{"id":884,"date":"2022-08-04T04:30:23","date_gmt":"2022-08-04T04:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/tdhj.org\/?p=884"},"modified":"2025-10-30T19:44:28","modified_gmt":"2025-10-30T18:44:28","slug":"chinas-konfliktzonen-strategische-analyse-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tdhj.org\/de\/post\/chinas-konfliktzonen-strategische-analyse-1\/","title":{"rendered":"Chinas Konfliktzonen \u2013 Eine strategische Analyse"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-foo\"><strong>Abstract: <\/strong>Die Zusammenarbeit mit China ist aktuell von h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Konflikten \u00fcberschattet. Der Westen schwankt zwischen vielversprechender wirtschaftlicher Kooperation und sicherheitspolitischer Konfrontation, ausgel\u00f6st durch Chinas aggressives Verhalten, vor allem gegen\u00fcber Taiwan und im S\u00fcdchinesischen Meer. Im Folgenden werden die wichtigsten Konfliktzonen einzeln analysiert und dann in einen Gesamtzusammenhang gestellt. Schlie\u00dflich werden Handlungsempfehlungen abgeleitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8gu7a\"><strong>Problemstellung:<\/strong> Wie kann aus externer Sicht im Problemkomplex der Belt &amp; Road Initiative und der chinesischen Sicherheitspolitik ein irgendwie geartetes Optimum erreicht werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bpm6a\"><strong>Bottom-line-up-front:<\/strong> Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China ist risikoreich, da diverse Unw\u00e4gbarkeiten bestehen. Diese verweisen auch auf globalstrategische Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bnjp\"><strong>Was nun?:<\/strong> Die einzelnen Wirtschaftssubjekte und die westlichen Regierungen m\u00fcssen einen risiko-angemessene Art der Zusammenarbeit mit China finden. Ein konzeptioneller Ver\u00e4nderungsbedarf besteht nicht, dies war schon immer die Aufgabe von Wirtschaftssubjekten und Regierungen. Im Angesicht der Spanne zwischen gro\u00dfen Gewinnchancen und extremen Risiken jedoch, entfaltet sich eine gro\u00dfe Dynamik, die es zu ber\u00fccksichtigen gilt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_81e86294fa1d40598c99623171b39bf8~mv2.jpg\" alt=\"Chinas Belt and Road Initiative\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: shutterstock.com\/My Portfolio<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-4o1rc\">Konfliktzonen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9uend\">Chinas Konfliktzonen erstrecken sich \u00fcber mehrere Bereiche. Sie \u00fcberspannen den asiatischen Kontinent, ihre Auswirkungen reichen jedoch deutlich weiter. Sie haben weitreichende Konsequenzen f\u00fcr die geostrategische Lage und verst\u00e4rken sich auch gegenseitig. Die wichtigsten sechs Konfliktzonen sind hierbei:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Taiwan. China erhebt Anspr\u00fcche auf das gesamte taiwanesische Gebiet.<\/li>\n\n\n\n<li>S\u00fcdchinesisches Meer. China erhebt auch hier Anspr\u00fcche auf nahezu das gesamte S\u00fcdchinesische Meer.<\/li>\n\n\n\n<li>Kaschmir. China, Pakistan und Indien erheben in der Region konflikt\u00e4re Anspr\u00fcche gegeneinander.<\/li>\n\n\n\n<li>Arktischer Ozean. China hat sein Interesse an der Bewirtschaftung des Arktischen Ozeans erkl\u00e4rt. Hier ist man noch nicht besonders weit gekommen, die geostrategischen Auswirkungen w\u00e4ren aber immens.<\/li>\n\n\n\n<li>Unterdr\u00fcckung der Uiguren. Ein innenpolitischer Konflikt, der jedoch durchaus das Potenzial hat, auf die Au\u00dfenpolitik durchzuschlagen.<\/li>\n\n\n\n<li>Errichtung eines totalit\u00e4ren Staatssystems. Ein weiteres innenpolitisches Problem. Dies k\u00f6nnte die Stabilit\u00e4t im Inneren langfristig beeinflussen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1pei7\">Die drei erstgenannten Konfliktzonen, Taiwan, das S\u00fcdchinesische Meer und Kaschmir, sind \u201ehei\u00df\u201c; es besteht jederzeit die Gefahr der milit\u00e4rischen Eskalation. Getrieben werden diese Konflikte durch die chinesische Neigung sich auszudehnen. An den genannten drei Punkten sp\u00fcrt es die Enge, die dem entgegensteht. So ist die Erreichbarkeit des Pazifiks eingeschr\u00e4nkt, da Japan, S\u00fcdkorea, Taiwan sowie diverse amerikanische St\u00fctzpunkte in der Region einen Sperrriegel bilden. Dem gegen\u00fcber steht die Entschlossenheit der USA, die genannten Verb\u00fcndeten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_64dceff637094b3dbfe10710877f6c0a~mv2.jpg\" alt=\"Chinas Konfliktzonen\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Autor; Chinas Konfliktzonen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-a2tni\">Als Folgeschritt der geographischen Ausdehnung ist die Belt-and-Road-Initiative zu sehen, die Machtprojektion mit wirtschaftlichem Erfolg vereinigen will. Diese beiden Ziele zeigen sich aber konflikt\u00e4r. Die Benennung der strittigen Punkte als Konfliktzonen kann man also auf verschiedenen Ebenen ausdeuten. Nicht nur Konflikte mit anderen Staaten sind gemeint, sondern auch konflikt\u00e4re Bestrebungen zwischen der hegemonialen chinesischen Sicherheitspolitik und der ausgreifenden chinesischen Wirtschaftspolitik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-3b1j5\"><em>Taiwan<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-esm93\">1949 siegte die Rote Armee unter Mao Zedong \u00fcber die Kuomintang unter Chiang Kai-Shek. Die Kuomintang wurden auf die Insel Taiwan zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Die Volksrepublik China wurde ausgerufen, kurz darauf die Republik China auf Taiwan[1]. Chiang Kai-Shek errichtete ein diktatorisches Regime. Erst 1980 begann die Demokratisierung. 1987 wurde der Ausnahmezustand, der seit 1949 bestand, aufgehoben. 1971 verlor Taiwan seinen Sitz in den Vereinten Nationen an die Volksrepublik China. Seitdem wird Taiwan nur noch von wenigen Staaten offiziell anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-br6i1\">Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtr\u00fcnnige Provinz und fordert die Eingliederung des gesamten taiwanesischen Gebiets in ihr Staatsgebiet. Man spricht unter dem Schlagwort \u201eOne-China-Policy\u201c von Wiedervereinigung, obwohl Taiwan niemals Teil der Volksrepublik China war. Eine eventuelle Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung Taiwans w\u00fcrde die Volksrepublik mit Krieg beantworten, soviel wurde offiziell verlautbart. Aber auch ohne explizite Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung ist Peking prinzipiell zur Anwendung milit\u00e4rischer Gewalt bereit, das wurde auch mehrfach verk\u00fcndet. Diese Drohungen werden durchaus ernst genommen und es besteht die allgemeine Ansicht, dass China nur durch das milit\u00e4rische Risiko davon abgehalten wird, diese Pl\u00e4ne in die Tat umzusetzen, da es eine Intervention der USA bef\u00fcrchtet[2]. Aktuell fliegt die chinesische Luftwaffe vermehrt Eins\u00e4tze, die zum Ziel haben, die taiwanesische Luftverteidigungszone zu verletzen und so demonstrativ die staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Integrit\u00e4t zu hinterfragen. Es muss ebenso vermutet werden, dass damit ein Zwischenfall provoziert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Man spricht unter dem Schlagwort \u201eOne-China-Policy\u201c von Wiedervereinigung, obwohl Taiwan niemals Teil der Volksrepublik China war.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7g3a2\">Taiwan ist verteidigungsbereit und bereitet sich milit\u00e4risch auf eine chinesische Invasion vor. Die politische Absicherung besteht in der offiziellen Politik, nicht die Unabh\u00e4ngigkeit zu erkl\u00e4ren, keine irgendwie geartete Zweistaatlichkeit hinzunehmen und auch kein Referendum zur Unabh\u00e4ngigkeit abzuhalten. Diese Politik hat breiten R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung, was durch die Wahl von Tsai Ing-Wen als Pr\u00e4sidentin Taiwans best\u00e4tigt wurde[3].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-42jrn\">Die Haltung des Westens ist \u00e4hnlich zwiesp\u00e4ltig, was am Beispiel des <em>Taiwan Relations Act<\/em> verdeutlicht wird[4]. Es handelt sich um ein Gesetz, das vom amerikanischen Kongress im Jahre 1979 verabschiedet wurde und in dem festgestellt wurde, dass diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China bestehen, nicht jedoch zu Taiwan. Es wurde jedoch explizit erw\u00e4hnt, dass Taiwan trotzdem in allen Belangen einem Staat mit diplomatischen Beziehungen gleichzustellen sei. Weiter wurde klargestellt, dass die Beziehungen zur Volksrepublik China darauf beruhen, dass China Taiwan nicht angreift.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_7675e4611f7c487286b98b808a0ec874~mv2.jpg\" alt=\"Der Taiwan Relations Act\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Autor; Der Taiwan Relations Act<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-csvru\">Der <em>Taiwan Relations Act<\/em> ist insofern ohne Beispiel, als dass er explizit Waffenlieferungen an Taiwan und die Aufrechterhaltung milit\u00e4rischer F\u00e4higkeiten zur Unterst\u00fctzung auf eine gesetzliche Grundlage stellt. Im Kern: Bessere Beziehungen zu einem anderen Land kann man nicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7o48k\">Aktuell steht Taiwan unter dem Schutz eines expliziten Versprechens des amerikanischen Pr\u00e4sidenten zur milit\u00e4rischen B\u00fcndnishilfe.[5]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-caql\">China reagiert empfindlich auf alles, was seinen Anspruch auf Taiwan nur im Entferntesten untergraben k\u00f6nnte. Das bekam letztens Litauen zu sp\u00fcren[6]. Eine taiwanesische Vertretung bekam nicht den Namen \u201eVertretung Taipehs\u201c, der in Peking gerade noch so genehmigt ist, sondern \u201eVertretung Taiwans\u201c. Daraufhin hat die Volksrepublik sofort jeglichen Handel mit Litauen eingestellt. Damit wird ein gro\u00dfes Risiko sichtbar beim Handel mit China. Die Handelsbeziehungen k\u00f6nnten auf nicht vorauszusehende Weise pl\u00f6tzlich abgebrochen werden. Man k\u00f6nnte nun einwenden, dass das durchaus vorauszusehen war, Litauen hat diesen Schritt ja in voller Absicht vollzogen. Dem w\u00e4re aber entgegenzusetzen, dass sich Pekings Anforderungen pl\u00f6tzlich versch\u00e4rfen k\u00f6nnten, verf\u00fcgt man doch \u00fcber ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an Unberechenbarkeit. Des Weiteren w\u00e4re zu bedenken, dass ein Landesteil, beispielsweise eine franz\u00f6sische Gemeinde oder ein deutsches Bundesland, ausscheren und pl\u00f6tzlich massive Kritik an China \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnten. Dies ist vom heutigen Standpunkt unwahrscheinlich, aber keinesfalls unm\u00f6glich. Der Handel mit China k\u00f6nnte dann, ausgel\u00f6st durch eine Minderheit, zum Erliegen kommen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Eine taiwanesische Vertretung bekam nicht den Namen \u201eVertretung Taipehs\u201c, der in Peking gerade noch so genehmigt ist, sondern \u201eVertretung Taiwans\u201c. Daraufhin hat die Volksrepublik sofort jeglichen Handel mit Litauen eingestellt.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-bhc0t\">Handlungsempfehlungen im Falle Taiwans sind vielschichtiger Natur. Zun\u00e4chst sollten, bei aller berechtigten Emp\u00f6rung \u00fcber das Verhalten Chinas, alle Unterst\u00fctzungshandlungen f\u00fcr Taiwan mit der taiwanesischen Politik konform gehen. Es besteht durchaus die Gefahr, dass un\u00fcberlegte Handlungen Taiwan schaden k\u00f6nnten. Dar\u00fcber sind sich die westlichen Regierungen auch im Klaren; man verh\u00e4lt sich eher zur\u00fcckhaltend. Die Handlung Litauens ist hier eine Ausnahme. Es ist anzunehmen, dass sie in Absprache mit Taiwan erfolgt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8ke2l\">Einem Gesch\u00e4ftspartner, der von einem Tag auf den anderen bereits Gesch\u00e4ftsbeziehungen abgebrochen hat, kann nicht ganz vertraut werden. Auch gut gehende Handelsbeziehungen mit China w\u00e4ren immer prek\u00e4r, da man sich nie sicher sein kann, dass sie noch lange bestehen. \u201eFehler\u201c kann man hier genug machen, sie sind nicht nur auf den Taiwan-Konflikt beschr\u00e4nkt. So k\u00f6nnte China auch Kritik an der Behandlung der Uiguren oder die Aufforderung, das S\u00fcdchinesische Meer zu r\u00e4umen, durchaus als v\u00f6llig unberechtigte Einmischung in innere Angelegenheiten auffassen. Handlungsempfehlungen m\u00fcssen hier abstrakt bleiben. Eine Abh\u00e4ngigkeit, eine Erpressbarkeit gar, von chinesischen Im- oder Exporten sollte vermieden werden, beispielsweise durch geeignete volkswirtschaftliche und fiskalische Ma\u00dfnahmen oder durch weitgehende Diversifizierung des Handelsportfolios.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-5ciul\"><em>S\u00fcdchinesisches Meer<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6aout\">China erhebt Anspruch auf den gr\u00f6\u00dften Teil des S\u00fcdchinesischen Meeres zwecks Integration in sein Staatsgebiet[7]. Man erkl\u00e4rt \u201eunanfechtbare Souver\u00e4nit\u00e4t\u201c \u00fcber das Meeresgebiet. Die Belastung der Anrainerstaaten ist hierbei immens.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_72dbf4db61c5487f93306d8801a4cbdc~mv2.jpg\" alt=\"Chinesische Anspr\u00fcche (Neun-Striche-Linie) versus Ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszonen der Anrainer nach dem Seerechts\u00fcbereinkommen.\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Wikipedia;[8] Chinesische Anspr\u00fcche (Neun-Striche-Linie) versus Ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszonen der Anrainer nach dem Seerechts\u00fcbereinkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5uv7f\">Die Begr\u00fcndungen sind \u00e4hnlich bizarr wie die Forderung. Man beruft sich auf die historische maritime Seidenstra\u00dfe, auf der es chinesische Handelsposten gegeben haben soll. Au\u00dferdem beruft man sich ironischerweise auf alte Anspr\u00fcche der Kuomintang, die in dieselbe Richtung zielten. China bel\u00e4sst es nicht bei Worten, sondern schreitet bereits zur Tat. Es werden Inseln aufgesch\u00fcttet, die dann als Begr\u00fcndung f\u00fcr die Okkupation des umliegenden Seegebiets herhalten m\u00fcssen. Diese Inseln werden auch militarisiert und die Anrainer werden massiv bedroht[9].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2rn1j\">Die oben angef\u00fchrte Abbildung zeigt die chinesischen Forderungen, die im Innern der Neun-Striche-Linie (<em>Nine-Dash Line<\/em>) liegen versus die aktuellen Ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszonen (AWZ) der Anrainer, die ihnen vom Seerechts\u00fcbereinkommen (SR\u00dc)[10] garantiert sind. Gr\u00f6\u00dfere Meeresgebiete zum Staatsgebiet zu erkl\u00e4ren ist dort jedoch nicht vorgesehen, das Staatsgebiet reicht nicht \u00fcber die k\u00fcstennahen Gew\u00e4sser hinaus. Die AWZ sind kein Staatsgebiet; hier kann der Staat die nat\u00fcrlichen Ressourcen verwerten, kann aber zum Beispiel keinem Schiff die friedliche Durchfahrt verweigern. Des Weiteren definiert sich die AWZ vom Festlandssockel aus, und dass der chinesische Festlandssockel bis nach Malaysia reichen w\u00fcrde, ist nicht zu erkennen. F\u00fcr Inselstaaten gelten entsprechende Regelungen, \u00fcber einen Festlandssockel verf\u00fcgen sie ja nicht. Es sei noch erw\u00e4hnt, dass China das Seerechts\u00fcbereinkommen durchaus ratifiziert hat.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die AWZ sind kein Staatsgebiet; hier kann der Staat die nat\u00fcrlichen Ressourcen verwerten, kann aber zum Beispiel keinem Schiff die friedliche Durchfahrt verweigern.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6tpkg\">Falls sich China durchsetzen sollte, w\u00e4ren die geostrategischen Folgen in der Tat immens. China k\u00f6nnte das S\u00fcdchinesische Meer nach Belieben f\u00fcr alle oder einzelne Schiffe sperren und sie zu einem Umweg zwingen. Der w\u00fcrde dann \u00f6stlich der Philippinen entlangf\u00fchren und den Seeweg von Indien nach Japan um 2000 km verl\u00e4ngern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ak80g\">Des Weiteren f\u00e4llt auf, dass es sich bei den gesch\u00e4digten Anrainern um ASEAN-Staaten handelt. Das ist insofern wichtig, als dass China im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative (BRI) die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den ASEAN-Staaten sucht. Die chinesischen Handlungen konfliktieren also wieder mit den wirtschaftlichen Anstrengungen. Dies wird auch nicht der letzte derartige Widerspruch bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9kk9l\">Man m\u00f6chte der ASEAN empfehlen, gegen\u00fcber China geschlossen aufzutreten, aber hier fehlen anscheinend v\u00f6llig der politische Wille und die milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten. ASEAN ist eine Wirtschaftsgemeinschaft ungleicher Partner, die eine gemeinsame politische Willensbildung nie zum Ziel hatte, von gemeinsamer Sicherheitspolitik ganz zu schweigen[11]. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sie sich in einem milit\u00e4rischen Konflikt mit Beteiligung der USA doch beteiligen, innerhalb eines Kontinuums zwischen wohlwollender Neutralit\u00e4t und direkter milit\u00e4rischer Beteiligung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-flul6\">Die USA versuchen im S\u00fcdchinesischen Meer Pr\u00e4senz zu zeigen. So hat ein amerikanischer Flugzeugtr\u00e4ger, die USS Theodore Roosevelt mit Begleitschiff, Da Nang in Vietnam besucht. Die Beziehungen der ehemaligen Kriegsgegner sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut und Vietnam steht unter starkem Druck aus China, das die vietnamesische AWZ ignoriert und dort die Ressourcen ausbeutet. Ein Verteidigungsb\u00fcndnis, vergleichbar mit Taiwan, besteht jedoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-c80cl\"><em>Kaschmir<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4jd4v\">Der Kaschmir-Konflikt besteht seit 1947 und ist einer der gef\u00e4hrlichsten Konflikte weltweit, da jederzeit die Gefahr der milit\u00e4rischen Eskalation besteht. Schlie\u00dflich auch der nuklearen Eskalation, die drei beteiligten Staaten sind Atomm\u00e4chte. Nachdem Gro\u00dfbritannien im Jahre 1947 Indien und Pakistan in die Unabh\u00e4ngigkeit entlassen hatte, wurde einigen F\u00fcrstenstaaten das Recht zuerkannt, sich einige Zeit sp\u00e4ter f\u00fcr Indien oder f\u00fcr Pakistan zu entscheiden. Einer dieser F\u00fcrstenstaaten war Kaschmir[12]. Der Maharaja von Kaschmir hatte die Entscheidung jedoch etwas zu lange hinausgez\u00f6gert, pakistanische Stammeskrieger drangen in Kaschmir ein, um einen Anschluss an Pakistan zu erzwingen. In gro\u00dfer Not rief der Maharaja Indien um Hilfe und erkl\u00e4rte den Beitritt von ganz Kaschmir zu Indien. Es kam zum Krieg zwischen Indien und Pakistan und es sollte nicht der letzte sein.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Der Maharaja von Kaschmir hatte die Entscheidung jedoch etwas zu lange hinausgez\u00f6gert, pakistanische Stammeskrieger drangen in Kaschmir ein, um einen Anschluss an Pakistan zu erzwingen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b2e7d\">Im Jahre 1950 besetzte China die Region Aksai Chin und wurde damit zur Konfliktpartei. In der Folge wurde durch Aksai Chin eine Fernstra\u00dfe gebaut, die die Regionen Xinjiang und Tibet miteinander verbindet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_a0067ed58cdd428cbbd3e6fb8ed4f4db~mv2.jpg\" alt=\"Umstrittene Gebiete in Kaschmir\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Wikipedia;[13] Umstrittene Gebiete in Kaschmir<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3gm6\">Gilgit-Baltistan und Asad Kashmir sind von Pakistan kontrolliert, werden aber von Indien beansprucht. Jammu und Kashmir sowie Ladakh werden von Indien kontrolliert, jedoch von Pakistan beansprucht. Das Shaksgam-Tal wurde von Pakistan an China abgetreten. Aksai Chin ist von China kontrolliert, wird aber von Indien beansprucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5ddtv\">Hier wird deutlich, dass zwischen Pakistan und China keinerlei Konflikte bestehen. Weiters wird deutlich, dass es keine pakistanisch-chinesische Grenze gibt, die nicht umstritten w\u00e4re. Der China-Pakistan Economic Corridor (CPEC), ein Teilprojekt der BRI, f\u00fchrt durch Gilgit-Baltistan. Indien sieht in diesem Umstand eine Verletzung seiner nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t. Deshalb hat Indien auch alle Angebote zur Teilnahme an der BRI abgelehnt[14].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7cses\">Am 15.06.2020 kam es zu einem schweren Zwischenfall an der Line of Actual Control (LAC), der Grenze zwischen indisch und chinesisch beherrschtem Gebiet[15]. Zwanzig indische und eine unbekannte Anzahl chinesischer Soldaten kamen dabei ums Leben. Der Zwischenfall ereignete sich im Galwan-Tal, in der N\u00e4he einer strategisch wichtigen Bergstra\u00dfe, \u00fcber die indische Truppen auf dem Siachen-Gletscher versorgt werden, die dort im Konflikt mit pakistanischen Truppen stehen. Indien bef\u00fcrchtet mithin, dass die chinesische Seite versucht, operativ auf den indisch-pakistanischen Konflikt einzuwirken. Deshalb hat sich Indien verst\u00e4rkt der Quadrilateralen Gruppe (Quad) zugewandt, in der Japan, Indien, die USA und Australien ihre politische, wirtschaftliche und milit\u00e4rische Zusammenarbeit st\u00e4rken wollen. Die Quad gibt es seit 2007, seit 2017 hat Indien die Zusammenarbeit intensiviert. Obschon Indien immer seine strategische Autonomie betont hat, k\u00f6nnte es sich gen\u00f6tigt sehen, die Quad, also eben auch die USA, um milit\u00e4rische Hilfe zu bitten. F\u00fcr China w\u00e4re das extrem \u00e4rgerlich, w\u00e4re es dann nicht nur im Taiwan-, sondern auch im Kaschmir-Konflikt direkt mit den USA konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Obschon Indien immer seine strategische Autonomie betont hat, k\u00f6nnte es sich gen\u00f6tigt sehen, die Quad, also eben auch die USA, um milit\u00e4rische Hilfe zu bitten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-43k23\">Auch hier stellt sich die Frage, was China mit seiner Konfrontationspolitik eigentlich erreichen will. Will es zusammen mit Pakistan die vollst\u00e4ndige strategische Dominanz \u00fcber Indien herstellen? Auch wenn man das unbedingt wollte, w\u00e4re zu ber\u00fccksichtigen, dass die Interessen von China und Pakistan nicht unbedingt deckungsgleich sind. Pakistan muss darauf achten, dass es nicht aufgrund der chinesischen Ambitionen Schaden nimmt; China muss darauf achten, dass seine Investitionen in Pakistan, immerhin 60 Milliarden USD, nicht durch milit\u00e4rische Konflikte zerst\u00f6rt werden. Wir haben also wieder einen Konflikt zwischen Chinas strategischem Vorgehen und seinen weitreichenden wirtschaftlichen Zielen im Rahmen der BRI, der nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-448qo\">Es w\u00e4re durchaus zu w\u00fcnschen, dass der Konflikt bald beigelegt wird und China seine urspr\u00fcngliche Planung wieder aufnehmen w\u00fcrde, Indien in die BRI einzuladen. Es ist aber zu bef\u00fcrchten, und damit auch planerisch zu ber\u00fccksichtigen, dass sich die Lage anders entwickelt[16].<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-fas53\"><em>Zwischenfazit<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dq65\">Die Konfliktzonen Taiwan, S\u00fcdchinesisches Meer und Kaschmir sind verbunden und verst\u00e4rken sich gegenseitig. Katalysiert wird dieser Vorgang durch die, wenn auch unterschiedliche, Beteiligung der USA in den drei Zonen. In Taiwan besteht vollst\u00e4ndige Determination zum milit\u00e4rischen Eingreifen. In Kaschmir besteht strategisches Interesse, dort versucht Indien, die Quad zu militarisieren. Die Konflikttendenz ist aktuell also eher steigend. Auch im S\u00fcdchinesischen Meer sind die USA bestrebt als f\u00fchrende Seemacht aufzutreten und die Anrainer suchen durchaus Verb\u00fcndete, um sich gegen China zu behaupten. Auch hier ist die Konflikttendenz aktuell eher steigend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2kd3\">Wir m\u00fcssen also davon ausgehen, dass sich ein milit\u00e4rischer Konflikt in einer Konfliktzone auf die anderen ausweiten k\u00f6nnte. Nach aktuellen Untersuchungen gelten die USA als milit\u00e4risch \u00fcberlegen[17], ganz zu schweigen von den vielen potenziellen Verb\u00fcndeten, die wahrscheinlich zur Unterst\u00fctzung bereitstehen: Japan und Australien im Rahmen der Quad, die ASEAN-Staaten und nat\u00fcrlich Indien und Taiwan. Dies sind f\u00fcr China eher schlechte Aussichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-5m4u8\"><em>Arktischer Ozean<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4254l\">Chinas Ambitionen im Arktischen Ozean sind nicht notwendigerweise konflikt\u00e4r, vielleicht k\u00f6nnten sie sich sogar als extrem n\u00fctzlich erweisen. Sie ber\u00fchren aber geostrategische Punkte, und Konflikte k\u00f6nnten in der Zukunft durchaus aufkommen. China m\u00f6chte bei der \u00f6konomischen Nutzung des Arktischen Ozeans nicht zur\u00fcckfallen, sondern eine aktive Rolle \u00fcbernehmen. Es bezeichnet sich dabei als \u201e<em>Near Arctic State<\/em>\u201c, beansprucht also offensichtlich ein gewisses Mitspracherecht[18]. Die Arktis soll hierbei in die BRI integriert werden[19], [20]. Russland hingegen versucht seit Jahrzehnten eine dominante Rolle im Arktischen Ozean zu spielen und ist auch aktuell sehr daran interessiert an der BRI teilzuhaben. Russlands gute Beziehungen zu China, was die BRI angeht, machen die beiden L\u00e4nder zu Verb\u00fcndeten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Russlands gute Beziehungen zu China, was die BRI angeht, machen die beiden L\u00e4nder zu Verb\u00fcndeten.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7rff\">Damit befinden sich die westlichen Staaten in einem Konflikt. Investitionen in Seefahrts-Infrastruktur im Arktischen Ozean k\u00f6nnten sich f\u00fcr alle Staaten als hochprofitabel erweisen, wenn dadurch die Nordostpassage, die Route vom Nordkap zur Beringstra\u00dfe, in Zukunft in Betrieb genommen werden k\u00f6nnte[21]. Chinas Verhalten im S\u00fcdchinesischen Meer l\u00e4sst aber Schlimmes bef\u00fcrchten. Derartiges sollte sich im Arktischen Ozean nicht wiederholen. Des Weiteren sollten die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und China nicht zu einem milit\u00e4risch-strategischem B\u00fcndnis f\u00fchren. Dies h\u00e4tte immense geostrategische Auswirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-84haq\">Es gibt verschiedene Stufen der chinesisch-russischen strategischen Zusammenarbeit. Das Albtraum-Szenario w\u00e4re die \u00dcberlassung von Staatsgebiet an der K\u00fcste des Arktischen Ozeans an China; damit w\u00e4re China Arktis-Anrainer. Der Gedanke, dass China dieses Gebiet dann militarisieren w\u00fcrde, liegt nahe. Dies h\u00e4tte nicht nur Auswirkungen auf die konventionelle, sondern auch auf die nukleare Strategie. Dadurch w\u00fcrden China und das nordamerikanische Festland n\u00e4her zusammenr\u00fccken, was besonders im Hinblick auf neuartige Hyperschallwaffen hoch kritisch w\u00e4re[22].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-e90of\">Es w\u00e4re allerdings anzumerken, dass ein solches B\u00fcndnis vom heutigen Standpunkt unwahrscheinlich ist[23]. Die Systeme der beiden L\u00e4nder sind hochgradig inkompatibel, vom strategischen Standpunkt handelt es sich eher um Rivalen als um Verb\u00fcndete. So m\u00fcsste zum Beispiel Russland seine guten Beziehungen zu Indien aufgeben. Trotz Unwahrscheinlichkeit kann dieser Umstand nicht ignoriert werden. Daher sollte dringend eine globale Sicherheitsarchitektur installiert werden. Eine solche Sicherheitsarchitektur sollte keine Anreize bieten, dass sich zwei L\u00e4nder, die das eigentlich gar nicht wollen, milit\u00e4risch verb\u00fcnden. Die Strategie hingegen, Russland mit NATO-Mitgliedern zu umzingeln, erf\u00fcllt diese Anforderungen gewiss nicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-bmkck\"><em>Unterdr\u00fcckung der Uiguren<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7os5e\">In der Region Xinjiang geht die chinesische Regierung \u00e4u\u00dferst hart gegen das Volk der Uiguren vor[24]. Hierbei wurden bis zu einer Million Menschen in Umerziehungslager inhaftiert[25]. Die chinesischen Beh\u00f6rden f\u00fcrchten hier die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung innerhalb der uigurischen Bev\u00f6lkerung. Tats\u00e4chlich kam es in der Vergangenheit bereits zu Anschl\u00e4gen durch die Gruppe East Turkestan Islamic Movement (ETIM), einer uigurischen Terrororganisation. Das Verhalten Chinas wurde bereits als Genozid bezeichnet und wurde in der UNO kontrovers diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3pl08\">Die au\u00dfenpolitischen Auswirkungen dieses andauernden Verbrechens sind nicht zu untersch\u00e4tzen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die pakistanischen B\u00fcrger kritisch nachfragen, was mit ihren uigurischen Glaubensbr\u00fcdern geschieht. Die Pakistani sind wie die Uiguren islamischen Glaubens. Dies k\u00f6nnte die Grundlagen der CPEC in Gefahr bringen. Es w\u00e4re aber anzumerken, dass dies noch nicht beobachtet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-84dcs\">Auch in westlichen Staaten verringert dies die Neigung innerhalb der BRI mit China in gesch\u00e4ftliche Beziehungen zu treten. Man k\u00f6nnte nun einwenden, dass es ja keinesfalls so ist, dass die westlichen Staaten nur mit liberalen demokratischen Rechtsstaaten, die noch nie einen v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg gef\u00fchrt haben, Gesch\u00e4fte gemacht haben. Es ist jedoch eine moralische Frage, die zun\u00e4chst innerhalb der westlichen Staaten durchaus zu Spannungen kann. In der Folge k\u00f6nnte die westliche \u00d6ffentlichkeit ihren Unmut \u00fcber die chinesische Politik \u00e4u\u00dfern, was wiederum in China auf Unverst\u00e4ndnis sto\u00dfen k\u00f6nnte. Mit der Folge, dass die Wirtschaftsbeziehungen wieder in Gefahr w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-110kc\"><em>Errichtung eines totalit\u00e4ren Staatssystems<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7ed0p\">Ein weiteres innenpolitisches Problem ist die Errichtung eines totalit\u00e4ren Staatssystems in China. Im Jahre 2012 wurde Xi Jinping Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und Vorsitzender der Milit\u00e4rkommission. 2013 wurde er Staatspr\u00e4sident, womit er die drei wichtigsten \u00c4mter in der Volksrepublik China innehatte[26]. 2018 wurde die Begrenzung der Amtszeit des Staatspr\u00e4sidenten von zwei Amtsperioden aufgehoben. Es besteht nun die Gefahr, dass China in eine Ein-Mann-Diktatur wie unter Mao Zedong zur\u00fcckf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7i4h0\">Zur Entfaltung der nationalen Gr\u00f6\u00dfe Chinas wurde der \u201eChinesische Traum\u201c ins Werk gesetzt. Es handelt sich um einen nur vage definierten Begriff, der sich auf die wirtschaftliche Entwicklung, die politisch-soziale Entwicklung und die Entwicklung der nationalen Gr\u00f6\u00dfe bezieht. Dies bedeutet unter Anderem die vollst\u00e4ndige \u00dcberwachung der Internet-Kommunikation sowie die Errichtung eines Sozialregisters, bei dem \u00fcber jeden einzelnen B\u00fcrger alles vermerkt ist, von der Steuerehrlichkeit \u00fcber das soziale Engagement bis zur Anzahl der Strafzettel wegen Falschparkens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-dfsfh\">Des Weiteren wird die Aufgabe der Universit\u00e4ten nunmehr darin gesehen, F\u00fchrungspersonal f\u00fcr die KPCh auszubilden. Misserfolge der KPCh, Gewaltenteilung, Menschenrechte und dergleichen m\u00fcssen vom Lehrplan verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5j01u\">Der \u201eChinesische Traum\u201c bedeutet aber auch, dass 800 Millionen Menschen der Armut entfliehen konnten, das soll hier keinesfalls verschwiegen werden. Armut ist in China praktisch besiegt[27], Das Bruttoinlandsprodukt hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt[28]. Damit ist die Bilanz f\u00fcr die chinesische Bev\u00f6lkerung durchaus positiv, von Unmutsbekundungen in Zentralchina ist, im Gegensatz zu Xinjiang, Tibet und Hongkong, nichts bekannt. Es fragt sich nat\u00fcrlich, wie lange die Ruhe noch aufrechterhalten werden kann. Schlie\u00dflich reichen die chinesischen \u201eVorschriften\u201c durchaus in Abstruse hinein. So ist Winnie Puuh in China verboten. Offensichtlich wurde Xi Jinping in der Vergangenheit mit Winnie Puuh verglichen, worauf nun Abbildungen mit Winnie Puuh und vor allem Abbildungen mit Xi und Winnie Puuh zensiert werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Der \u201eChinesische Traum\u201c bedeutet aber auch, dass 800 Millionen Menschen der Armut entfliehen konnten, das soll hier keinesfalls verschwiegen werden. Armut ist in China praktisch besiegt.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tdhj.org\/wp-content\/media-ext\/0d3ede_8246373c8b8748efaaa5e308972094b6~mv2.jpg\" alt=\"Xi und Winnie Puuh\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-small-font-size wp-block-paragraph\">Source: Spiegel Online;[29] Keine Verwechslungsgefahr! Auch das unge\u00fcbte Auge kann Staatsmann und Comicfigur unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-gvpp\">Es ist davon auszugehen, dass China diese und auch andere innere \u201eVorschriften\u201c auch im Au\u00dfenverh\u00e4ltnis applizieren m\u00f6chte, siehe den Konflikt mit Litauen. Damit k\u00f6nnen wir der Liste von m\u00f6glichen \u201eFehlern\u201c im Umgang mit China ein weiteres Element hinzuf\u00fcgen: Im falschen Moment einen Winnie-Puuh-Button zu tragen und damit gro\u00dfen politischen Schaden auszul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"viewer-c5aeb\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-32ij6\">Chinas internationale wirtschaftliche Ambitionen stehen im konstanten Widerspruch zu seiner aggressiven Sicherheitspolitik und seiner extremen Innenpolitik. Dieser Konflikt wird auf die westlichen Staaten zur\u00fcckgeworfen, und l\u00e4sst uns verunsichert zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4be11\">Es kommt zu paradoxen Situationen. So wird das Einflie\u00dfen chinesischen Kapitals, wie zum Beispiel im Hafen von Pir\u00e4us[30], nicht etwa hocherfreut zur Kenntnis genommen, sondern \u00e4u\u00dferst kritisch betrachtet. W\u00e4hrend das Anlocken ausl\u00e4ndischen Kapitals normalerweise eine der Hauptaufgaben nationaler gesamtwirtschaftlicher T\u00e4tigkeit ist, kam dieses Gesch\u00e4ft mit dem Preis der politischen Einflussnahme Chinas in der EU. So hat Griechenland seinen Einfluss geltend gemacht, eine Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen in China durch die EU deutlich abzuschw\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>W\u00e4hrend das Anlocken ausl\u00e4ndischen Kapitals normalerweise eine der Hauptaufgaben nationaler gesamtwirtschaftlicher T\u00e4tigkeit ist, kam dieses Gesch\u00e4ft mit dem Preis der politischen Einflussnahme Chinas in der EU.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6ga3i\">Die Unsicherheit wird durch das Fehlen einer globalen Sicherheitsarchitektur noch verst\u00e4rkt. Man hat das am Beispiel der Beziehungen von Russland und China gesehen \u2013 ein Punkt, der im Angesicht der aktuellen Ukraine-Krise Priorit\u00e4t haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-cstkt\">Besondere Sorge bereiten die drei hei\u00dfen Konfliktzonen Taiwan, S\u00fcdchinesisches Meer und Kaschmir. Ein milit\u00e4rischer Konflikt w\u00fcrde sich wahrscheinlich auf alle drei Konfliktzonen ausweiten. Sollte es zu einer solchen Ausweitung kommen, die dann auch die USA in den Konflikt hineinzieht, werden die Chancen Chinas allgemein als gering eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-k3th\">Es f\u00e4llt auf, dass sich Westeuropa passiv verh\u00e4lt, obwohl gro\u00dfes Interesse an den genannten R\u00e4umen besteht. Schlie\u00dflich w\u00fcrde ein chinesischer Erfolg eine signifikante St\u00f6rung der internationalen Lieferketten zur Folge haben, von der dann \u00e4u\u00dferst nachteiligen geostrategischen Lage ganz zu schweigen. Auch das ist, zumindest teilweise, der fehlenden globalen Sicherheitsarchitektur geschuldet, die es ja kaum erlaubt, den Blick vom postsowjetischen Raum auch nur kurz abzuwenden. Dies ist umso bedauerlicher, da langfristig eine Schw\u00e4che der USA auftreten kann, die die Situation in den genannten Regionen nachhaltig verschlechtern w\u00fcrde. Dies sollte auf alle F\u00e4lle vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-agqqc\">Auch wirtschaftliche Verhandlungen mit China bleiben schwierig, da immer gro\u00dfes und \u00fcberraschendes Konfliktpotenzial besteht, aufgrund der beschriebenen \u201eFehler\u201c, die im Umgang mit China \u00fcberall lauern. Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert, dass sich die Gewinnaussichten der BRI irgendwie positiv auf die chinesische Sicherheitspolitik auswirken. Dies ist aber leider nicht zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9fd66\">Abschlie\u00dfend \u00fcberlassen wir Xi Jinping das Wort:[31]<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Wir m\u00fcssen die inl\u00e4ndische und internationale Lage einheitlich ber\u00fccksichtigen, unbeirrt den friedlichen Entwicklungsweg beschreiten sowie eine Strategie der \u00d6ffnung zum gegenseitigen Nutzen und gemeinsamen Vorteil verfolgen. Wir m\u00fcssen an der richtigen Anschauung zu Gerechtigkeit und Gewinnen festhalten, uns ein neues gemeinsames, umfassendes, kooperatives und nachhaltiges Sicherheitskonzept zu Eigen machen&#8230;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-41ra\">Dem w\u00e4re nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"viewer-el7pe\">Harden Ortner; 1983-1989: Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universit\u00e4t Berlin; 1989- 1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universit\u00e4t Berlin im Bereich der Rechnertechnologie; Seit 1995: Berufliche T\u00e4tigkeit im Bankwesen in den Bereichen: Informationstechnologie, Innenrevision, Risikocontrolling; Seit 2004: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Politik, Wirtschaft und Geschichte. Bei den in diesem Artikel vertretenen Ansichten handelt es sich um die des Autors.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9ts1n\">[1] Klaus M\u00fchlhahn, <em>Geschichte des modernen China<\/em> (Verlag C.H. Beck, 2019), 385 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9j9dm\">[2] G. Brettner-Messler, \u201eInternationale Rundschau, China\u201c, \u00d6MZ 4\/2021, 543 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-5p61q\">[3] G. Brettner-Messler, \u201eInternationale Rundschau, China\u201c, \u00d6MZ 2\/2020,  268 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2uds2\">[4] Zitiert nach: https:\/\/en.wikisource.org\/wiki\/Taiwan_Relations_Act.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b3jte\">[5] \u201eUSA w\u00fcrden Taiwan gegen Angriff Chinas verteidigen,\u201c <em>Die Zeit<\/em>, 22.Oktober 2021, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-10\/usa-joe-biden-china-taiwan-cnn-townhall?\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-10\/usa-joe-biden-china-taiwan-cnn-townhall?<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7qb92\">[6] Christoph Giessen und Kai Strittmatter, \u201eLitauen? Gibt&#8216; s f\u00fcr China nicht mehr,\u201c <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>, 05.Dezember 2021, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/litauen-china-taiwan-zolldatenbank-1.5480819?msclkid=c07f5e84b0df11ecb8292d5263328a6a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-9jpvk\">[7] Michael Paul, <em>Eine \u201aGro\u00dfe Sandmauer\u2018 im S\u00fcdchinesischen Meer?<\/em>, 2016, Stiftung Wissenschaft und Politik, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/studien\/2016S09_pau.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/studien\/2016S09_pau.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-3l3gv\">[8] https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:South_China_Sea_Nine_Dashed_Line.png.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-acrom\">[9] B. G. Hofbauer, K. Klingenschmid: \u201eInternationale Rundschau, USA\/Nordamerika\u201c, \u00d6MZ 4\/2019, 530 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-7khbo\">[10] <em>Seerechts\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen und \u00dcbereinkommen zur Durchf\u00fchrung des Teils XI des Seerechts\u00fcbereinkommens<\/em>, Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften Nr. L 179 vom 23\/06\/1998.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6ddb\">[11] Haslinda Amin erkl\u00e4rt das ganz hervorragend, obwohl sie eigentlich an wirtschaftlichen Fragestellungen interessiert ist: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XAJQQ261Q00.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8taru\">[12] Christian Wagner, Angela Stanzel, <em>Kartenspiele in Kaschmir<\/em>, 2020, Stiftung Wissenschaft und Politik, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2020A85_Kaschmir.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2020A85_Kaschmir.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-389p2\">[13] https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Kaschmir_umstrittene_Gebiete.svg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b7qn4\">[14] Mariam Qureshi, \u201eAmbitions behind the China-Pakistan Economic Corridor,\u201c The Defence Horizon Journal, 13.April 2022, <a href=\"https:\/\/www.thedefencehorizon.org\/post\/ambitions-behind-the-china-pakistan-economic-corridor\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.thedefencehorizon.org\/post\/ambitions-behind-the-china-pakistan-economic-corridor<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-8rgp5\">[15] Christian Wagner, <em>Indisch-chinesische Konfrontation im Himalaya<\/em>, 2020, Stiftung Wissenschaft und Politik, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2020A63_IndienChina.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2020A63_IndienChina.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ekh6t\">[16] Heinz Nissel, \u201eIndien und China, Konkurrenten in der Neuen Weltordnung,\u201c <em>\u00d6MZ<\/em> 5\/2020, 559 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-afib6\">[17] Bernhard Richter, \u201eDas globale System im 21. Jahrhundert\u201c, <em>\u00d6MZ<\/em> 6\/2021, 700 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-b2f8u\">[18] Michael Paul, \u201eArktische Seewege \u2013 Zwiesp\u00e4ltige Aussichten im Nordpolarmeer,\u201d Stiftung Wissenschaft und Politik, 2020, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/studien\/2020S14_Arktis.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/studien\/2020S14_Arktis.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6spa1\">[19] Vasilii Erokhin, GAO Tianming, <em>Northern Sea Route: an Alternative Transport Corridor within China\u2019s Belt an Road Initiative<\/em>, In: Julien Chaisse, J\u0119drzej G\u00f3rski: <em>The Belt and Road Initiative<\/em> (Brill Nijhoff, 2018).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-77e9g\">[20] Marc Lanteigne, \u201eChina Loops the Arctic Into Its Belt and Road Vision,\u201d https:\/\/deeply.thenewhumanitarian.org\/arctic\/community\/2017\/06\/30\/china-loops-the-arctic-into-its-belt-and-road-vision.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-66uf1\">[21] Michael Paul, \u201eArktische Seewege\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2go20\">[22] Harden Ortner, \u201eHyperschallwaffen und ihre Auswirkungen auf die Nuklearstrategie \u2013 eine theoretische Analyse,\u201c <em>\u00d6MZ<\/em> 4\/2021, Seite 487, 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-2edca\">[23] Wolfgang Taus, \u201eRussland \u2013 China, Zwischen Kooperation und Konkurrenz,\u201c <em>\u00d6MZ 2<\/em>\/2019, 209 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-fb164\">[24] Matthias Na\u00df, <em>Drachentanz<\/em> (Verlag C.H. Beck, 2021), 123 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-79h60\">[25] Eine gute \u00dcbersicht in: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verfolgung_und_Umerziehung_der_Uiguren_in_China_seit_2014.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-ft7ib\">[26] Klaus M\u00fchlhahn, <em>Geschichte des modernen China<\/em>, 608.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-6jp52\">[27] Peter Frankopan, <em>The New Silk Roads<\/em> (Bloomsbury Publishing, 2018), 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-c2ri9\">[28] https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaft_der_Volksrepublik_China.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-81m6a\">[29] Marc R\u00f6hlig, \u201eChina verbietet den neuen Winnie-Puh-Film \u2013 weil der B\u00e4r wie der Machthaber aussieht,\u201c <em>Spiegel Online<\/em>, https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/kino\/china-verbietet-winnie-puh-film-will-witze-ueber-xi-jinping-verhindern-a-00000000-0003-0001-0000-000002713852.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-1eofn\">[30] Gal Luft, <em>It Takes a Road, China\u2019s One Belt One Road Initiative<\/em>, 2016, http:\/\/www.iags.org\/Luft_BRI.pdf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-paragraph\" id=\"viewer-4k7en\">[31] Xi Jinping, Rede auf dem 19. Parteitag der KPCh am 18.10.2017.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract: Die Zusammenarbeit mit China ist aktuell von h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Konflikten \u00fcberschattet. Der Westen schwankt zwischen vielversprechender wirtschaftlicher Kooperation und sicherheitspolitischer Konfrontation, ausgel\u00f6st durch Chinas aggressives Verhalten, vor allem gegen\u00fcber Taiwan und im S\u00fcdchinesischen Meer. Im Folgenden werden die wichtigsten Konfliktzonen einzeln analysiert und dann in einen Gesamtzusammenhang gestellt. Schlie\u00dflich werden Handlungsempfehlungen abgeleitet. 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