{"id":734,"date":"2023-05-08T04:30:25","date_gmt":"2023-05-08T04:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=734"},"modified":"2025-10-30T19:44:14","modified_gmt":"2025-10-30T18:44:14","slug":"analyse-revolutionen-europa-arabien-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/analyse-revolutionen-europa-arabien-1\/","title":{"rendered":"Eine vergleichende Analyse der europ\u00e4ischen und arabischen Revolutionen des 20. und 21. Jahrhunderts"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract:<\/strong> Vor 175 Jahren erhob sich in den Staaten des Deutschen Bundes die Bev\u00f6lkerung gegen das Wiener-Kongress-System Metternichs von 1815. Die Forderungen nach nationalstaatlicher Einheit, Gleichheit und Freiheit sowie sozialer Ausgewogenheit waren nicht neu. Sie waren schon Ausdruck der franz\u00f6sischen Revolutionen von 1789 und 1830. Inwieweit gibt es nicht nur Verbindungen zwischen diesen Revolutionen, sondern auch zu den revolution\u00e4ren Transformationen im arabischen Raum w\u00e4hrend des 20. und 21. Jahrhunderts, und wo gibt es Diskrepanzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fjltk\"><strong>Problemdarstellung:<\/strong> Welche demokratietheoretischen sowie nationalstaatlich-prozessualen Erkenntnisse kann man bei der vergleichenden Betrachtung der Revolutionen von 1789, 1848\/49, 1956 und 2008 bis heute im Orient und Okzident ziehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6fecd\"><strong>Bottom-line-up-front:<\/strong> Die Revolution von 1848\/49 war ein Meilenstein f\u00fcr den europ\u00e4ischen Demokratisierungs- und Einigungsprozess der Nationalstaaten innerhalb Europas. Sie war eine Inspiration f\u00fcr die panarabische Bewegung. Wenn auch hier der Ruf nach Befreiung von den ehemaligen Kolonialm\u00e4chten un\u00fcberh\u00f6rbar war, so blieb diese Bewegung doch fernab jegliche demokratischen Erneuerungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d3s2s\"><strong>Was nun?:<\/strong> Europa sollte in den Entwicklungsstaaten vor allem der arabischen Region im Bildungswesen, der zivilen, aber auch milit\u00e4rischen Forschung werben und investieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_051cda3097cb4338b36858e5ac3c656a~mv2.png\" alt=\"French Revolution\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">Source: shutterstock.com\/SexyMandalaMan<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-2vond\" class=\"wp-block-heading\">Sozio\u00f6konomische Verwerfungen als Basiselement politischer Revolutionen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e7nv6\">Friedrich Meineke schrieb 1948 zur Deutschen Revolution des Jahres 1848\/49: \u201eDie deutsche Revolution von 1848 zeigt nun gewi\u00df nicht nur allenthalben den oft \u00fcber das Wirkliche hinwegfliegenden und ideologisch werdenden Idealismus, sondern auch \u2013 kausal noch m\u00e4chtiger \u2013 das Wirkliche selber, die massiven und elementaren Interessen der Menschen und sozialen Gruppen \u2026\u201c.[1] Die Franz\u00f6sische Revolution war ab Herbst 1788 eine sozio\u00f6konomische Auseinandersetzung zwischen den privilegierten und den weniger privilegierten Klassen. Abbe Siey\u00e8s (1748\u20131836) schrieb nicht umsonst in seiner Abhandlung zum \u201eDritten Stand\u201c, es gelte uneingeschr\u00e4nkt die <em>volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale<\/em>, also das Hinwegfegen der Privilegien des k\u00f6niglichen Hofes und nicht des K\u00f6nigs allein, denn eine homogene Ordnung schlie\u00dfe g\u00e4nzlich Sonderrechte aus, weil diese denn auch auf subsumierenden Rechten und Gesetzen beruhten. Somit sei die Nationalversammlung der Ort der Legitimation, gest\u00fctzt durch die Generalst\u00e4nde.[2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dgh10\">Es war die sozio\u00f6konomische Krise zwischen 1788 und 1789, die zur Politisierung und zugleich zur Nationalisierung der franz\u00f6sischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert f\u00fchrte. \u201eSous l\u2019influence simultan\u00e9e d\u2019une crise \u00e9conomique et de la convocation des \u00c9tats g\u00e9n\u00e8raux ces deux causes se combinerent pour cr\u00e9er une m\u00e9ntalit\u00e9 insurrectionelle.\u201c[3] Dieses Zitat von Georges Lefebvre macht nochmals deutlich, wie verbunden die Industrialisierung mit den sozialen Umw\u00e4lzungen und der Politisierung der franz\u00f6sischen Gesellschaft war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dfrrd\">Aber genauso wie diese Revolution f\u00fcr Deutschland einen Traum von Freiheit verhie\u00df, war sie f\u00fcr Deutschland auch Trauma durch die napoleonische Nachfolge\u00e4ra.[4] Die Industrialisierung war gleichzeitig f\u00fcr den Deutschen Bund in der Zeit nach dem Wiener Kongress 1814\/15 nicht nur ein Aufbruch zum Positiven, sondern auch zur Pauperisierung ganzer Schichten in den deutschen Staaten.[5] Der Wiener Kongress und seine Schlussakte 1815 waren nicht auf nationale Einheit und Demokratisierung, geschweige denn auf revolution\u00e4re Freiheitsbestrebungen ausgerichtet, genauso wenig wie in Tunesien oder Algerien beziehungsweise gar \u00c4gypten. Bourguiba und Jamel Abdel Nasser waren diejenigen, die mit der Antikolonialbewegung der 50er Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts nicht nur die dortigen Fremdherrscher entmachteten, sondern auch die beyistisch-islamisch-konservativ-monarchistischen Strukturen.[6] Die Einf\u00fchrung kompletter laizistischer-pr\u00e4sidialer Strukturen f\u00fchrte erst zur panarabischen Revolution und Staatlichkeitsbildung, wenn auch anders als in der westlichen Hemisph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Industrialisierung war gleichzeitig f\u00fcr den Deutschen Bund in der Zeit nach dem Wiener Kongress 1814\/15 nicht nur ein Aufbruch zum Positiven, sondern auch zur Pauperisierung ganzer Schichten in den deutschen Staaten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5iupa\">Somit war auch die Deutsche Revolution vor 175 Jahren nichts anderes als die Antwort auf die soziale wie die konstitutionelle Disposition, wie sie einst auch die Frage in der Franz\u00f6sischen Revolution 1789 wie in der Julirevolution 1830 war. Damit war sie auch eine nationale Auseinandersetzung, so wie auch die Antikolonialisierung des Maghreb eine nationale und soziale Frage darstellte und wie auch die sogenannte Jasminrevolution und die folgenden milit\u00e4rischen Verwerfungen seit dem Jahre 2010\/11 im Nahen Osten nichts anderes darstellen als die Suche nach einer neuen sozialen und konstitutionellen Antwort. Genauso wie die Franz\u00f6sische Revolution 1788\/89 auch eine Gro\u00dfmachtfrage darstellte, wie die Pillnitzer Erkl\u00e4rung von 1791 durch das K\u00f6nigreich Preu\u00dfen und die Habsburgermonarchie deutlich offenbarte, und wie auch die radikalen Kr\u00e4fte in Frankreich selbst \u2013 vor allem die Girondisten \u2013 es explizit als Weg ansahen, um der Inflation und der allgemeinen Wirtschaftskrise zu entgehen, indem sie gegen Europa einen Krieg fokussierten, der dann von Napoleon erfolgreich bis 1815 fortgesetzt wurde, so war auch die Deutsche Revolution 1848 eine dualistische Gro\u00dfmachtfrage zwischen \u00d6sterreich-Ungarn und Preu\u00dfen, die bis zur milit\u00e4rischen Entscheidung 1866 anhalten sollte.[7] Sie war aber genauso eine konstitutionelle Frage zur Ausgestaltung des Nationalstaates, wobei sich diese Disposition von der franz\u00f6sischen des Jahres 1789 insofern unterschied, dass sie einer Robespierrschen Schreckensherrschaft mit nachfolgendem Bonapartismus entging, weil es um die Austarierung zwischen liberalem Parlamentarismus, monarchistischer Letztinstanz und sozialer Republik ging.[8] Somit war die Deutsche Revolution 1848\/49 durchaus eine politisierende, aber auch eine sozio\u00f6konomische. Wenn man diese sogar noch genauer erfassen m\u00f6chte, war sie laut dem Oberpr\u00e4sidenten der preu\u00dfischen Rheinprovinz, Franz August Eichmann, eine nationale Bewegung, herbeigef\u00fchrt durch eine b\u00fcrgerliche Revolution, die die Schichtenspezifit\u00e4t offengelegt h\u00e4tte.[9]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Somit war die Deutsche Revolution 1848\/49 durchaus eine politisierende, aber auch eine sozio\u00f6konomische.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7fs1b\">Man kann jedoch kaum die b\u00fcrgerliche Revolution von der sozialen Revolution trennen. Es ist unbestritten, dass die Revolution die Folge aufeinanderfolgender Krisen war, sowohl die franz\u00f6sischen Revolutionen 1789 und 1830 wie auch die europ\u00e4ischen Revolutionen 1848\/49, wie auch die arabischen \u201eRevolutionen\u201c beziehungsweise Putsche ab 2008 und 2010\/11. Zun\u00e4chst brach eine Agrarkrise von 1845-47 aus, in Tunesien 2006\u20132007, darauf folgte eine Teuerungskrise mit Missernten 1845\/46, die breite Bev\u00f6lkerungsschichten traf. Selbiges gilt f\u00fcr \u00c4gypten, Tunesien und teilweise Libyen 2008\/09 mit den massiven Missernten, die zu einer Brotkrise f\u00fchrten und in S\u00fcd-Tunesien zu den ersten Brotaufst\u00e4nden.[10] Diese Ern\u00e4hrungskrise traf zwischen 1845 und 1847 den Konsumg\u00fcterbereich in voller Breite und damit auch das Gewerbe, insbesondere die Textilindustrie. Gleichzeitig jedoch schuf der Bau der Eisenbahn im Zuge der Industriellen Revolution gerade in der Schwerindustrie neue Arbeitspl\u00e4tze, weil gerade hier ein separater Konjunkturaufschwung m\u00f6glich wurde, der bis 1847 auch anhielt.[11] F\u00fcr die Entwicklungsstaaten in Nordwestafrika, insbesondere Tunesien, \u00c4gypten, Algerien sowie auch Mauretanien, war das Jahr 2008 genauso eine Z\u00e4sur wie in Deutschland und Europa die Jahre 1845\u20131847, weil auch die Brotkrise 2008 einen direkten Einfluss auf die Konsumg\u00fcterindustrie hatte und hier insbesondere auf die Textilindustrie, die sogar noch intensiver getroffen wurde als in Europa im 19. Jahrhundert. Das Fatale an dieser sozio\u00f6konomischen Situation ist, dass es gerade im Maghreb und der gesamten Arabischen Liga keinen schwerindustriellen Komplex gibt und damit die Nahrungsmittelkrise des Jahres 2008 nicht aufgefangen werden konnte, was letztlich auch die Putsche zwischen 2010 und 2014 beispielsweise in \u00c4gypten, Tunesien und im Jemen st\u00fctzte.[12]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bm0eo\">Die Wirtschaftskrise im Deutschen Bund Mitte des 19. Jahrhunderts f\u00fchrte zu einer Kreditnot, die das Kleingewerbe traf und damit auch die unteren sozialen Schichten. Es musste quasi bereits 1847, genauso wie im Maghreb 2008, zu Hungerunruhen kommen, die sich dann 1848 in einer allgemeinen Revolution entluden, wie sie sich 2010\/11 in Tunesien ebenfalls ihre Bahn brach. Auch wenn die Nahrungsmittelkrise der Jahre 1845\/46 bereits im Fr\u00fchjahr 1848 \u00fcberwunden zu sein schien, so war es doch die allgemeine Wirtschaftskrise, die zu einer politischen Revolution 1848\/49 f\u00fchrte, wie einst auch die Franz\u00f6sische Revolution sowohl 1789 wie 1830 aus der wirtschaftlichen Schieflage entsprungen war. Wenn man sich die Struktur der revolution\u00e4ren 1848er Bewegung ansieht, so ist nach Klaus Sch\u00f6nhoven festzustellen, dass gerade dort Unruhen waren, wo die Modernisierung durch Industrialisierung weit fortgeschritten war und die Agrarreformen zwar eingeleitet, aber vom Adel teilweise zum Erliegen gebracht worden waren. Letztlich kam es auch dort zu Unruhen, wo durch die napoleonische Herrschaft manche Landesgebiete des Deutschen Bundes den Landesherren gewechselt hatten und die Beamtenherrschaft den weiteren Fortschritt verhinderte, wie beispielsweise in der bayrischen Pfalz.[13] Selbiges, so Abdelmajid Guelmami, l\u00e4sst sich f\u00fcr Tunesien oder Algerien (2019) festhalten, wo sich vom S\u00fcden die Volksaufst\u00e4nde ab 2008 und letztlich 2010\/11 sowie 2019 nach Norden bewegten. Gerade Landwirte waren es 1848, welche liberale Grundrechte einforderten, so beispielsweise die Aufhebung der Bindung an den Grundherrn, was zugleich eine Verbindung zu Begriffen wie Freiheit, Menschenw\u00fcrde, Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte mit implizierte.[14]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Auch wenn die Nahrungsmittelkrise der Jahre 1845\/46 bereits im Fr\u00fchjahr 1848 \u00fcberwunden zu sein schien, so war es doch die allgemeine Wirtschaftskrise, die zu einer politischen Revolution 1848\/49 f\u00fchrte.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-feccq\">Gerade im Gewerbe zeigte sich zudem, dass dort, wo eine h\u00f6here Bildung und technische Fertigkeit vorhanden war, es auch weniger zu Gewaltaktionen kam. Dort jedoch, wo die Besch\u00e4ftigungslage prek\u00e4r war, akkumulierte sich nicht nur die Unzufriedenheit, sondern auch gewaltt\u00e4tige Aktionen. Dies gilt im selben Modus f\u00fcr die Aufst\u00e4nde bis zum heutigen Tage in der arabischen Welt. Der Versuch, zun\u00e4chst durch Petitionen Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren, war vor allem in \u00c4gypten 2011 sichtbar.[15]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5gvig\">Es waren gerade die Eisenbahnbauarbeiter, die aufgrund der Teuerungskrise der Jahre 1847\/48 im Deutschen Bund die revolution\u00e4ren Ereignisse permanent vorantrieben.[16] Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den revolution\u00e4ren Ereignissen in der arabischen Welt 2008 bis zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt, weil es in der islamischen Region im Nahen Osten so gut wie keine Schwerindustrie gibt. Das Kleingewerbe, insbesondere der Tourismussektor und die Textilindustrie, waren auch die treibenden Kr\u00e4fte der Unruhen bis zum heutigen Tage im Maghreb und im Nahen Osten.[17]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5ppen\">Es waren im 19. Jahrhundert in Deutschland gerade die Handwerker, die sich politisch organisierten, und welche eben auch in der Frankfurter Paulskirche f\u00fcr die Gewerbefreiheit und den Freihandel immer wieder Position ergriffen.[18] Somit war die deutsche wie teilweise die europ\u00e4ische 1848er Revolution zun\u00e4chst eine soziale Bewegung, die sich gegen das Metternich-System positionierte, das sich als unf\u00e4hig erwiesen hatte, die \u00f6konomischen Probleme zu l\u00f6sen. Inwieweit die Bev\u00f6lkerung des Deutschen Bundes 1848 reaktion\u00e4r, reformistisch oder revolution\u00e4r eingestellt war, ist insofern von geringer Bedeutung, weil sich die gro\u00dfe Mehrheit f\u00fcr eine Transformation der Gesellschaftsordnung einsetzte.[19] Es war das Fehlen eines sozio\u00f6konomischen Programmes, was auch das Scheitern der 1848er Revolution mit bedingte. Genauso fehlte es der arabischen Mittelschicht seit 2008 an einer Einheit, was die alten Machteliten bis heute auszunutzen wissen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-fgjc5\" class=\"wp-block-heading\">Staatliche Ordnungsdeterminanten als Teil evolution\u00e4rer Probleme bei Revolutionen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5ccoo\">Es ist auch der verfassungsgebende Akt an sich, der eigentlich das Ende einer Revolution einleitet, weil er durch die Orientierung an einer neuen Ordnung ein neues stabiles System zu zementieren versucht. Es waren vor allem die liberalen Kr\u00e4fte vor 175 Jahren in Deutschland, welche sehr rasch zu normalen Zust\u00e4nden zur\u00fcckkehren wollten. Man versuchte die Konfrontation mit den alten Eliten zu vermeiden und das Grundfundament der Gesellschafts- und Eigentumsordnung gr\u00f6\u00dftenteils zu erhalten. Somit waren die liberalen Kr\u00e4fte der 1848er Bewegung eher antirevolution\u00e4r eingestellt. Dies lag auch daran, dass sich das deutsche B\u00fcrgertum vor Eruptionen wie in der Franz\u00f6sischen Revolution 1789\u20131795 f\u00fcrchtete, was zugleich einen wesentlichen Unterschied darstellt, weil man im Deutschen Bund auch keine plebiszit\u00e4re Milit\u00e4rdiktatur wie einst unter Napoleon haben wollte. Damit war die Revolution eher von Pessimismus und Def\u00e4tismus gepr\u00e4gt. Man suchte aus den Erkenntnissen der franz\u00f6sischen Schreckensherrschaft heraus nach schnellen Kompromissen. Selbst die linken Kr\u00e4fte waren sich uneins dar\u00fcber, inwieweit man Gewalt in der Bewegung einsetzen solle. Es war allein die Hoffnung, dass durch eine Nationalversammlung auch eine Modifizierung der Gesellschaftsordnung m\u00f6glich w\u00e4re.[20]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Man suchte aus den Erkenntnissen der franz\u00f6sischen Schreckensherrschaft heraus nach schnellen Kompromissen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fksul\">Es war zugleich aber auch die Suche nach einer neuen Determinierung einer nationalstaatlichen Neuorientierung, die sowohl die Habsburgermonarchie wie die preu\u00dfische Monarchie betraf, weil man das Wiener System von 1815 endg\u00fcltig ad absurdum f\u00fchren wollte und somit die \u201eDeutsche Frage\u201c eine europ\u00e4ische Frage war. Deshalb ist es auch zu einfach gedacht, zu dem historischen Schluss zu kommen, der Nationalisierungsprozess Deutschlands, welchen Bismarck vorangetrieben h\u00e4tte, sei rein nationaler Natur gewesen. Die Deutsche Frage der 1848er Bewegung war gerade wegen dem Dualismus der beiden mitteleurop\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte mehr als nur eine nationale Frage, denn selbst unter den politischen Fraktionen der damaligen Zeit war man sich \u00fcber den Nationalisierungsprozess des Deutschen Bundes nicht einig. Auch dieser Prozess hin zu einem deutschen Nationalstaat ber\u00fchrte nicht nur die mitteleurop\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte, sondern insbesondere die Bestrebungen anderer Nationalit\u00e4ten, beispielsweise die Ungarn oder die Italiener, welche sich von \u00d6sterreich losl\u00f6sen wollten.[21]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6uudc\">Nicht zu vergessen ist die Bewegung sowohl deutscher- wie d\u00e4nischerseits 1848 um die Schleswig-Frage, die indirekt Russland und Gro\u00dfbritannien betraf. Frankreich hatte ebenfalls Sorge, dass diese revolution\u00e4re Bewegung eine Gefahr f\u00fcr Frankreich sein w\u00fcrde. Es war Heinrich v. Gagern (1799\u20131880), der versuchte, eine \u201ekleindeutsche L\u00f6sung\u201c mit einem v\u00f6lkerrechtlichen B\u00fcndnis zu Habsburg zu debattieren, um auch den Interessen der anderen Nationalit\u00e4ten gerecht zu werden.[22] Es ging insofern auch um die Konstitutionalisierung von \u00d6sterreich und Preu\u00dfen, was nat\u00fcrlich fernab des westeurop\u00e4ischen Verfassungsverst\u00e4ndnisses lag. Dass nat\u00fcrlich dies nicht nur Probleme mit der Nationalit\u00e4tenfrage in Ost- und Mitteleuropa mit sich brachte, zeigte auch die Intention die Machtfrage zu Lasten Preu\u00dfens zu beschlie\u00dfen. Die Position \u00d6sterreich-Ungarns wurde gest\u00e4rkt. Man musste also schon 1849 von einer gespaltenen Bewegung ausgehen, die zwischen schwarz-wei\u00dfem und schwarz-rot-goldenem Patriotismus hin- und hergerissen war.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es ging insofern auch um die Konstitutionalisierung von \u00d6sterreich und Preu\u00dfen, was nat\u00fcrlich fernab des westeurop\u00e4ischen Verfassungsverst\u00e4ndnisses lag.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a5se2\">Auch das unterscheidet diese gesellschaftliche Bewegung von der der Franz\u00f6sischen Revolution 1789, wo die <em>volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale<\/em> die Antriebskraft der franz\u00f6sischen Nationalbewegung gewesen war.[23] Dadurch, dass Preu\u00dfen jedoch \u2013 durch die Bev\u00f6lkerung angetragen \u2013die Kaiserw\u00fcrde durch den preu\u00dfischen K\u00f6nig nicht annahm und man sich mit dem Frieden von Malm\u00f6 verzettelte, war das Reich-Preu\u00dfen-Problem nicht zu l\u00f6sen. Man verfolgte eben keinen einheitlichen Nationalstaatsgedanken.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-7vk9h\" class=\"wp-block-heading\">Das Milit\u00e4r in einer Revolution<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-15i11\">Es war auch die Forderung der Paulskirchen-Nationalversammlung nach einer deutschen Flotte, die nicht nur den ersten Deutsch-D\u00e4nischen Krieg mitbedingte und damit die Deutsche Revolution zu einer europ\u00e4ischen Machtfrage machte. Sie nahm in gewisser Weise den milit\u00e4rischen Nationalisierungsprozess der 1860er und 70er Jahre nicht nur deutscherseits vorweg, sondern bedingte auch den italienischen mit. Die Forderung nach einer Hochseeflotte basierte auf der strategischen Grundlage, dass neben der Kriegsf\u00fchrung gegen D\u00e4nemark 1848 ein langfristiges Flottenbauprogramm vorgesehen wurde, welches zum einen zur defensiven K\u00fcstenverteidigung und der Verteidigung des \u00dcberseehandels, zum anderen zur Implementierung einer globalen Seemacht gedacht war.[24] Es war der Deutsch-D\u00e4nische Krieg von 1848, welcher die Revolution \u2013 wie einst die Franz\u00f6sische Revolution von 1789 \u2013 noch mehr politisierte und damit auch die Flottenfrage zur nationalen Frage erhob, lange vor der Tirpitzschen Flottenpolitik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7t9b5\">Der Flottengedanke wurde weniger von Preu\u00dfen als von \u00d6sterreich-Ungarn mitgetragen.[25] Es war gerade der liberale \u00d6konom Friedrich List, der im Sinne der Zollunion des Deutschen Bundes nicht nur im Sinne des Handels f\u00fcr eine Kriegsflotte war, sondern sogar f\u00fcr ein informales Empire, also einen Bund mit Kolonien, um sich die wichtigen Rohstoffe international zu sichern.[26] Der Flottenplan hatte kein klares R\u00fcstungskonzept und die Niederlage gegen D\u00e4nemark 1848 war zugleich auch die milit\u00e4rpolitische Gegenrevolution 1849\/50, zumal das Flottenr\u00fcstungsprogramm im Widerspruch zu den jeweiligen innerdeutschen Heerespl\u00e4nen stand, insbesondere den Pl\u00e4nen Preu\u00dfens.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-6bpk7\" class=\"wp-block-heading\"><em>Die panarabische Revolution als Teil milit\u00e4rischer St\u00e4rke<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-54k86\">Am 29. Oktober 1956 griffen Israel und am 31. Oktober 1956 Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u00c4gypten an, damit die britische Kolonialmacht wieder den Suezkanal in H\u00e4nde bekommen konnte, weshalb auch der operative Schwerpunkt des Angriffs bei Port Said lag.[27] Die Suezkrise war damit nicht nur ein regionaler Konflikt, sie war international gepr\u00e4gt. Die westlichen Kolonialm\u00e4chte verloren zunehmend ihren Einfluss in den Entwicklungsstaaten, denn sie erreichten weder ihre milit\u00e4rischen noch ihre politisch gesteckten Ziele. Die Freiheitsbewegung, die schon 1952 in \u00c4gypten Fu\u00df gefasst hatte, war nun verbunden mit der panarabischen \u062b\u0648\u0631\u0629 (Revolution). Dies war eine differente und doch in vielen Segmenten \u00e4hnliche Revolution wie die Revolution von 1789, 1830 und 1848\/49. Sie baute n\u00e4mlich auf einer pan-osmanischen Nationalisierung auf, welche milit\u00e4risch wie auch laizistisch gepr\u00e4gt war. Es war nicht der \u00e4gyptische General Naguib, der 1952 den milit\u00e4rischen Putsch gegen das Ancien R\u00e9gime in Wirklichkeit f\u00fchrte, sondern Oberstleutnant Nasser,. Deshalb wurde Naguib auch 1954 von Nasser gest\u00fcrzt. Die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) war \u2013 wie 1848\/49, aber auch 1789 in Europa \u2013 eine nationale Erhebung, die allerdings nicht von der <em>volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale<\/em> ausging, sondern von der Armee. Sie war allerdings, wie im deutschen oder italienischen Fall, evolution\u00e4rer Natur.[28]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Suezkrise war nicht nur ein regionaler Konflikt, sie war international gepr\u00e4gt. Die westlichen Kolonialm\u00e4chte verloren zunehmend ihren Einfluss in den Entwicklungsstaaten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-k4uo\">Die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) war also ein strategisches Konzept der \u00e4gyptischen Milit\u00e4rf\u00fchrung. Eines der Ziele war der Aufbau einer starken \u00e4gyptischen Heeresmacht.[29] Nasser versuchte gleich nach seiner Machtergreifung eine Einigung mit Gro\u00dfbritannien \u00fcber den Kanal von Suez zu erreichen, was jedoch von Israel verhindert wurde, indem es das Kriegsschiff \u201ePat Halim\u201c zwangsweise durch den Kanal zu man\u00f6vrieren versuchte. \u00c4gypten regierte mit der Blockade der Durchfahrt des Kriegsschiffes und beschlagnahmte es gar. Es wurde der \u00e4gyptischen Milit\u00e4rjunta sehr fr\u00fch klar, dass der \u00f6stliche Nachbarstaat versuchte, \u00c4gyptens Beziehungen zu anderen Staaten zu st\u00f6ren. Viel schlimmer war die Tatsache, dass die \u00e4gyptische Bev\u00f6lkerung Zweifel an der Schlagkraft der \u00e4gyptischen Streitkr\u00e4fte bekam \u2013 und damit aber auch die \u0627\u0644\u0645\u062c\u062a\u0645\u0639 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a (arabische Gemeinschaft). Es ging nicht zuletzt auch darum, an Waffen zu kommen. W\u00e4hrend Israel hier sehr gro\u00dfe Erfolge verzeichnen konnte, versuchte Nasser \u00fcber die Volksrepublik China durch deren Anerkennung in der Tschechoslowakei an Waffen zu gelangen.[30]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1jrg8\">Nasser verk\u00fcndete 1955 voller Enthusiasmus, dass er nun auch seine Streitkr\u00e4fte mit einer Vielzahl von Waffen versorgt h\u00e4tte. Die USA reagierten ungehalten auf diese Ank\u00e4ufe, wollten gar \u00e4gyptische K\u00fcsten blockieren, \u00fcber Drohungen kamen sie jedoch keinesfalls hinaus. Israel seinerseits intensivierte nun seine Beziehungen zu den Westm\u00e4chten. Es war das Ziel der nasseristischen \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629\u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabischen Revolution), dass die Kolonialzeit auch damit beendet sei, dass der Suez-Kanal nicht mehr von britischen Truppen besetzt zu sein habe, da er mit \u00e4gyptischen Finanzmitteln erbaut worden war.[31] \u201e\u0627\u0644\u0642\u0646\u0627\u0629 \u0644\u0627 \u062a\u0646\u062a\u0645\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0645\u0635\u0631 \u060c \u0645\u0635\u0631 \u062a\u0646\u062a\u0645\u064a \u0625\u0644\u0649 \u0627\u0644\u0642\u0646\u0627\u0629\u201c (Nicht der Kanal geh\u00f6rt \u00c4gypten, \u00c4gypten geh\u00f6rt zum Kanal), so Nasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6cv50\">Die Revolution bezog sich also insofern nicht nur auf den Abzug der Briten, sondern auf die absolute Souver\u00e4nit\u00e4t \u00c4gyptens, inklusive des Suezkanals. Auch wenn das Abkommen vom 19.10.1954 nur einen Teilabzug der britischen Kr\u00e4fte vorsah, so war es doch ein Teilerfolg Nassers, weil er den nationalen Traum \u00c4gyptens vorantrieb. Das Charisma des \u00e4gyptischen Offiziers Nasser war mit ein Garant daf\u00fcr. Der Abzug der britischen Kolonialmacht am 19.06.1956 und die Nationalisierung des Kanals am 26.07.1956 machten nochmals die Absolutheit der nasseristischen \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabischen Revolution) deutlich.[32] Es war allerdings keine Revolution, die nach Freiheit und Gleichheit oder gar nach Menschenw\u00fcrde strebte. Die Revolution von 1956 war eine der inner\u00e4gyptischen, aber auch der arabischen Ungleichheit. In \u00c4gypten und in den Staaten der Arabischen Liga herrschte noch gr\u00f6\u00dfere Armut als heute. Deshalb war die F\u00fchrung \u00c4gyptens als Beispiel f\u00fcr die restliche arabische Welt auch dazu verdammt, nationale Erfolge vorzuweisen mit der Untermauerung einer politisch-milit\u00e4rischen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit wie der Nassers. Der Assuan-Staudamm sollte gerade die Milit\u00e4rregierung weiter st\u00fctzen. Weil die USA sich letztlich bei der Finanzierung des nationalen Bauprojektes dagegenstellten, verstaatlichte Nasser am 26.07.1956 den Suezkanal.[33] Diese Entscheidung Nassers war es, welche auch die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629\u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) ausl\u00f6ste. Sie bewegte alle arabisch gepr\u00e4gten Staaten von Mauretanien bis in den Irak und war damit auch Grundlage f\u00fcr den algerischen Befreiungskampf gegen Frankreich. Insofern war die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) auch eine Freiheitsbewegung gegen den westlichen Imperialismus.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Revolution von 1956 war eine der inner\u00e4gyptischen, aber auch der arabischen Ungleichheit. In \u00c4gypten und in den Staaten der Arabischen Liga herrschte noch gr\u00f6\u00dfere Armut als heute.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 id=\"viewer-fv3q4\" class=\"wp-block-heading\"><em>Die \u062b\u0648\u0631\u0629 \u0628\u0648\u0642\u064a\u0628\u0629 (bourguibistische Revolution) als Teil der panarabischen Bewegung des zentralistischen Laizismus<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-f4nvp\">Was die Revolutionen Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Religions- und Konfessionsauffassung mit sich brachten, das brachte auch die tunesisch-bourguibistisch-nationale Revolution in den 50er Jahren. War die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 Nassers eher milit\u00e4risch-nationaler Natur, so war die \u062b\u0648\u0631\u0629 \u0628\u0648\u0642\u064a\u0628\u0629 (bourguibistische Revolution) laizistisch-zentralistischer Segmentation. Die Basis des Laizismus war das Fundament des tunesischen zentralistischen Nationalismus.[34] Bourguiba verstand es sehr genau, Religion und Staat \u2013 wie einst Napoleon Bonaparte oder Robespierre \u2013 zu trennen. Dies hatte nat\u00fcrlich nicht nur Modernisierungseffekte, weshalb, schon anders als in der Franz\u00f6sischen Revolution, die Revolution\u00e4re der 48er Bewegung des 19. Jahrhunderts keinesfalls so radikal waren wie ihre Vorg\u00e4nger 1799. Es war ihnen sehr wohl bewusst, dass die religi\u00f6se Grundlage des katholisch gepr\u00e4gten Deutschen Bundes nicht einfach aufzul\u00f6sen war.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Bourguiba verstand es sehr genau, Religion und Staat \u2013 wie einst Napoleon Bonaparte oder Robespierre \u2013 zu trennen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-26i86\">Bourguiba agierte aber wie Kemal Atat\u00fcrk nach dem Untergang des Osmanischen Reiches 1923. Bourguiba unterteilte die Staatsphilosophie, wie Atat\u00fcrk einst, in drei Teile: zum Ersten in die religi\u00f6se Frage, welche eindeutig islamisch f\u00fcr ihn war, zum Zweiten in die kulturell-sprachliche, die keinesfalls franz\u00f6sisch, sondern arabisch war und damit ein Bindeglied zur religi\u00f6s-konfessionellen Diktion darstellte, und zum Dritten der tunesischen Verfassung, die abstrahiert von der Religion, aber nicht von der sprachlich-kulturellen Determination, war.[35]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9q1om\">Diese drei Faktoren waren f\u00fcr Bourguiba der Rahmen des tunesischen Nationalismus in der \u062b\u0648\u0631\u0629\u0628\u0648\u0642\u064a\u0628\u0629 (arabischen Revolution) der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Das tunesische Regime war von einem modernen Staat \u00fcberzeugt und f\u00fchrte sogar die Revolution gegen die Kirche in Europa in den vielz\u00e4hligen Revolutionen an, um zu begr\u00fcnden, weshalb die Unabh\u00e4ngigkeit der Forschung, der \u00d6konomie und der Politik nur durch ihre Trennung von der Religion m\u00f6glich ist und nur so ein modernes Staatsgebilde entstehen kann. Es ist nach seiner Auffassung also der rationale Staat, der die Individualit\u00e4t st\u00e4rkt, um die Fortschrittskr\u00e4fte zu duplizieren. Die soziale Kategorie ist nach dem ersten tunesischen Pr\u00e4sidenten darin begr\u00fcndet, dass die Liberalit\u00e4t, die er selber allerdings nie politisch forcierte, zum einen die religi\u00f6se Legitimit\u00e4t begr\u00fcndet, also quasi die Glaubensfreiheit, und die andere, soziale Komponente nach seiner Darlegung in der Wohlstandsmehrung liege.[36] Diese verantwortungsethische Determination \u00e0 la Max Weber auf Basis einer protestantisch-ethischen Wirtschaftsf\u00fchrung entzieht der religi\u00f6sen Institutionalisierung nat\u00fcrlich den Boden der Hegemonialmacht. Nicht die Moscheen oder Kirchen sollen den theologischen Takt vorgeben, sondern die religi\u00f6se Eigenverantwortung im Sinne des Staatswohls.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-evdt0\">Die \u062b\u0648\u0631\u0629\u0628\u0648\u0642\u064a\u0628\u0629 (bourguibistische Revolution) baute auf die Identit\u00e4t der Gesellschaft auf, die Tunesier auf das eine Tunesien einzustimmen. Das unterschied sich insofern von der nasseristischen Ideologie, weil sie die Politik exkludierte. Nicht die Politik als Katalysator zur Religion oder Konfession bestimmte den tunesischen Nationalisierungs- und Entkolonialisierungsprozess, sondern die gesellschaftliche Koh\u00e4sion in einer nationalen sprachlich-kulturell vereinigten Zweckgemeinschaft.[37] Dieses System zog sich von Bourguiba \u00fcber General Zine el Abidine Ben Ali bis zum jetzigen Pr\u00e4sidenten Prof. Kais Said. War Nasser darauf bedacht, zusammen mit Syrien und Jordanien sowie teilweise Libyen die panarabische Einheit durch milit\u00e4rische St\u00e4rke zu definieren, so war Bourguiba der Meinung, man m\u00fcsse erst einmal seine individuelle kulturelle Identit\u00e4t klar zum Ausdruck bringen, um sich von der kolonialen Vergangenheit befreien zu k\u00f6nnen.[38] Die Nation musste daher auch zentral gesteuert und gedacht werden; f\u00f6derale Staatsstrukturen, wie die der Bundesrepublik oder gar des ehemaligen Deutschen Bundes, waren f\u00fcr die bourguibistische Ideologie weder zweckm\u00e4\u00dfig noch programmatisch genug. Die Nation war Teil der Gesellschaft, wie die Gesellschaft Teil der Nation zu sein hatte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Nation musste daher auch zentral gesteuert und gedacht werden; f\u00f6derale Staatsstrukturen waren f\u00fcr die bourguibistische Ideologie weder zweckm\u00e4\u00dfig noch programmatisch genug.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dfpgp\">Somit ist die \u062b\u0648\u0631\u0629\u0628\u0648\u0642\u064a\u0628\u0629 (bourguibistische Revolution) als Teil der \u0627\u0644\u062d\u0631\u0643\u0629 \u0627\u0644\u0642\u0648\u0645\u064a\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (panarabischen Bewegung) zu Mitte des 20. Jahrhunderts sehr wohl auch gr\u00f6\u00dftenteils identisch mit den Volksbewegungen des 19. Jahrhunderts, weil diese nach dem nat\u00fcrlichen Recht des Einzelnen gegen\u00fcber der Kollektivit\u00e4t der Institutionalisierung der Religionen strebte und sie darin auch den wesentlichen sozialen wie politischen Anker zur Einigung der Nation verstand.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-6ov7p\" class=\"wp-block-heading\">Konstitutionalismus als Grundproblem von Revolutionen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-23oah\">War die \u0627\u0644\u062d\u0631\u0643\u0629 \u0627\u0644\u0642\u0648\u0645\u064a\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (panarabische Bewegung) weniger eine demokratieorientierte Revolution nach innen, die den Menschen die Beteiligung am politischen wie sozio\u00f6konomischen Geschehen erm\u00f6glichte, sondern sie eher unterdr\u00fcckte, so war die Revolution der 1848er\/49er Bewegung in Deutschland nicht nur eine Nationalisierungsbewegung, sondern gerade wegen der sozio\u00f6konomischen Missst\u00e4nde eine Demokratiebewegung, welche danach strebte, die landesst\u00e4ndischen Verfassungen aufzul\u00f6sen und nach einem System der Gewaltenteilung zu streben, um die Freiheitsrechte abzusichern. Eine Idee des zentralen laizistischen Staatsdogmas war den revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften vor 175 Jahren eher fremd, wenn sie auch die Macht der Religionsinstitutionen begrenzen wollten. Das Problem bestand jedoch darin, dass gerade Deutschland und der Deutsche Bund f\u00f6deral in 36 Bundesstaaten gegliedert waren und jeder Staat eine andere Auffassung \u00fcber die Ausgestaltung der Gewaltenteilung hatte. Die Demokratiefrage war aber auch eine Frage der sozialen Einheit. Aus Sicht des Paulskirchen-Parlamentes musste die Verfassung Freiheit und Wohlstand zusammenbringen, um die Klassengegens\u00e4tze aufl\u00f6sen und damit auch den Nationalisierungsprozess vorantreiben zu k\u00f6nnen. Gerade deshalb war beispielsweise die Forderung nach einem allgemeing\u00fcltigen Recht auf Arbeit, um die allgemeine Pauperisierung breiter Gesellschaftsschichten zu beenden, nicht nur ein sozio\u00f6konomisches Faktum, sondern vielmehr ein demokratieorientiertes, weil es die F\u00fcrsorgepflicht gegen\u00fcber dem Einzelnen postulierte.[39]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-d753m\">Essentiell war genauso die Determination des Rechts auf Eigentum, das gerade bei den Liberalen als Grundlage der Freiheitsrechte angesehen wurde.[40] Dies war nicht nur auf das individuelle Freiheitsrecht fokussiert. Was die Ordnungsfrage des Staates an sich anbelangte, so klang bereits schon an, dass man keinen abrupten Bruch mit der alten Elite wollte. Man suchte, so Heinrich v. Gagern, den Einfluss des Staates zu sichern, um die Freiheit der \u201emittleren Klassen\u201c, also der Bourgeoisie, zu erhalten. Dies war im Grunde genommen der \u00dcbergang von der Revolution zur Evolution und somit auch ein wesentlicher Unterschied zur Revolution in Frankreich von 1789. Es waren also alle liberalen Kr\u00e4fte, die eine Ordnung des evolution\u00e4ren \u00dcbergangs vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich haben wollten, und dass an der Spitze dieser neuen Staatsstruktur eben kein Pr\u00e4sident wie beispielsweise in den USA stehen sollte, sondern ein Monarch.[41] Die erbkaiserliche Koalition der Jahre 1848\/49 nahm also die sp\u00e4teren Ereignisse der 60er und 70er ideell vorweg, welche dann von Otto von Bismarck in die Tat umgesetzt wurden, teilweise sogar gegen den Willen Wilhelms I.: die Nationalstaatsfrage, die soziale Frage, welche durch die Sozialversicherungsgesetzgebung beantwortet wurde, oder die kulturell-religi\u00f6se Frage \u2013 all das wurde durch die Bismarcksche Politik gel\u00f6st. Bismarck war im Grunde genommen nur ein williger Vollstrecker der 48er Bewegung, wenn er auch h\u00e4ufig sehr fragw\u00fcrdige politische Mittel zur Umsetzung der Revolutionsforderungen der Jahre 1848\/49 einsetzte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die erbkaiserliche Koalition der Jahre 1848\/49 nahm die sp\u00e4teren Ereignisse der 60er und 70er ideell vorweg, welche dann von Otto von Bismarck in die Tat umgesetzt wurden, teilweise sogar gegen den Willen Wilhelms I.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e98ar\">Der Reichsverfassungsentwurf von 1848\/49 war nichts anderes als der Kompromiss zwischen Liberalismus und Demokratie, um die politischen Ideale der Revolution mit denen der alten M\u00e4chte Habsburgs und Preu\u00dfens verbinden zu k\u00f6nnen. Darin lag die Chance, einen freiheitlichen deutschen Nationalstaat in Zeiten der Industriellen Revolution zu begr\u00fcnden und damit auch das Fundament f\u00fcr eine Massendemokratie zu schaffen.[42] Die Ablehnung der Kaiserw\u00fcrde durch Wilhelm IV. setzte der evolution\u00e4ren Ordnungsfrage ein Ende. Was jedoch blieb, war die Subsumierung liberaler und demokratischer Verfassungsgedanken, die gr\u00f6\u00dftenteils in den deutschen Staaten Bestand behielten.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"viewer-3okj\" class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4cf1g\">Theodor Fontane schreibt in einem seiner Gedichte: \u201eNur in Freiheit wird man frei.\u201c Diese wesentliche Erkenntnis traf nur zum Teil f\u00fcr die Ergebnisse der franz\u00f6sischen Revolutionen 1789 wie 1830 als auch f\u00fcr die Deutsche Revolution 1848\/49 und insbesondere f\u00fcr die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts \u2013 jedoch schon gar nicht f\u00fcr die revolution\u00e4ren Ereignisse der Jahre ab 2008 in der arabischen Region \u2013 zu. Die Franz\u00f6sische Revolution 1789 begr\u00fcndete zwar eine Grundrechtecharta, die dann im Code Napol\u00e9on aufging. Die Schreckensherrschaft und der napoleonische Imperialismus vertieften aber nicht nur die politischen und milit\u00e4rischen Unsicherheiten, sondern im gesamten Europa auch die sozio\u00f6konomischen Verwerfungen, die dann ihren Ausfluss in der Julirevolution von 1830 und der Deutschen und europ\u00e4ischen Revolution von 1848\/49 fanden. Aber auch hier ging man keinen transformativen, radikalen Schritt, sondern verblieb auf dem evolution\u00e4ren Pfad, weil man sich auch vor einer \u00e4hnlichen Schreckensherrschaft f\u00fcrchtete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-df8jv\">Die nationalen, sozialen und demokratischen Fragen und deren L\u00f6sungen in der Deutschen Frage, die zugleich eine europ\u00e4ische war, wurden einfach um etwa zwanzig Jahre verschoben und bis Ende des 20. Jahrhunderts quasi politisch wie milit\u00e4risch gel\u00f6st. Insofern \u00e4hnelte die Deutsche Revolution der Franz\u00f6sischen, da mit Napoleon die Schreckensherrschaft bei Beibehaltung der Grundrechte beendet wurde und mit Bismarck die Deutsche Frage sowohl politisch wie auch sozio\u00f6konomisch und kulturell-religi\u00f6s teilweise ihr Ende fand.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die nationalen, sozialen und demokratischen Fragen und deren L\u00f6sungen in der Deutschen Frage, die zugleich eine europ\u00e4ische war, wurden einfach um etwa zwanzig Jahre verschoben.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-50ck7\">Die \u0627\u0644\u062b\u0648\u0631\u0629 \u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629 (arabische Revolution) hat ebenfalls \u00c4hnlichkeiten zu den Revolutionen im Europa des 19. Jahrhunderts, weil diese gegen die Fremdherrschaft Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs gerichtet war. Der Ruf nach Freiheit war allerdings differenter; er richtete sich in erster Linie gegen die Westm\u00e4chte, weniger bis gar nicht in Richtung demokratischer Grundprinzipien. In allen Staaten der Arabischen Liga wurden bis heute korrupte Despotien errichtet, die die Misswirtschaft seit der Entkolonialisierung verwalten und keine industriellen Entwicklungspotenziale vorweisen, was im Falle der europ\u00e4ischen Revolutionen eine Grundbedingung, hervorgerufen durch die industrielle Revolution, war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2jqib\">Die Revolutionen in verschiedenen Staaten der Arabischen Liga ab 2008 sind das Ergebnis sozio\u00f6konomischer Stagnation, so wie es einst 1845\u20131848 in Deutschland die \u00f6konomischen Verwerfungen waren, wie auch 1788\/89 in Frankreich die Misswirtschaft der Monarchie, die zu Volksunruhen f\u00fchrten. Der wesentliche Unterschied jedoch besteht darin, dass die Herrscher der arabischen Welt nicht durch das Volk abgesetzt wurden, sondern durch die Sicherheitsapparate. Deshalb war die Reaktion von vornherein schon mit impliziert. Dies ist der Grund, weshalb es in dieser Region auch zu keinem politischen oder sozio\u00f6konomischen Wandel kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b49f4\">Ilya Zarrouk, Jahrgang 1981, studierte Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Politikwissenschaft in Mannheim, Heidelberg und Tunis. Zarrouk ist seit 2013 Dozent an verschiedenen Abendakademien im Rhein-Neckar-Raum, wo er zu sicherheitspolitischen und milit\u00e4rpolitischen Fragen referiert. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors.<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n<p id=\"viewer-63ncu\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[1] Hermann-J. Rupieper, <em>Probleme der Sozialgeschichte der Revolution 1848\/49 in Deutschland<\/em>, in: \u201cDie Deutschen und die Revolution\u201c, Hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 157.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-d39fk\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[2] Ernst Schulin, Die Franz\u00f6sische Revolution, (M\u00fcnchen, 2004), 4. Auflg., 59-64.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-89tc2\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[3] Idem., 64.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4g07e\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[4] Michael St\u00fcrmer, <em>Die Reichgr\u00fcndung. Deutscher Nationalstaat und europ\u00e4isches Gleichgewicht im Zeitalter Bismarcks<\/em>, (M\u00fcnchen, 1984), 32-40.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1uoth\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[5] Klaus Sch\u00f6nhoven, <em>Solidarit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde. Etappen der deutschen Gewerkschaftsgeschichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart<\/em>, (G\u00f6ttingen, 1984), 10.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-e91g1\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[6] Lotfi Hajji, <em>Bourguiba et l\u2018islam. Le politique et le religieux<\/em>, (Tunis, 2011) 7-9; Yagil Henkin, <em>The 1956 Suez War and the New World Order in the Middle East<\/em>, (London), 29-33.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4mdg1\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[7] Hermann-J. Rupieper, <em>Probleme der Sozialgeschichte der Revolution 1848\/49 in Deutschland<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 165.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-5rn4t\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[8] Andreas Etges, <em>Von der \u201evorgestellten\u201c zur \u201erealen\u201c Gef\u00fchls- und Interessensgemeinschaft? Nation und Nationalismus in Deutschland von 1830 bis 1848<\/em>, in: <em>Die Politik der Nation. Deutscher Nationalismus in Krieg und Krisen 1760-1960<\/em>, hrsg. v. J\u00f6rg Echternkamp, (M\u00fcnchen, 2002), 61-72.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-f4dtr\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[9] Hermann-J. Rupieper, <em>Probleme der Sozialgeschichte der Revolution 1848\/49 in Deutschland<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 159.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-6hl4p\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[10] Christoph Buchheim, <em>Industrielle Revolutionen<\/em>, (M\u00fcnchen, 1994); Abdelmajid Guelmami, <em>La politique sociale en Tunisie de 1881 \u00e0 nos jours<\/em>, (Paris, 1996), 233-244.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3ta7j\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[11] Hermann-J. Rupieper, Idem., 162-163.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-74vam\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[12] Thomas Richter, <em>Autorit\u00e4re Herrschaft, materielle Ressourcen und Au\u00dfenwirtschaftsreformen. Marokko, Tunesien, \u00c4gypten und Jordanien im Vergleich<\/em>, (Wiesbaden, 2011), 27-33.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-af5rv\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[13] Hermann-J. Rupieper, <em>Probleme der Sozialgeschichte der Revolution 1848\/49 in Deutschland, in: Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 162-163; Klaus Sch\u00f6nhoven, <em>Solidarit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde. Etappen der deutschen Gewerkschaftsgeschichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart<\/em>, (G\u00f6ttingen, 1984), 13-22.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4sgen\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[14] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-di3c8\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[15] \u201cWelt-Almanach &amp; Atlas 2023,\u201c (Stuttgart, 2023), 20-21.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-a3l2k\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[16] Klaus Sch\u00f6nhoven, <em>Solidarit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde. Etappen der deutschen Gewerkschaftsgeschichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart<\/em>, (G\u00f6ttingen, 1984), 12-13; Christoph Buchheim, <em>Industrielle Revolutionen<\/em>, (M\u00fcnchen, 1994), 49.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-77qbc\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[17] Yagil Henkin, <em>The 1956 Suez War and the New World Order in the Middle East<\/em>, (London), 34-47.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-fai1e\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[18] Klaus Sch\u00f6nhoven, <em>Solidarit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde. Etappen der deutschen Gewerkschaftsgeschichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart<\/em>, (G\u00f6ttingen, 1984), 21-22.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-ee21q\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[19] Hermann-J. Rupieper, <em>Probleme der Sozialgeschichte der Revolution 1848\/49 in Deutschland, in: Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 171-179.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1f1fc\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[20] Manfred Botzenhart, <em>Die Verfassungsfrage in der Revolution von 1848\/49, in: Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 206-215.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-8k19b\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[21] J\u00fcrgen Angelow, <em>Von Wien nach K\u00f6niggr\u00e4tz<\/em>, (M\u00fcnchen, 1996).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-2p1i7\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[22] Manfred Botzenhart, <em>Die Verfassungsfrage in der Revolution von 1848\/49<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 209-216.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-a9u90\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[23] Manfred Botzenhart, <em>Die Verfassungsfrage in der Revolution von 1848\/49<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 209-221; Andreas Etges, <em>Von der \u201evorgestellten\u201c zur \u201erealen\u201c Gef\u00fchls- und Intressensgemeinschaft? Nation und Nationalismus in Deutschland von 1830 bis 1848<\/em>, in: <em>Die Politik der Nation. Deutscher Nationalismus in Krieg und Krisen 1760-1960<\/em>, hrsg. v. J\u00f6rg Echternkamp, (M\u00fcnchen, 2002), 61-73.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-9k12a\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[24] Wolfgang Petter, <em>Programmierter Untergang. Die Fehlr\u00fcstung der deutschen Flotte von 1848<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 228-237; J\u00fcrgen Angelow, <em>Von Wien nach K\u00f6niggr\u00e4tz<\/em>, (M\u00fcnchen. 1996), 35-40.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-1hokk\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[25] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-curg2\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[26] Hans-Werner Hahn, <em>Geschichte des Deutschen Zollvereins<\/em>, (G\u00f6ttingen, 1984), 16-17.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-6eke9\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[27] Mohammed Reda Moharram, <em>Die Suezkrise 1956. Gr\u00fcnde \u2013 Ereignisse \u2013 Konsequenzen<\/em>, in: <em>Das internationale Krisenjahr 1956<\/em>, hrsg. v. Winfried Heinemann, (M\u00fcnchen, 1999), 197-202; Yagil Henkin, <em>The 1956 Suez War and the New World Order in the Middle East<\/em>, (London), 34-45.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-b9a7g\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[28] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-7arnn\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[29] John Waterbury, <em>The Egypt of Nasser and Saddat<\/em>, (New Jersey, 1983), 12-25.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3rjkj\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[30] Mohammed Reda Moharram, <em>Die Suezkrise 1956. Gr\u00fcnde \u2013 Ereignisse \u2013 Konsequenzen<\/em>, in: <em>Das internationale Krisenjahr 1956<\/em>, hrsg. v. Winfried Heinemann, (M\u00fcnchen, 1999), 197-208.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-996fr\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[31] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-3tnlv\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[32] John Waterbury, The Egypt of Nasser and Saddat, (New Jersey, 1983), 14-27.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-be4gg\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[33] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-98ses\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[34] Lotfi Hajji, <em>Bourguiba et l\u2018islam. Le politique et le religieux<\/em>, (Tunis, 2011), 15-17.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-bon5l\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[35] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-dealr\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[36] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-97s0h\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[37] Idem.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-92r1n\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[38] Rede im Stade de Tunis, 1957, vor der afrikanischen Jugend.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-4odto\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[39] Manfred Botzenhart, <em>Die Verfassungsfrage in der Revolution von 1848\/49<\/em>, in: <em>Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 210-231.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-agl2k\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[40] Christoph Buchheim, <em>Industrielle Revolutionen<\/em>, (M\u00fcnchen, 1994), 16-17.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-6i5n5\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[41] Manfred Botzenhart, <em>Die Verfassungsfrage in der Revolution von 1848\/49<\/em>, in:<em> Die Deutschen und die Revolution<\/em>, hrsg. v. Michael Salewski, (G\u00f6ttingen, 1984), 214-223.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"viewer-48g2h\" class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\">[42] Ibid., 226-239.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: Vor 175 Jahren erhob sich in den Staaten des Deutschen Bundes die Bev\u00f6lkerung gegen das Wiener-Kongress-System Metternichs von 1815. Die Forderungen nach nationalstaatlicher Einheit, Gleichheit und Freiheit sowie sozialer Ausgewogenheit waren nicht neu. Sie waren schon Ausdruck der franz\u00f6sischen Revolutionen von 1789 und 1830. Inwieweit gibt es nicht nur Verbindungen zwischen diesen Revolutionen, sondern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":124,"featured_media":5086,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,2],"tags":[59,60,58,61],"class_list":["post-734","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-articles","category-german-articles","tag-aufklarung","tag-europa","tag-geschichte","tag-politikwissenschaften"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Eine vergleichende Analyse der europ\u00e4ischen und arabischen Revolutionen des 20. und 21. 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