basiert stets auf beidem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b0a4\">Die potenziellen milit\u00e4rischen F\u00fchrungskr\u00e4fte sind daher schon in ihrer Grundausbildung mit alternativen (heuristischen) L\u00f6sungsmethoden zu konfrontieren und in deren Anwendung stets weiterzuentwickeln. Das Denken abseits von Checklisten und Schemata basierend auf einem einfachen Modell, welches situationsbedingt adaptiert werden kann, ist hier der zu verfolgende Ansatz. \u201eIn einer Gesellschaft, die sich an Menschen ausrichtet, darf nicht zu viel normiert werden, um abweichendes Denken und Verhalten nicht zu beschneiden.\u201c[58] Dies bedingt auch eine akademische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Denk- und L\u00f6sungsans\u00e4tzen. \u201eUnsere wichtigste Waffe gegen das Schicksal [Anmerkung des Verfassers: die kognitive Beeinflussung] ist die gewaltige Komplexit\u00e4t unseres Gehirns.\u201c[59] Die Kernf\u00e4higkeit des Gehirns im Zusammenhang mit der kognitiven Kriegf\u00fchrung ist es, \u201e[\u2026] mentale Objekte miteinander konkurrieren zu lassen [\u2026].\u201c[60] Damit ist die gleichzeitige Betrachtung gegens\u00e4tzlicher Denkm\u00f6glichkeiten gemeint.[61]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Ein Offizier, der voll von guten Ideen ist, aber keine Gelegenheit hat, Initiative zu beweisen, verbraucht allm\u00e4hlich seinen Energievorrat, wird apathisch und beginnt oberfl\u00e4chlich zu arbeiten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-aqv8\">Dialektik der Wissenschaft im Licht der kognitiven Kriegf\u00fchrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8i4kc\">Der Denkprozess einer F\u00fchrungskraft setzt sich aus der sinnlichen Erkenntnis (der sinnlichen Erfahrung) und der rationalen Erkenntnis (dem abstrakten Denken) zusammen.[62] \u00c4hnlich wie die Theorie die Praxis braucht, um das Denken in konkrete Handlungen zu transferieren, braucht die Empirie die Rationalit\u00e4t, um zu Probleml\u00f6sungen zu gelangen. Die Versuchung, der Empirie eine \u00fcberzeichnende Rolle zuzugestehen, ist gro\u00df.[63] Dinge quantifizierbar zu machen \u00fcbt einen gro\u00dfen Reiz auf F\u00fchrungskr\u00e4fte aus. F\u00fchrung an Ergebnissen festzumachen und diese auch noch messen zu k\u00f6nnen, ist dem Menschen eine starke Verlockung. \u201eDoch in einer Gesellschaft, in der viele schlaue Apparaturen alles messen, ist es nicht leicht, den Tag anders zu bewahren als in Daten. Wer sich unentwegt misst, tritt zu sich selbst in eine exzentrische Position. Er behandelt sich selbst als Objekt, statt einfach nur zu sein.\u201c[64]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f38do\">Um mittels der Urteilskraft eine Entscheidung zu treffen, braucht es mehr als nur den messbaren Teil einer Problemstellung. Die Beurteilung, das Bewerten der empirisch erhobenen Daten, die Bedeutungssetzung der Fakten, ist der wesentliche Teil, um Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Denn es muss stets bewusst bleiben: \u201eDie messbare Seite der Welt ist nicht die Welt, sondern nur die messbare Seite der Welt.\u201c[65] Um das Messbare richtig einsch\u00e4tzen und bewerten zu k\u00f6nnen, ist die Rationalit\u00e4t im Sinne eines abstrakten Denkverm\u00f6gens notwendig. Dieses abstrakte Denkverm\u00f6gen bedarf einer entsprechenden (akademischen) Bildung. Bildung ist nach Precht immer auch Herzensbildung, die nicht nur auf Verstand und Vernunft basiert, sondern Fragen der Moral und Urteilsbildung miteinflie\u00dfen l\u00e4sst.[66] \u201eMessen und Messbares richtig einzusch\u00e4tzen ist eine Bildungsfrage.\u201c[67] Hier geht es nicht nur um das Erkennen von vorliegenden Fakten, sondern um deren Interpretation und deren Zusammendenken zu m\u00f6glichen Antworten auf die komplexen Herausforderungen unserer Zeit.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Um das Messbare richtig einsch\u00e4tzen und bewerten zu k\u00f6nnen, ist die Rationalit\u00e4t im Sinne eines abstrakten Denkverm\u00f6gens notwendig.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-aus2t\">Es geht \u201e[\u2026] von der lebendigen Anschauung zum abstrakten Denken und von diesem zur Praxis [\u2026].\u201c[68] Nur auf das abstrakte Denkverm\u00f6gen zur\u00fcckzugreifen, ist genauso unvollst\u00e4ndig f\u00fcr die Erarbeitung einer Probleml\u00f6sung, wie sich nur der Empirie zuzuwenden. Erst das Aufbauen auf der Anschauung einer Situation erm\u00f6glicht es, dem abstrakten Denken eine Entscheidungsgrundlage zu liefern. Beides dient auf der Entscheidungs-Ebene des Theresianischen F\u00fchrungsmodells der Sph\u00e4re der Wissenschaft, w\u00e4hrend die Urteilskraft zur Entscheidungsfindung, als kreativer Schaffungsakt, der Sph\u00e4re der Kunst zuzuordnen ist. \u201e[\u2026] wo Schaffen und Hervorbringen der Zweck ist, da ist das Gebiet der Kunst; die Wissenschaft herrscht, wo Erforschen und Wissen das Ziel ist.\u201c[69]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-affob\">Das Theresianische F\u00fchrungsmodell verbindet also zum einen Wissenschaft und Kunst, zum anderen die Empirie mit der Rationalit\u00e4t. Die Offenheit des Modells und dessen Anwendung geht Hand in Hand mit der akademischen Bildung der F\u00fchrungskr\u00e4fte, welche dieses zur Anwendung bringen sollen. Damit einerseits eine kognitive Einflussnahme nicht verhindert wird, aber andererseits in ihrer Wirkung stets begrenzt bleibt. Diese Bildungskomponente hat, wie bereits kurz angedeutet, auch eine hohe Relevanz f\u00fcr den Umgang mit Technologien, die auch zur Unterst\u00fctzung der Entscheidungsfindung herangezogen werden k\u00f6nnen, oder diese g\u00e4nzlich zu \u00fcbernehmen imstande sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-248n9\">Kognitive Kriegf\u00fchrung, Information und Wirkung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4hqtc\">Die kognitive Kriegf\u00fchrung st\u00fctzt sich in erster Linie auf Informationen als Wirkmittel ab. Informationen sind damit die zentrale Ressource im Informationsumfeld. Die Beeinflussung des Denkens ist aber nicht nur von Informationen abh\u00e4ngig, sondern auch von den Informationskan\u00e4len (sowie der dahinter liegenden Technologie) und letztlich darauf aufbauend auch von deren Wirkung. F\u00fchrungskr\u00e4fte arbeiten, bewusst oder unbewusst, bei der Entscheidungsfindung mit verschiedenen F\u00fchrungsverfahren, -prozessen oder -modellen. Diese helfen komplexe Herausforderungen einer L\u00f6sung zuzuf\u00fchren. Die Modelle verarbeiten Informationen in unterschiedlicher Qualit\u00e4t und auf verschiedenen Ebenen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>F\u00fchrungskr\u00e4fte arbeiten, bewusst oder unbewusst, bei der Entscheidungsfindung mit verschiedenen F\u00fchrungsverfahren, -prozessen oder -modellen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dmds3\">Aber nicht nur F\u00fchrungskr\u00e4fte bilden sich ein Urteil mittels eines Prozesses. Jeder Mensch bildet sich seine Urteile anhand von verf\u00fcgbaren Informationen mittels eines, abh\u00e4ngig vom emotionalen Einfluss, mehr oder weniger rationalen Verfahrens. Dabei haben quantifizierbare Informationen einen besonderen Reiz hinsichtlich ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit. Noch st\u00e4rker wirken jedoch Bilder. Die Informationen dienen dazu, unser Denken zu beeinflussen. Es geht darum, zu bestimmen, was und wie gedacht wird. F\u00fchrungsmodelle verf\u00fcgen \u00fcber kognitive Angriffspunkte, die eine Beeinflussung sowohl im Denken als auch in der Planung erm\u00f6glichen. Das hat letztlich auch eine Auswirkung \u00fcber die Entscheidungsfindung hinaus in die konkrete Umsetzung von Handlungen hinein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9v2kc\">Diese kognitive Verwundbarkeit findet sich auch im Theresianischen F\u00fchrungsmodell wieder. Informationen dienen hier als Basis daf\u00fcr, zun\u00e4chst ein Problem zu identifizieren, danach F\u00fchrung, ausgehend vom abstrakten Denken hin zu einem konkreten Tun, zu erm\u00f6glichen und schlie\u00dflich, nach Erfassung und Bewertung der Informationen, eine Entscheidung herbeizuf\u00fchren, die das Problem adressiert. Kognitive Kriegf\u00fchrung kann das F\u00fchrungsmodell bei der Problemerkennung, der F\u00fchrungshandlung oder der Entscheidungsfindung empfindlich st\u00f6ren oder beeinflussen. Der Informationsraum, als der Faktor Raum im Modell, ist hinsichtlich der vorhandenen Informationen durch das Denken so zu erschlie\u00dfen, dass die Ausgangssituation auf der Verstandesebene so aufbereitet werden kann, dass die Informationen hinsichtlich ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit gepr\u00fcft wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8gdv5\">Diese Pr\u00fcfung wird durch die Bewertung auf der Vernunftebene nochmals \u00fcberlagert. Dies ist nur dann sicherzustellen, wenn die Informationen immer aus unterschiedlichen Perspektiven einer kritischen W\u00fcrdigung unterzogen werden. Dazu ben\u00f6tigt es F\u00fchrungskr\u00e4fte, welche \u00fcber eine entsprechende Bildung verf\u00fcgen. Die unterschiedlichen Rollen einer F\u00fchrungskraft, die auf einer fundierten akademischen Basis aufbauen, helfen dabei. Es braucht neben der spezifisch milit\u00e4rischen Kompetenz auch eine etwas allgemeinere Expertise zu den Aufgaben als F\u00fchrungskraft und dar\u00fcber hinaus auch noch eine generalistische Bildungsbasis, die \u00fcber das Milit\u00e4rische hinausreicht. Die Dialektik von Wissenschaft und Kunst einerseits und der dialektische Zusammenhang zwischen Empirie und Rationalit\u00e4t andererseits versetzt F\u00fchrungskr\u00e4fte in die Lage, eine erh\u00f6hte Resilienz der milit\u00e4rischen F\u00fchrung im Rahmen der kognitiven Kriegf\u00fchrung zu erzielen. Nicht zu vergessen bleibt die Einbindung gebildeter und kritischer Berater, die es erm\u00f6glichen, auch eine entsprechende Au\u00dfensicht miteinzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es braucht neben der spezifisch milit\u00e4rischen Kompetenz auch eine etwas allgemeinere Expertise zu den Aufgaben als F\u00fchrungskraft und dar\u00fcber hinaus auch noch eine generalistische Bildungsbasis, die \u00fcber das Milit\u00e4rische hinausreicht.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cv1q5\">Was charakterisiert nun erfolgreiche F\u00fchrung im Informationsumfeld? Erfolgreiche F\u00fchrung erkennt Probleme und f\u00fchrt diese einer L\u00f6sung zu, um Ziele zu erreichen. Dabei ist der Blick auf das Wesentliche zu richten und die Involvierung der F\u00fchrungskraft direkt in das Problem zu verhindern. Es geht hier also um die Balance zwischen F\u00fchrungsmoment (dem Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine F\u00fchrungshandlung), der Entscheidungsdistanz (sich also nicht im Detail\/Problem zu verlieren) und der daraus resultierenden F\u00fchrungsruhe (um mittels der Urteilskraft rechtzeitig Entscheidungen zu treffen).[70] Dieser Erfolg basiert auf einer ausgepr\u00e4gten F\u00fchrungskompetenz, die vieles vom bereits Beschriebenen beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_bceb0cda97834c89961844e914fdd3bbmv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2592\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Faktoren des F\u00fchrungserfolges; Source: Verfasser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4d9g9\">Entscheidungsfreude, die getragen wird von der Umsetzung des Theresianischen F\u00fchrungsmodells, steht dabei in Wechselwirkung mit einer ausgepr\u00e4gten Menschenorientierung, die es erm\u00f6glicht, die oben genannte Au\u00dfensicht in die Entscheidung einzupflegen, aber auch die richtigen Menschen mit der Umsetzung zu beauftragen. Als dritter Faktor ist in diesem Zusammenhang noch die Adaptionsf\u00e4higkeit zu nennen, welche es erlaubt, die Dialektik zwischen Verstand und Vernunft bestm\u00f6glich zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2023\/12\/0d3ede_d195c703dccc41daa56157e5664fbe3bmv2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2593\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Faktoren der F\u00fchrungskompetenz; Source: Verfasser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-qjb8\">\u201eDie Kriegskunst im eigentlichen Sinn wird also die Kunst sein, sich der gegebenen Mittel im Kampf zu bedienen, und wir k\u00f6nnen sie nicht besser als mit dem Namen Kriegf\u00fchrung bezeichnen.\u201c[71] Dieses Mittel, welches einerseits das vorrangige Ziel der kognitiven Kriegf\u00fchrung ist, ist andererseits auch gleichzeitig die st\u00e4rkste Waffe im Kampf um die Informations\u00fcberlegenheit. Das Gehirn repr\u00e4sentiert, um auf das Theresianische F\u00fchrungsmodell zur\u00fcckzugreifen, zum einen Raum und Kraft auf der Problemebene, zum anderen Denken und Planen auf der F\u00fchrungsebene und schlie\u00dflich Verstand und Vernunft auf der Entscheidungsebene. \u201eDer Hang zur kognitiven Demagogie, zur Faszination durch das Negative oder ganz allgemein zu den Aspekten, die der dunklen Seite der kognitiven Apokalypse zum Sieg verhelfen, ist zwar stark, aber, das sei hier nochmals mit aller Entschiedenheit gesagt, wir k\u00f6nnen ihm auch widerstehen.\u201c[72]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ccnle\">Oberst des Generalstabsdienstes Professor (FH) Ing. Mag. (FH) <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/georg-kunovjanek-1454b0118\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>Georg Kunovjanek<\/u><\/a>, MSD PhD; Forschungsinteresse: F\u00fchrungskraft, F\u00fchrungsverfahren und F\u00fchrung im Cyberspace. Publikationen: Georg Kunovjanek, Georg Maier, <em>Von der F\u00fchrung \u2013 Das \u201eneue\u201c Theresianische F\u00fchrungsmodell<\/em> (Berlin: Miles-Verlag, 2023). Georg Kunovjanek, <em>Cyber \u2013 Die Dom\u00e4ne der vernetzten Unsicherheit<\/em> (Berlin: Miles-Verlag, 2021). Akademisches Bet\u00e4tigungsfeld: Leiter des Instituts f\u00fcr Offiziersausbildung und Studiengangsleiter des Fachhochschul-Bachelorstudienganges \u201eMilit\u00e4rische informations- und kommunikationstechnologische F\u00fchrung\u201c. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors. Diese m\u00fcssen nicht mit jenen des \u00f6sterreichischen Bundesministeriums f\u00fcr Landesverteidigung \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-eudo3\">[1] Georg Kunovjanek, Georg Maier, \u201cDas neue Theresianische F\u00fchrungsmodell,\u201d Armis et Litteris, Band 37, (Wiener Neustadt: 2022), 58-60.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cjr8b\">[2] Ibid., 52-57.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-37us6\">[3] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fk5rc\">[4] Immanuel Kant, \u201cKritik der reinen Vernunft,\u201d (Stuttgart: Philipp Reclam 1966), 120.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-def12\">[5] BMLV (Hrsg.), \u201cEinsatz im Informationsumfeld,\u201d Querschnittskonzept, (Wien: Eigenverlag, 2023), 15-18.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-eftcb\">[6] Ibid., 15-16.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6k3u2\">[7] Georg Kunovjanek, Georg Maier, \u201cVom neuen Theresianischen F\u00fchrungsmodell,\u201d The Defence Horizon Journal, (Published May 02, 2023), 19.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9fdl6\">[8] Georg Kunovjanek, \u201cVom Wert der Information im Krieg,\u201d The Defence Horizon Journal, (Published October 21, 2022), 9.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fb8ma\">[9] Matthias Burchardt, \u201cGeistlose Traumfabriken \u2013 Phantasmagorien der Bildungsreform,\u201d in Als ob! Die Kraft der Fiktion, Philosophicum Lech, Konrad P. Liessmann (Ed.), (Wien: Paul Zsolnay Verlag 2022), 73.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fkj9p\">[10] Georg Kunovjanek, \u201cVom Wert der Information im Krieg,\u201d The Defence Horizon Journal, (Published October 21, 2022), 13.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f056t\">[11] BMLV (Hrsg.), \u201cEinsatz im Informationsumfeld,\u201d Querschnittskonzept, (Wien: Eigenverlag, 2023), 29.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5dti0\">[12] Ibid., 28-29.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ckhm6\">[13] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6dopr\">[14] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f4g5e\">[15] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7rehl\">[16] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-brcqm\">[17] Anton Zeilinger, \u201cJederzeit selbst zu denken, das ist die Maxime,\u201d Festrede zur Er\u00f6ffnung der Salzburger Festspiele, in Kleine Zeitung (Published July 28, 2023), 2-3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ctu3e\">[18] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3gd2g\">[19] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-19hkb\">[20] Robert Greene, \u201c33 Gesetze der Strategie,\u201d (M\u00fcnchen: Hanser Verlag 2023), 89.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7u9o8\">[21] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-eahvv\">[22] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-46jd5\">[23] Ibid., 148.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-30h65\">[24] Georg Kunovjanek, Georg Maier, \u201cVon der F\u00fchrung \u2013 Das \u201eneue\u201c Theresianische F\u00fchrungsmodell. Denkanst\u00f6\u00dfe zu einem reduzierten F\u00fchrungsprozess in einer komplexen Umwelt,\u201d (Berlin: Miles-Verlag 2023), 29.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-asi4n\">[25] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5aq33\">[26] Ibid., 108.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7p2kv\">[27] Ibid., 109.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5s7me\">[28] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2p1i6\">[29] Ansgar Rieks, \u201cGeistiger Stillstand ist R\u00fcckschritt: Gedanken zu \u201eBildung und Offizierberuf,\u201c (Hamburg: 2021), 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-429vk\">[30] Johannes Schiebener, Matthias Brand, \u201cDecision Making Under Objective Risk Conditions \u2013 a Review of Cognitive and Emotional Correlates, Strategies, Feedback Processing, and External Influences,\u201d in Neuropsychological Review 25, 171\u2013198.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bao0n\">[31] Ibid., 175-176.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-51rr\">[32] BMLVS, \u201cDVBH Taktisches F\u00fchrungsverfahren,\u201d (Wien: Eigenverlag 2012), 17.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ch7ot\">[33] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022), 103.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fe01p\">[34] Ibid., 140.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fu8ir\">[35] Ibid., 24.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5891g\">[36] Johannes Schiebener, Matthias Brand, \u201cDecision Making Under Objective Risk Conditions \u2013 a Review of Cognitive and Emotional Correlates, Strategies, Feedback Processing, and External Influences,\u201d in Neuropsychological Review 25, 185.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-29ol5\">[37] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bum67\">[38] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022), 95.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-epgcq\">[39] Ibid., 80-81.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-92jtp\">[40] Ibid., 96.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6tevg\">[41] Ibid., 88.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c867o\">[42] Johannes Schiebener, Matthias Brand, \u201cDecision Making Under Objective Risk Conditions \u2013 a Review of Cognitive and Emotional Correlates, Strategies, Feedback Processing, and External Influences,\u201d in Neuropsychological Review 25, 186.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5nr5d\">[43] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022), 104.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3g7pf\">[44] Ibid., 102.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9ki85\">[45] Ibid., 115.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cndnk\">[46] Ibid., 139.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-biae5\">[47] Ibid., 140.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-caknr\">[48] Georg Kunovjanek, \u201cVom Wert der Information im Krieg,\u201d The Defence Horizon Journal, (Published October 21, 2022), 15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5f16s\">[49] \u201cDefending Ukraine: Early Lessons from the Cyber War,\u201d Microsoft, accessed July 30, 2022, https:\/\/query.prod.cms.rt.microsoft.com\/cms\/api\/am\/binary\/RE50KOK, 12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5caub\">[50] Georg Kunovjanek, \u201cVom Wert der Information im Krieg,\u201d The Defence Horizon Journal, (Published October 21, 2022), 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-25aag\">[51] \u201cDefending Ukraine: Early Lessons from the Cyber War,\u201d Microsoft, last accessed July 30, 2022, https:\/\/query.prod.cms.rt.microsoft.com\/cms\/api\/am\/binary\/RE50KOK, 13.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3hrk8\">[52] Carl von Clausewitz, \u201cVom Kriege,\u201d (Hamburg: Nikol Verlag 2016), 135.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2h5im\">[53] Philip Meissner, \u201cEntscheiden ist einfach,\u201d (Frankfurt am Main: Campus Verlag 2019), 77-80.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-32da4\">[54] Niccolo Machiavelli, \u201cDer F\u00fcrst,\u201d (Stuttgart: Kr\u00f6ner Verlag 1978), 96-97.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f0cip\">[55] Niccolo Machiavelli, \u201cDiscorsi, Gedanken \u00fcber Politik und Staatsf\u00fchrung,\u201d (Stuttgart: Kr\u00f6ner Verlag 1977), 96-97.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dkvn8\">[56] D. A. Iwanow, W. P. Saweljew, P.W. Schemanski, \u201cGrundlagen der Truppenf\u00fchrung,\u201d (Berlin: Milit\u00e4rverlag der DDR 1973), 146-147.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6hc8m\">[57] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5e6ch\">[58] Richard David Precht, \u201cJ\u00e4ger, Hirten, Kritiker \u2013 Eine Utopie f\u00fcr die digitale Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: Goldmann Verlag 2018), 199.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ab1ud\">[59] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022), 248.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4i0p\">[60] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1aej1\">[61] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8p41b\">[62] D. A. Iwanow, W. P. Saweljew, P.W. Schemanski, \u201cGrundlagen der Truppenf\u00fchrung,\u201d (Berlin: Milit\u00e4rverlag der DDR 1973), 227.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-db24k\">[63] Georg Kunovjanek, Georg Maier, \u201cVon der F\u00fchrung \u2013 Das \u201eneue\u201c Theresianische F\u00fchrungsmodell. Denkanst\u00f6\u00dfe zu einem reduzierten F\u00fchrungsprozess in einer komplexen Umwelt,\u201d (Berlin: Miles-Verlag 2023), 108.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5ekge\">[64] Richard David Precht, \u201cJ\u00e4ger, Hirten, Kritiker \u2013 Eine Utopie f\u00fcr die digitale Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: Goldmann Verlag 2018), 160.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8mcja\">[65] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b1ofc\">[66] Ibid., 171.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-18bi\">[67] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fnvm4\">[68] D. A. Iwanow, W. P. Saweljew, P.W. Schemanski, \u201cGrundlagen der Truppenf\u00fchrung,\u201d (Berlin: Milit\u00e4rverlag der DDR 1973), 227.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-al6v4\">[69] Carl von Clausewitz, \u201cVom Kriege,\u201d (Hamburg: Nikol Verlag 2016), 135.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3419i\">[70] Georg Kunovjanek, Georg Maier, \u201cVon der F\u00fchrung \u2013 Das \u201eneue\u201c Theresianische F\u00fchrungsmodell. Denkanst\u00f6\u00dfe zu einem reduzierten F\u00fchrungsprozess in einer komplexen Umwelt,\u201d (Berlin: Miles-Verlag 2023), 59.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-anc50\">[71] Carl von Clausewitz, \u201cVom Kriege,\u201d (Hamburg: Nikol Verlag 2016), 106.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b266u\">[72] G\u00e9rald Bronner, \u201cKognitive Apokalypse \u2013 Eine Pathologie der digitalen Gesellschaft,\u201d (M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag 2022), 248.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: F\u00fchrung bedarf einer kognitiven Leistung. In den verschiedenen F\u00fchrungsmodellen gibt es daher Wirkungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine kognitive Einflussnahme auf die F\u00fchrungskraft, den F\u00fchrungsprozess und schlie\u00dflich auf die F\u00fchrungsentscheidung selbst. Anhand des Theresianischen F\u00fchrungsmodells sollen diese Wirkm\u00f6glichkeiten einer kritischen W\u00fcrdigung unterzogen werden. 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